Freitag, 18. August 2017
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75 Jahre Sanitätshaus Seeger

Sanitätshaus Seeger wird 75 Jahre alt!

Das Sanitätshaus Seeger wird heute 75 Jahre alt. Gegründet wurde am 11. April 1938 in Berlin-Pankow von Kurt Seeger. Aus einem kleinen Ladengeschäft für Orthopädie und Bandagen, das in den Anfangsjahren zahlreiche Kriegsversehrten des II. Weltkriegs versorgen mußte, ist bis heute ein modernes mittelständisches Unternehmen mit 40 Fachfilialen und Standorten und 360 Mitarbeitern geworden. Bis heute ist das Unternehmen ein Familienunternehmen geblieben – und hat sich erfolgreich dem Wandel gestellt.

Sanitätshaus Seeger wird 75 Jahre alt! 25. Firmenjubiläum der Firma Seeger in Pankow – Foto: Firmenarchiv Seeger

Die besondere Berliner Firmengeschichte begann in einer schlichten Holzhütte in Berlin-Pankow am 11. April 1938. Damals richtete der Orthopädiemechanik-Meister Kurt Seeger auf einem Hinterhof in der Berliner Straße 101 eine kleine Werkstatt für Orthopädie und Bandagen mit mit Ladengeschäft.

Kurt Seeger Foto: Firmen-Archiv Seeger Firmengründer Kurt Seeger im Jahr 1938 – Foto: Firmenarchiv Seeger

Seeger - Filiale Brennerstraße in PankowSeeger – Filiale Brennerstraße 92 in Pankow (Nähe U-Bhf. Vinetastr.)

In der modernen Orthopädietechnik bedienen sich die Techniker in vielen Fällen vorgefertigten Rohlingen, um dann sie dann in Handarbeit in einem letzten Arbeitsschritt auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden anzupassen. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts war jedes Hilfsmittel ein komplett in Handarbeit aufwändig geschmiedetes, gefrästes oder genähtes Unikat.
Mit viel Engagement, Zuverlässigkeit, handwerklichem Können und Einfühlungsvermögen für die Probleme seiner Kunden machte sich Kurt Seeger gemeinsam mit seiner Frau Margarete und einem Orthopädiemechaniker schnell einen guten Namen. Die Berliner Straße 101 in Pankow wurde zu einer gefragten Adresse für orthopädische Versorgung.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Kurt Seeger als Kraftfahrer eingezogen. Aber schon nach zwei Monaten musste er wieder zurück in seine Werkstatt: Die ersten beinamputierten Kriegsversehrten benötigten dringend Holzprothesen. Holz war jedoch in diesen Zeiten ein knapper Rohstoff. Jedes Stück musste einzeln beschafft werden, bevor daraus eine Prothese gefertigt werden konnte.
Bis spät in die Nacht brannte in der Werkstatt Licht, die Mitarbeiter mussten Prothesen, Korsetts und Bandagen für die Kriegsversehrten fertigen. Und die Zahl der Versehrten stieg immer ständig an. Trotz des Verbots Juden zu versorgen, nahm Kurt Seeger das Risiko auf sich und versorgte sich heimlich auf den Hinterhof und ermöglichte ihnen so eine Versorgung, obwohl ihn dieses Handeln selber in Gefahr brachte.

Nachkriegszeit bis zu Wende 1989

Nach dem Kriegsende lag Berlin in Schutt und Asche. „Wenn mein Opa von dieser Zeit und den vielen Verstümmelten erzählte, konnte man unschwer erkennen, wie stark die persönlichen Schicksale ihn bei seiner Arbeit motiviert haben“, erinnert sich André Peste, Enkel des Firmengründers und Geschäftsführer der Sanitätshaus Seeger hilft GmbH & Co. KG.

Kurt Seeger war Zeit seines Lebens Pankower Lokalpatriot und er fühlte sich immer seinen Kunden gegenüber verpflichtet. Mit Gründung der DDR wurden dem privaten Handwerk enge Handlungsgrenzen gesetzt. Überschritt das Sanitätshaus Seeger die festgesetzte Zahl von 300 Rezepten pro Monat, musste das Unternehmen eine Strafabgabe entrichten – getarnt als Sondersteuer. Waren und Materialien wurden durch die Genossenschaft zugeteilt, allerdings weder hinsichtlich Qualität noch Menge in ausreichender Form.

„Mein Opa sprach immer von „seinen Patienten“ und dass er ihnen gegenüber eine Verantwortung habe“, so André Peste. Organisationstalent und Kreativität waren also gefragt, um die Patienten so gut wie möglich zu versorgen. Immer wieder wurde Herrn Seeger unmissverständlich nahe gelegt, sich bei dem staatlichen Betrieb OTB einzugliedern.

Trotz aller Widrigkeiten, mit denen ein privater Unternehmer in der DDR zu kämpfen hatte, blieb Kurt Seeger seiner Linie immer treu. Zusammen mit sieben Mitarbeitern und seinem Schwiegersohn Franz Peste – mehr Angestellte durfte ein Privatunternehmen in der DDR nicht beschäftigen – etablierte Kurt Seeger den Ruf des Sanitätshauses Seeger in Ostberlin.

