Dienstag, 17. Oktober 2017
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»strassenfeger« in neuem Gewand

Strassenfeger mit neuem Design

Das Obdachlosenmagazin »strassenfeger« ist wohl allen Menschen in Berlin bekannt. Seit 1994 wird das Magazin in U- und S-Bahnen, Bahnhöfen und im Strassenverkauf angeboten. Anders als bei anderen Zeitungsprojekten stand von Anfang an das Ziel dahinter, mit der Zeitung ein Netzwerk von Sozialprojekten zu finanzieren. Als Angelika Standring-Auer, Brigitte Zanowv und Frank Kiesewalter, den strassenfeger als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründeten, folgte auch bald die erste Notübernachtung.

Strassenfeger mit neuem Design
Strassenfeger mit neuem Design

Zuerst wurden auf die 40 Quadratmetern großen Räumlichkeiten in der Kopernikusstraße tagsüber für die redaktionelle Arbeit genutzt. Nachts fanden hier ab 1996 auch Obdachlose ihr Nachtquartier.
Im Folgejahr kam dann der „mob e. V.“ mit ins Boot, der davor von Angelika Standring-Auer verlassen wurde. Nachdem sich der Verein (bestehend aus damals drei Mitgliedern, darunter auch Stefan Schneider, dem nächsten Chefredakteur) von der „motz“ abgewendet hatte, übernahm er den strassenfeger und gründete mit seiner Hilfe zahlreiche neue soziale Projekte, schuf Räumlichkeiten für die Redaktion und finanzierte weitere Vertriebswägen.

1998 hatte man die Auflage bereits auf 20.000 gesteigert und ging in den bis heute gültigen zweiwöchigen Veröffentlichungszyklus über.

Mit dem strassenfeger ist eine Grundüberzeugung verbunden: „Arme Menschen sollen nicht nur auf Almosen und Spenden angewiesen sein – auch wenn das wichtig ist -, sondern sollen selbstbestimmt arbeiten können“.

Und sie sollen selbst entscheiden können, was sie mit dem verdienten Geld anfangen. Die Straßenzeitung strassenfeger bietet nichts anderes als „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Sie erscheint vierzehntägig montags mit 26 Ausgaben pro Jahr und erreicht eine durchschnittlich verkauften Auflage von ca. 21.000 Exemplaren. Der Preis beträgt 1,50 Euro, davon behalten die Verkäufer_innen 90 Cent, 60 Cent fließen in die Arbeit des Vereins.

Verkaufen darf den strassenfeger jede_r, allerdings ist es eine harte Arbeit und daher kommen nur die Menschen zu uns, die es bitter nötig haben: Obdachlose, von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen und Menschen, die von Sozilahilfe oder Hartz IV leben müssen. Unsere Verkäufer_innen sind sehr unterschiedlichen Leute, wenn sie auch eines gemeinsam haben: Sie sind alle in einem sehr konkreten Sinne arm.

Sichtzone im HO Berlin
Sichtzone im HO Berlin

»strassenfeger« in neuem Gewand – Bachelor-Absolventin gestaltet Berliner Straßenzeitung

Die Straßenzeitung »strassenfeger« hat jetzt eine neues Gesicht und eine neue Gestaltung bekommen. Die Bachelor-Absolventin der Visuellen Kommunikation der Kunsthochschule Berlin Weißensee Thekla Priebst widmete ihre Abschlussarbeit der kleinen Zeitung.

Neben dem sanften Re-Design hat sie für die Juni-Ausgabe auch ein inhaltliches Konzept entwickelt und arbeitet zur Zeit an der nächsten Ausgabe mit.

Strassenfeger: Zeitungs-Design von Thekla Priebst
Strassenfeger: Zeitungs-Design von Thekla Priebst

Die Arbeit der Absolventin, die von Professor Alex Jordan betreut wurde, ist jetzt in der Ausstellung »Sichtzone« im HO / Berlin, Holzmarktstraße 66, 10179 Berlin bis zum 16. Juli zu sehen. Dort werden im Rahmen des Rundgangs – Tage der offenen Tür der Kunsthochschule Berlin Weißensee (13./14. Juli) die Abschlussarbeiten aus der Visuellen Kommunikation gezeigt.

Weitere Informationen:

»Sichtzone« im HO / Berlin,
Holzmarktstraße 66,
10179 Berlin-Mitte

www.strassenfeger.org

www.hoberlin.de

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m/s