Dienstag, 17. Oktober 2017
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Wasserbetriebe investieren

40 Jahre Klärwerk Münchehofe:
Wasserbetriebe investieren

Klärwerk Münchehofe - Luftbild BWB

Die Berliner Wasserbetriebe investieren bis zum Jahr 2021 rund 2,1 Milliarden Euro in die Berliner Wasserversorgung und Abwasser-Entsorgung. Heute wurde ein kleines Jubiläum gefeiert: Das Klärwerk Münchehofe wurde vor 40. Jahren gebaut. Es ist eines der sechs Klärwerke, die am Rande Berlins auf Brandenburger Gebiet für die Abwasseraufbereitung und Reinigung sorgen. Das Abwasser von rund 300.000 Menschen wird geklärt. Es ist das zweitkleinste der sechs Kläranlagen – im bundesweiten Vergleich ist es jedoch ein Großklärwerk.

Klärwerk Münchehofe - Luftbild BWB
40 Jahre Klärwerk Münchehofe – Luftbild Berliner Wasserbetriebe

1976 hat das Werk die Rieselfelder in Tasdorf, Münchehofe und Schöneiche abgelöst. Seither wurden in der stetig modernisierten Anlage rund 880 Mio. Kubikmeter Abwasser gereinigt. Das entspricht in etwa der 24-fachen Menge des Müggelsees.

Dieses Abwasser stammt etwa je zur Hälfte aus Teilen von Marzahn, Hellersdorf, Köpenick, Karlshorst und Lichtenberg sowie aus Erkner, Strausberg, Woltersdorf und weiteren Umlandgemeinden. Dazu kooperieren die Berliner Wasserbetriebe mit dem Wasserverband Strausberg Erkner. „Diese Zusammenarbeit funktioniert seit Jahrzehnten ausgezeichnet“, betont Jörg Simon, Vorstandschef der Berliner Wasserbetriebe.

Das Klärwerk Münchehofe wurde 2009 grundlegend saniert und wird heute vollautomatisch betrieben. Mit zwei Blockheizkraftwerken, die in diesem Jahr erneuert werden, stellt das Klärwerk 62 % seiner Energie selbst aus Biogas her, das aus dem Klärschlamm gewonnen wird. In den nächsten Jahren investieren die Berliner Wasserbetriebe in Münchehofe mehr als 30 Mio. Euro, um Stickstoff und Phosphor zu reduzieren und so die Gewässerqualität in Erpe und Spree weiter zu erhöhen.

Die Berliner Wasserbetriebe betreiben insgesamt sechs Klärwerke, von denen fünf auf ehemaligen Rieselfeldern in Brandenburg stehen. Einzig das zu Mauerzeiten entstandene Klärwerk Ruhleben befindet sich auf Berliner Stadtgebiet, in Spandau.

Klärwerk Münchehofe
Klärbecken im Klärwerk Münchehofe – Foto: Berliner Wasserbetriebe

Erfolgsbilanz 2015 der Berliner Wasserbetriebe

Die Berliner Wasserbetriebe haben im April auch eine erfolgreiche Bilanz des Jahres 2015 gezogen. Der Trinkwasserverkauf steigt nach vielen Jahren erstmalig wieder. Er lag mit 203,3 Mio. m³, davon 199,2 Mio. m³ in Berlin, um insgesamt 9,7 Mio. m³ über dem Vorjahreswert. In den Klärwerken wurden 267,2 Mio. m³ Abwasser gereinigt, davon 241,8 Mio. m³ aus Berlin und damit unter dem Strich 8,2 Mio. m³ mehr als 2014.

Infolge der zum Januar 2015 gesenkten Abwassertarife und von Erlösabgrenzungen sank der Umsatz trotz der Mengensteigerungen um 69,8 Mio. € auf 1.049,8 Mio. €. Das Ergebnis des Unternehmens ist vor allem durch die Einmaleffekte der Umstrukturierung innerhalb der Gruppe geprägt. So wurden die Stillen Gesellschaften zwischen Wasserbetrieben und Berlinwasser Holding beendet. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) ging vor allem infolge der Tarifsenkung um 52,4 Mio. € auf 294,2 Mio. € zurück. An das Land Berlin wurden 89,1 Mio. € Gewinn überwiesen nach 99,8 Mio. € für 2014.

