Montag, 23. Oktober 2017
Home > Bezirksnachrichten > Apfelernte am Köppchensee

Apfelernte am Köppchensee

Köppchensee im Herbst - Foto: NABU, Scharon

Eine reiche Apfelernte hängt in diesem Jahr an den Bäumen! Experten erwarten eine Rekordernte. Am Samstag, dem 27.September 2014 beginnt die Apfelernte in der Obstwiese im Naturschutzgebiet Niedermoorwiesen am Tegeler Fließ in Pankow- Blankenfelde.

Köppchensee im Herbst - Foto: NABU, Scharon
Köppchensee im Herbst – Foto: NABU, Scharon

Der Naturschutzbund (NABU) lädt zur Apfelernte am Köppchensee ein

In diesem Jahr tragen die alten Bäume gut, so dass sich der umfangreiche Einsatz wieder sehr lohnen wird. Die Ernte wird in der Kelterei Breitbarth in Pankow-Buchholz zu Apfelsaft verarbeitet. Um alle Äpfel transportieren zu können, steht ein ganzer Container zum Befüllen bereit. Der Saft aus neuer Ernte wird dann ab Ende des Jahres zugunsten des Erhalts der Streuobstwiese direkt über den NABU Berlin verkauft.

Streuobstwiese in ehrenamtlicher Pflege

Bereits seit 1990 unterstützen die NABU-Bezirksgruppe Pankow und viele weitere ehrenamtliche Helfer die zuständigen Naturschutz- und Forstbehörden mit Arbeitseinsätzen bei der Gebietspflege. Im Winterhalbjahr 2009 wurde in einem Teilbereich eines Apfelreviers ein Baumkataster erstellt, um zu dokumentieren, wie der Zustand der einzelnen Bäume ist. Danach folgte in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde ein Obstbaumschnitt an etwa 100 der alten, mittel- bis hochstämmigen Bäume durch speziell ausgebildete NABU-Mitarbeiter. Totholz und einige von wildem Hopfen überwachsene Baumruinen blieben als wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen erhalten.

Schutz durch sanfte Nutzung
Doch ohne Nachwuchs kann der Lebensraum nicht erhalten werden. Nachdem abgängige Bäume gerodet waren, pflanzten die Naturschützer mit Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt 250 neue Apfelbäumchen als Ersatz nach. Dabei wurde darauf geachtet, dass ausschließlich alte Sorten zum Einsatz kamen. Sie tragen klangvolle Namen wie Berner Rosenapfel, Danziger Kantapfel, Landsberger Renette, Cox Orange (der bis heute bekannteste in dieser Aufzählung), Jacob Lebel, James Grieve, Breuhahn, Geheimrat Oldenburg u.a. Mit der Pflanzung sollen alte und selten gewordene Kulturpflanzen erhalten werden und der Lebensraum Streuobstwiese im Schutzgebiet erhalten werden.

Historisches…
Die ehemaligen Obstplantagen im Gebiet am Köppchensee gehörten früher den Berliner Stadtgütern und stehen seit 1995 unter Naturschutz. Im Rahmen eines Pflege- und Entwicklungsplans zum Erhalt der abwechslungsreichen Kulturlandschaft in der Niederung des Tegeler Fließtals werden nun Teilbereiche der ehemaligen Plantagen zu naturschützerisch wertvollen Streuobstwiesen entwickelt.

Apfelernte am Köppchensee - Foto: NABU, Gehring
Apfelernte am Köppchensee – Foto: NABU, Gehring

… und Nahrhaftes
Wer fleißig hilft, hat sich auch eine Stärkung verdient. Es gibt Schmalzstullen und Apfelsaft und jeder Helfer kann sich eine Flasche Saft von 2013 mitnehmen. Alternativ gibt es auch einen Gutschein für den ersten Saft aus der 2014er Ernte und natürlich Äpfel für den Eigenbedarf. Wer die Helfer mit Verpflegung unterstützen möchte: Apfelkuchen kommt immer gut an!

Apfelkrise in Europa?
Durch den russischen Importstop sind nach Schätzungen des Fruchthandelsverbandes zu viele Äpfel auf dem europäischen Markt. Die polnischen Apfelbauer exportieren nach Westen und nach Deutschland. Der Preis verfällt – und in Deutschland reichen die Erlöse nicht für die Kostendeckung der Löhne der Erntearbeiter. Für ein Kilogramm Äpfel bekamen Obstbauern vor einem Jahr noch etwa 40 Cent – aktuell sind es nur noch 20 Cent.

Doch der Apfel ist in Deutschland sehr beliebt: Äpfel wachsen auf 44 Prozent der Obstanbaufläche – insgesamt 31.738 Hektar. Und jeder Bundesbürger isst im Jahr durchschnittlich fast 70 Kilogramm Obst – mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch steht mit rund 26 Kilogramm der Apfel an erster Stelle. Auf Platz zwei folgt die Banane (elf Kilogramm). Die heimische Apfelerzeugung in Deutschland deckt im mehrjährigen Durchschnitt jedoch lediglich ein knappes Drittel des Verbrauchs. So sind regionale Äpfel und auch Fruchtsaft aus Blankenfelde bzw. Buchholz durchaus ein gefragtes regionales Produkt.

Zur Apfelernte an den Köppchensee
Samstag, 27. September 2014 ab 9.00 Uhr

Treffpunkt ist das Apfelrevier im Naturschutzgebiet am Schildower Weg (der Weg ist ausgeschildert).
Mit dem Bus 107 Richtung Schildow, Haltestelle Lübarser Weg und 15 Min. Fußweg Richtung Lübars
oder Bus 222 bis Alt Lübars und 15 Min. Fußweg Richtung Blankenfelde
Kontakt: Katrin Koch, NABU Berlin, Bezirksgruppe Pankow, kkoch@nabu-berlin.de

Save this post as PDF

m/s