Samstag, 24. Juni 2017
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200 Jahre Thierarzneykunst in Jena

Phyletisches Museum in Jena

Aktuell steht die Gefährdung durch die hochpathogene „Aviäre Influenza“, auch HPAI, Geflügelpest oder „Vogelgrippe“ genannt fast täglich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Tote Schwäne auf dem Landwehrkanal, verendete Zugvögel und Enten und vereinzelte Funde in landwirtschaftlichen Geflügelfarmen geben Anlaß zur Sorge. Über Ursachen, Risiken und Gefahrenabwehr für Mensch und Tier wacht das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – mit Hauptsitz auf der Insel Riems bei Greifswald. Zum Bundesforschungsinstitut gehören insgesamt zwölf weitere Institute, die sich mit Sicherheit und Seuchenschutz und Qualität der für die menschliche Ernährung wichtigen Nutztierhaltung befassen.

In Jena arbeitet das Institut für molekulare Pathogenese (IMP) als Teil der Universität. Hier ist auch der Ausgangsort, an dem die Grundlagen der Biowissenschaften und der „Thierarzneykunst“ gelegt wurden – die nach 200 Jahren heute zur modernen Bioforschung zur Tiergesundheit geführt haben.

Gründung der Tierarzneischule vor 200 Jahren in Jena

2016 jährt sich ein für die veterinärmedizinische Ausbildung und Forschung in Jena und Thüringen bedeutsame Ereignis: Die Gründung einer Tierarzneischule. Geheimrat Johannn Wolfgang von Goethe (1749-1832) spielte dabei eine führende Rolle. Auf seinen Wunsch hin und durch seine Fürsprache wurde Theobald Renner (1779-1850) als Professor der vergleichenden Anatomie und Thierarzneykunde an die Jenaer Universität berufen.
Er wurde zugleich als Ausbilder für Tierärzte an der Jenaer Thierarzneyschule bestellt. Als Gründungsdatum der Jenaer Veterinärschule wird die Anweisung des damaligen Staatsministers Voigt die ‚Akademie zu Jena‘ vom 3. September 1816 angesehen, Professor Rrenner´s Vorlesungen über die Thierarzneykunst im Lectionskatalog der Jenaer Universität anzukündigen.

Seitdem hat es viele Fortschritte und herausragende Erkenntnisse in der veterinärmedizinischen Ausbildung und Forschung in Jena und im heutigen Thüringen gegeben. Namen wie Carl Gegenbaur(1826-1903), Ernst Haeckel (1834-1919) und Max Fürbringer (1846-1920)
setzten wichtige wissenschaftliche Wegmarken, wobei das Wirken des deutschen Zoologen, Philosophen und Freidenker Ernst Haeckel herausragt. Er baute die die Ideen von Charles Darwin zu einer speziellen Abstammungslehre aus und begründete damit die wichtigsten Grundlagen der Evolutionsbiologie.

Das Phyletische Museum

Das von Ernst Haeckel begründetes Museum zur Phylogenese in Jena ist heute der Ort, an dem das Wissen der vcon Phylogenese (Stammesgeschichte) und Evolutionstheorie zusammen mit der Begegnung von Kunst und Natur archiviert ist. Es steht damit dem ganzheitlichen Denken Goethes nahe. Der Grundstein wurde am 28. August 1907 gelegt, dem 158. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe. Ernst Haeckel schenkte das Gebäude am 30. Juli 1908 der Friedrich-Schiller-Universität Jena anlässlich deren 350-jährigen Bestehens.

Das Muesum ollte von Anfang an nicht nur ein Naturkundemuseum sein, sondern die Entwicklung des Lebens vermitteln. Heute ist das Museum Teil des Institutes für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie der Universität Jena. Es beherbergt umfangreiche zoologisch-paläontologische Sammlungen mit über 500.000 Stücken. Die Sammlungsgeschichte geht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Es finden sich heute noch originale Stücke aus der Zeit, als Goethe Leiter der anatomisch-zoologischen Sammlung war. Die Sammlungen des Museums dienen als Grundlage der Forschung des Institutes, u. a. an der Anatomie von Hunden und anderen Säugetieren, an der Morphologie, Stammesgeschichte und biologischen Vielfalt der Insekten.
Jährlich über 300 Schulklassen und 20.000 Besucher besuchen das Museum und seine Dauerausstellungen. Der Evolutionssaal (u.a. Taubenrassen, AIDS, Buntbarsche, Ontogenese von Amphibien) sowie mehrere Säle zur Stammesgeschichte der mehrzelligen Tiere und des inklusive des Menschen sind Pflichtthemen für jeden Biologie-Studenten. Viele Sonderausstellungen wurden schon präsentiert, mit Themen wie z.B. ‚Domestikation‘, ‚Diatomeen – Formensinn‘ und ‚Falten in Natur und Technik‘.

Aktuell ist die Sonderausstellung „200 Jahre Thierarzneykunst in Jena“ vom 02.09.2016 bis 16.04.2017 zu sehen.

Parallel dazu gibt es öfentliche Wissenschaftsforen und Themenabende mit aktuellen Themen. Am 1.Dezember 2016 um 18:00 Uhr wird z.B. gefragt „Fleisch essen – gesund oder Sünde?“ | Hörsaal Zoologie (neben dem Phyletischen Museum, Erbertstr. 1 in Jena).

Weitere Informationen:

Phyletisches Museum – www.phyletisches-museum.uni-jena.de

Phyletisches Museum – Wikipedia

Friedrich Loeffler Institut – 200 Jahre Thierarzneykunst in Jena (1816-2916)

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit | www.fli.de

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m/s