Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Johann Gottfried Schadow

250. Geburtstag:
Johann Gottfried Schadow

Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow

Ein bedeutender Künstler wird in diesen Tagen ausführlich gewürdigt: Johann Gottfried Schadow, geboren am 20. Mai 1764 in Berlin, wo er bis zum 27. Januar 1850 lebte. Schadow war der wohl bedeutendste Bildhauer des deutschen Klassizismus. Was bei seinen vielen Ehrungen bisher vergessen wurde: Schadows Grundstück in Französisch Buchholz war ein Grundstein seines späteren Künstlerhauses.

Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow
Johann Gottfried Schadow: Prinzessinnengruppe mit Friederike und Luise von Mecklenburg-Strelitz (Gips, 1795)

Um sein Künstlerhaus bauen zu können, verkaufte er seinen einstigen „Buchholzer Kossätenhof“, der ihm bis dahin als kleines Arkadien lebenswichtig war. Die Grundstücke sind heute im Privatbesitz, und die Lage der ehemaligen Gebäude ist nur wenigen Eingeweihten bekannt.
An diesem Wochenende wird Johann Gottfried Schadow anläßlich seines 250. Geburtstages in Französisch-Buchholz geehrt.

Johann Gottfried Schadow
Johann Gottfried Schadow, Zeichnung von Wilhelm Schadow

Biographie

Schadow besuchte mit seinen Brüdern das Gymnasium zum Grauen Kloster. 1778 entschied er sich für den Beruf des Bildhauers und wurde Schüler des preußischen Hofbildhauers Jean Pierre Antoine Tassaert. Er begann er seine Ausbildung an der Akademie der Künste und den Besuch der Aktklasse.
Nach einer Reise nach Italien kehrte Schadow 1787 nach Berlin 1787 zurück, und konvertierte hier wieder zum Protestantismus, um im preußischen Staatsdienst eine Anstellung bekommen zu können. Zunächst wurde er Porzellanmaler bei der königlichen Porzellanmanufaktur. 1788 bekam Schadow vom König den Auftrag, das Grabmal des im Jungenalter verstorbenen Grafen von der Mark in der Dorotheenkirche fertigzustellen, nachdem sein Lehrer assaert im Jahr 1788 verstorben war. Schadow setzte dabei seine strengere, an die Antike angelehnte Formensprache an die Stelle der bisher gültigen oberflächlichen Formen des Rokkoko.

Schadow interessierte sich sehr für das Schachspiel und war im Jahr 1803 in Berlin Mitgründer des häufig auch nach ihm benannten ersten deutschen Schachklubs. 1 Seit 1840 war er Mitglied des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Als Freimaurer gehörte er der Berliner Loge Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit an.

Schadow wurde 1816 zum Direktor der Königlich Preußischen Akademie der Künste ernannt. Im fortgeschrittenen Alter fertigte er viel Grafiken und auch Karikaturen. Sein Humor war es wohl auch, der ihn 1848 verlockte, Ehrenmitglied der Großen Karnevalsgesellschaft in Köln zu werden.

Johann Gottfried Schadows Werk

Die Hauptwerke sind wohlbekannt: das Grabmal des Grafen von der Mark (1790), die berühmte Quadriga auf dem Brandenburger Tor (1793) und die Prinzessinnengruppe, das Doppelstandbild der Prinzessinnen Friederike und Luise von Mecklenburg-Strelitz (1797).

Schadow gilt als Begründer der Berliner Bildhauerschule, zu seinen Schülern gehörten Christian Friedrich Tieck und Christian Daniel Rauch.
Schadow schuf viele Grabmäler und Denkmäler, Standbilder, Einzelfiguren, Gruppen und Bildnisbüsten, und weit mehr als 2200 Radierungen und Lithographien. Er veröffentlichte zudem viele kunsthistorische und theoretische Schriften.

Ehrungen zum 250. Geburtstag in Berlin

Schon seit dem 28.Februar 2014 zeigt die Stiftung Stadtmuseum unter dem Titel „Unser Schadow“ eine Austellung im Ephraimpalais.
Am 16.Mai 2014 findet im Märkischen Museum eine Tagung anläßlich Jubiläums statt:

Europäisch klassizistisch – oder preußisch-universalistisch?
Neue Denkbilder aus Anlaß des 250. Geburtstages von Johann Gottfried Schadow statt (Programmlink).

Ehrung und Festveranstaltung in Französisch-Buchholz

Die Ortschronistin von Französisch Buchholz, die Evangelische Kirchengemeinde Französisch Buchholz sowie die Schadow Gesellschaft Berlin e. V. und der Bürgerverein Französisch Buchholz e.V. ehren Johann Gottfried Schadow am Sonntag 18. Mai 2014 (16 Uhr – 18 Uhr) mit einer gemeinsamen Festveranstaltung in der Kirche.

Grußworte von Pfarrer Martin König und Anne Schäfer-Junker, Ortschronistin von Französisch Buchholz leiten den Festakt ein.

Ein Festvortrag von Dr. Claudia Czok, Vorstandsmitglied, Schadow Gesellschaft Berlin e. V. führt in Schadows Leben ein. Pankows Kulturstadtrat Dr. Torsten Kühne (CDU) widmet sich Schadows Vorliebe zum Schachspiel und klärt über die Gründung des ersten Schachclubs in Berlin auf.
Klaus Gehrmann, Geschäftsführer, Schadow Gesellschaft Berlin e. V. und Jens Tangenberg, Vorsitzender, Bürgerverein Französisch Buchholz e.V. würdigen den Beitrag Schadows zum kulturellen Leben und zum Kulturort Französisch Buchholz.

Eine Überraschung wartet auf dem anschließenden Bufett. Wie die Redaktion aus gut informierten Kreisen erfahren hat, wird eine Kirschtorte nach Originalrezept von Johann Gottfried Schadow angeboten, deren Rezept von Anne Schäfer-Junker, Ortschronistin von Französisch Buchholz im Staatsarchiv „ausgegraben“ wurde.

Weitere Informationen:

Bürgerverein Französisch Buchholz e.V. – Festveranstaltung am 18.5.2014

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m/s