Sechs Klärwerke für die Abwasserentsorgung Berlins
Sechs Klärwerke für die Abwasserentsorgung Berlins – Grafik: www.bwb.de

Klärwerke erhalten zusätzliche vierte Reinigungsstufe

„In den kommenden Jahren werden wir deutlich mehr als bisher investieren, allein bis 2021 kommen 2,1 Mrd. € unserer Infrastruktur zugute“, erklärte Vorstandsvorsitzender Jörg Simon auf der Bilanzpressekonferenz. „Das sind rund 500 Mio. € mehr als in den vergangenen sechs Jahren und damit sichern wir das Wachstum der Stadt und die steigenden Anforderungen an die Reinigungsleistung der Klärwerke.“ Dabei setzt das Unternehmen Akzente. So verdoppeln sich insbesondere durch den Ausbau der Klärwerke um eine zusätzliche, vierte Reinigungsstufe die Ausgaben in diesem Bereich gegenüber dem Niveau dieses Jahres von ca. 80 Mio. € schrittweise. Eine deutliche Steigerung um rund 20 % erfahren auch die Wasserwerke. Die bereits in den vergangenen Jahren deutlich erhöhten Ausgaben für die Abwasserkanäle und -druckrohre behalten ihren Umfang von rund 110 Mio. € pro Jahr.

Der gute Zustand des Trinkwasserrohrnetzes erlaubt es, die Ausgaben für dessen Erneuerung auf dem Niveau von gut 40 Mio. € konstant zu lassen, da die Zahl der Rohrschäden auf den niedrigsten Stand seit 49 Jahren gesunken ist. Vier Fünftel aller Aufträge, die 2015 einen Gesamtumfang von 368 Mio. € hatten, gehen an Unternehmen aus Berlin und Brandenburg.

Bei den Bauvorhaben im öffentlichen Straßenland bevorzugen die Wasserbetriebe grabenlose Techniken, wo immer dies möglich ist, um Eingriffe in den Straßenraum, CO2-Emissionen und Baumfällungen zu vermeiden.

Klärwerk Münchehofe
Faultürme mit Biogaserzeugung im Klärwerk Münchehofe – Foto: Berliner Wasserbetriebe

Energiebedarf gesenkt und deutlich mehr sauberen Strom erzeugt

Trotz der gestiegenen Trink- und Abwassermengen ist es den Berliner Wasserbetrieben gelungen, gegenüber dem Vorjahr mehr als eine 1 GWh Strom einzusparen. Insgesamt wurden 385 GWh benötigt, 83 GWh bzw. 22 % davon selbst aus den regenerativen Quellen Klärschlamm, Wind und Sonne erzeugt. Damit sind die Wasserbetriebe zweitgrößter Stromproduzent in Berlin. Bezogen wurde ausschließlich Ökostrom.

Durch eine Fülle an Maßnahmen konnte die Energiebilanz durch Sparen auf der einen und Erhöhung der Eigenerzeugung auf der anderen Seite weiter zu verbessert werden. Die Wasserbetriebe setzen auch auf Elektromobilität: Ein Zehntel der hauseigenen Pkw-Flotte fährt umweltfreundlich und leise mit Strom.

Zahl der Neueinstellungen wächst

Als einer der größten Arbeitgeber in der Region beschäftigten die Berliner Wasserbetriebe Ende 2015 4.430 (Vorjahr 4.523) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen bildet junge Menschen in 18 Berufen aus und beschäftigt 241 Auszubildende (Vorjahr: 271). Die Ausbildungsquote von 6,1 % bleibt damit überdurchschnittlich. Aufgrund des demografischen Wandels sowie der mit den steigenden Investitionen wachsenden Aufgaben stieg die Zahl der Neueinstellungen deutlich von rund 30 im Durchschnitt der 2000er Jahre auf 117 im Jahr 2015. Aus der eigenen Ausbildung sollen künftig etwa zwei Drittel des Fachkräftebedarfs gedeckt werden.

Photovoltaikanlage Rolandstraße 50a
Stadtwerke-Mitarbeiter Michael Bolle auf dem Dach der Pankower Rolandstraße 50a – Foto: Berliner Wasserbetriebe, Dennis Krischker

Stadtwerke können 10.000 Haushalte mit ökologischem berlinStrom versorgen
Die Tochtergesellschaft Berliner Stadtwerke GmbH verfügt durch zwei bereits fertiggestellte Photovoltaik-Anlagen auf Dächern landeseigener Wohnungsbaugesellschaften sowie durch die Beteiligung an neuen Windenergieparks aktuell über Kapazitäten zur Versorgung von 10.000 Haushalten mit Öko-Strom. Im Fokus steht dabei der weitere Ausbau von sogenannten Mieterstrom-Projekten. Dabei nutzen die Bewohner den Strom, den Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke am bzw. im eigenen Haus erzeugen. Das vermeidet die Einspeisung in die Übertragungsnetze, bringt Kostenvorteile und macht den berlinStrom zusätzlich attraktiv. Zudem werden weitere Windparks auf Flächen der Berliner Stadtgüter nordöstlich und südlich Berlins entwickelt und weitere Kauf- bzw. Beteiligungsmöglichkeiten für Windenergieanlagen sondiert.

Mehr Informationen:

www.bwb.de

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a/m