Sonntag, 20. August 2017
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Altersarmut im System eingebaut

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In Deutschland baut sich eine große Welle der Altersarmut auf. Vor allem Normal- und Geringverdiener und alleinlebende Frauen geraten in schwer entrinnbare Not. Der Grund: die Altersrenten werden von steigenden Mieten regelrecht „aufgefressen“.
Der Gang zum Wohngeldamt und Sozialamt und der regelmässige Besuch von Sozialküchen wird für viele Menschen zum Alltag werden.

Inzwischen schlägt sogar die OECD Alarm, denn eine sich ausbreitende Altersarmut ist auch ein Wohlstandsrisiko für all jene, die von der Kaufkraft der älteren Generation profitieren wollten:

Wirtschaft OECD-Vergleich
Deutschland lässt seine Armen bei der Rente im Stich
Tobias Kaiser | 1.12.2015 | WELTonline

Zitat: „Viele Länder sorgen bei der Rente für Transfers von Wohlhabenden zu sozial Schwachen. Nicht so Deutschland: Hier bleibt arm, wer arm ist. Doch auch der Mittelschicht droht im Alter ein böses Erwachen.“

Binnenwirtschaftlich wird das Problem insbesondere für die Kommunen und die Wohnungswirtschaft in gefragten Ballungsräumen zum Problem, denn die sozialen Folgewirkungen bis hin zum Umzug in kleine Wohnungen müssen sozial abgefedert werden.

Die Altersarmut stellt sich praktisch als volkswirtschaftliche „Abrechnung“ einer langjährigen Steuer- und Wohnungsbaupolitik ein. Während einkommensstarke Steuerzahler Bau- und Anlagekredite und Abschreibungen realisieren konnten – müssen nun die Geringverdiener und Arme bei tendenziell sinkenden Renten mit ihren Mietzinsen Anlegerrenditen absichern. Das kann für beide Seiten nicht gut ausgehen.

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m/s