Nachwendezeit bis heute

Am 9. November 1989 fällt die Berliner Mauer. Einmal mehr war für das kleine Familienunternehmen nichts mehr so, wie es war. In dieser Zeit des Wandels beschäftigte Kurt Seeger sich damit, seinen Betrieb auf die neue Zeit umzustellen.

Während in Berlin die Menschen auf der Mauer tanzten, war sein Enkel André Peste als Entwicklungshelfer in Hanoi/Vietnam im Einsatz. Auch in der „neuen Zeit“ waren seinen Erfahrungen gefragt. Als Mitarbeiter der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit sollte André Peste in Pakistan als Ausbildungshelfer für Orthopädietechnik zum Einsatz kommen. Die Koffer waren schon gepackt, als Kurt Seeger seinem Enkel bat, für ihn als „Krankenvertretung“ für kurze Zeit einzuspringen. „Ich hatte ein ganz besonders gutes Verhältnis zu meinem Opa. Er hat mir viel beigebracht. Als er mich um Hilfe bat, musste ich nicht zweimal überlegen“, begründet André Peste seine damalige Entscheidung.
Aus geplanten 3 Monaten wird eine Lebensaufgabe:1990 tritt André Peste in die Fußstapfen des Firmengründers. Er erkennt die Chancen, die sich in diesen Zeiten des Umbruchs für sein Unternehmen ergeben. „Anfang der 90er Jahre war viel in Bewegung – besonders im Gesundheitswesen. Es zeichnete sich für mich ab, dass das kleine Sanitätshaus um die Ecke langfristig ein Auslaufmodell werden würde“, erinnert sich André Peste.

Seeger hilft - ein moderner Gesundheits-Diensleister Seeger hilft – ein moderner Gesundheits-Diensleister Foto: Seeger

Mit konsequenter Kundenorientierung, Zertifizierungen des eigenen Unternehmens, einem konsequenten Qualitätsmanagement und seiner Vision von einem modernen Sanitätshaus entwickelte sich Seeger unter seiner Führung zu einem Branchenpionier. D

as Sanitätshaus Seeger wuchs in den kommenden Jahren kontinuierlich. Das Versorgungsnetz mit modern gestalteten „Seeger hilft“ Filialen verdichtete sich in Berlin und Brandenburg von Jahr zu Jahr. Aus der Werkstatt und dem Ladengeschäft für „Krankenpflege-Artikel“ des Orthopädiemechaniker-Meisters Kurt Seeger und seinen drei Mitarbeitern hat sich innerhalb von 20 Jahren ein modernes mittelständisches Unternehmen des Gesundheitswesens entwickelt, das seinen Kunden eine ganzheitliche Betreuung und Versorgung in den Bereichen Sanitätshaus, Orthopädietechnik, Orthopädie-Schuhtechnik, Medizin- und Rehatechnik sowie HomeCare anbietet.

Seeger aktiv und ein Blick in die Zukunft

Die Sanitätshaus Seeger hilft GmbH & Co.KG blickt optimistisch nach vorne. „Wir wollen uns aber keinesfalls auf dem Erreichten ausruhen. Stillstand bedeutet immer einen Rückschritt. Deshalb entwickeln wir uns ständig weiter und haben noch viele Ideen für die Zukunft“, so André Peste. Einen ersten Schritt in diese Richtung wurde gerade mit der Marke „Seeger aktiv“ zurückgelegt. Es handelt sich um ein zukunftsweisendes Konzept, das in ausgewählten Filialen angeboten wir. Seeger aktiv soll eine feste Größe für alle werden, die sich gerne bewegen und auf gesundheitliche Prävention setzen. Gelegenheits-, Freizeit- und ambitionierte Sportler werden in den „Seeger aktiv“ Filialen ausführlich und kompetent beraten.

Mit dem Online-Shop „Seeger24“ ist ein auf Reha- und Medizintechnik spezialisierter Vertriebskanal entstanden. Und mit dem etablierten Unternehmen „Prüfrock“ übernimmt Seeger einen spezialisierten Anbieter für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Als Dach dieser neuen Markenfamilie präsentiert sich Seeger als innovatives, erfahrenes und partnerschaftlich vernetztes Unternehmen, das mit über 30 Filialen Marktführer der Region geworden ist.
Inzwischen hat das Unternehmen eine moderne „Mehr-Marken-Strategie“ und hat sich ein sympathisches Erscheinungsbild mit mehreren modernen Internet-Seiten gegeben.

Das Jahr 2013 steht nicht nur im Zeichen des 75-jährigen Firmengeburtstags – eine hohe Kundenzufriedenheit und Beliebtheit stimmen auf eine weitere positive Unternehmensentwicklung ein.

In der Firmenzentrale in der Christburger Strasse 43 in Prenzlauer Berg wird heute das 75. Jubiläum gefeiert.

Geschäftsführer André Peste fasst die zukunftsgerichtete Firmenphilosophie in seiner heutigen Festrede noch einmal zusammen: „Auch in Zukunft steht bei Seeger der Mensch im Mittelpunkt. Die Sanitätshaus Seeger hilft GmbH & Co.KG bietet den Kunden mehr Lebensqualität durch fachliche Kompetenz, innovative Produkte und persönliche Beratung seit mehr über sieben Jahrzehnten. Und dies wird auch in Zukunft so bleiben. Dafür setzen sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Seeger jeden Tag aufs Neue ein.“

Weitere Informationen:

www.seeger-hilft.de
www.seeger.aktiv.de

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m/s