Dienstag, 17. Oktober 2017
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AusbildungsOffensive-Bayern

Leuchtturmprojekte aus Bayern

Die Metropole Berlin ist in vielen Bereichen nur Mittelmaß, oder liegt weit unter dem Durchschnitt aller Bundesländer. Wie lässt sich das ändern? – Die neue Reihe „Leuchtturm-Projekte“ tourt durch die Bundesländer, und sucht vorbildliche und beispielhafte Projekte heraus, und stellt sie vor!

Die erste Reise führt in das Bundesland Bayern, das von einer starken mittelständischen Wirtschaft, vielen Alleinunternehmern und Familienbetrieben – aber auch großen DAX-Unternehmen geprägt ist. Im überwiegend katholisch geprägten Bundesland gibt es mehr Feiertage als in anderen Bundesländern, ein „weicher Faktor“, der für eine Kultur der Effizienz sorgt: in der zur Verfügung stehenden Jahresarbeitszeit muß mehr geschafft werden.

Vor allem die bayrischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber suchen zu Beginn des kommenden Ausbildungsjahres noch viele neue Auszubildende.
Eine Besonderheit in Bayern: die tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Arbeitgeber haben sich in zwei unterschiedlichen Verbänden organisiert, die jedoch in der AusbildungsOffensive Bayern zusammenarbeiten:

bayme ist der Verband ohne Tarifbindung
Die zentrale Aufgabe des bayme – Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V. ist die Vertretung der gemeinsamen gesamtwirtschaftlichen, sozialen und politischen Interessen aller Mitgliedsbetriebe, die ihren Firmensitz oder eine Niederlassung in Bayern unterhalten.

vbm ist der Verband mit Tarifbindung
Die zentrale Aufgabe des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. ist die Gestaltung und Verhandlung von Tarifverträgen mit den Gewerkschaften für zukunftsfähige und betriebswirtschaftlich sinnvolle Arbeitsbedingungen.

Alle Mitgliedsbetriebe des vbm sind automatisch auch Mitglied im bayme und können alle dort angebotenen Services nutzen. Das gemeinsame Internetportal ist eines der besten bundesweiten Branchenportale: www.baymevbm.de.

Die besondere Struktur der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände in Bayern ist auf die Wirtschaftsstruktur zurückzuführen: es gibt viele kleine Unternehmen, die jedoch mit großen Unternehmen in Clustern zusammenarbeiten. Vorbildlich ist auch die Verbandsarbeit für die Mitgliedsbetriebe. Eine eigene Service-Center für Arbeitswissenschaft / Demografie-Festigkeit ist mit einem Arbeitswissenschaftler besetzt und managt das Modellprojekt demografie me

Leuchtturmprojekt: AusbildungsOffensive-Bayern.de

Besonders vorbildlich ist das Internetangebot des bayme vbm für die AusbildungsOffensive-bayern.de. Es spricht die Zielgruppen Schüler, Eltern, Lehrer und Unternehmen unterschiedlich an. Mit dem Berufsorientierungs-Test CheckMe wird ein guter Weg beschritten, der Jugendlichen viele neue Zukunftsoptionen und die Selbsterkenntnis eigener Möglichkeiten aufzeigt.

Insgesamt stehen 13 Fachrichtungen und rund 60 Ausbildungsberufe zur Auswahl.

Die Suche nach Ausbildungsplätzen ist komfortabel organisiert. In keinem anderen Bundesland gibt es eine derartige Berufsvielfalt und derart viele offene Ausbildungsstellen. Manche Branchenbereiche sind auch nur in Bayern zu finden, wie etwa Ausbildungsangebote in der Luft- und Raumfahrttechnik.
Insgesamt stehen nsgesamt sind das2.600 Unternehmen in ganz Bayern hinter der AusbildungsOffensive-Bayern. Auch zur Ausbildungsvergütung wird informiert. In 10 ausgewählten Berufen wird eine Gegenüberstellung „Ostdeutschland | Westdeutschland“ gezeigt, die leicht höhere Vergütungen aufzeigt. Doch Vorsicht: die Lebenshaltungskosten in Bayern sind zum Teil höher als in Berlin. Zudem sind in der Region größere Pendlerentfernungen zu überbrücken.

Erfolgsweg Duales Studium

In Bayern hat man in vielen hochqualifizierten Berufsfeldern das Duale Studium eingeführt. Ein duales Studium verbindet Praxisphasen in einem Unternehmen mit einem wissenschaftlichen Hochschulstudium. Dies ist eine gute Alternative, um in der Elektrotechnik, Mechatronik, Energie- und Anlagentechnik und etwa der Luft- und Raumfahrttechnik eine berufliche Karriere vorzubereiten.
Die Anforderungen sind jedoch hoch, neben guten Noten wird auch die Belastbarkeit eingeschätzt, um in diesen hoch begehrten Berufsausbildungen einen Platz zu bekommen.

Ausbildungsoffensive Bayern
Ausbildungsoffensive Bayern – Screenshot-Ausschnitt

Bewerbungstipps

Die Bewerbungstipps sind präzise, wer sich in Bayern bewerben möchte, sollte sich gut vorbereiten. In großen Unternehmen sind auch Assessment-Center zur Bewerberauswahl vorgesehen. Eher persönlich dürfte es bei kleinen mittelständischen Unternehmen zugehen, bei denen auch die „persönliche Chemie“ zählt. Die Praxistipps zur Bwerbung und die Online-Tools sind ebenfalls vorbildlich, und können eine gute Hilfestellung für jede Bewerbung sein.

Unterrichtsmaterialien für Lehrer – Hilfen für Eltern

Für Lehrer werden besondere Informationen zur Berufswahl und Unterrichtsmaterialien und ein Infoservice per Mail angeboten. Auch für Eltern werden viele praktische Tips geboten, wie sie ihre Kinder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen können.

Leuchtturmprojekt-Award – das Urteil der Redaktion

Die Ausbildungsoffensive Bayern ist eine vorbildliche Arbeitgeber-Initiative mit einem hervorragenden, präzisen und hochwertigen Internetangebot. Man spürt die praxisorientierte Handschrift der Unternehmer und Personalmanager, die hier mit klaren Anforderungen um Auszubildende und Fachkräftenachwuchs werben.

Die Zielgruppenorientierung ermöglicht zugleich eine vorbildliche „Usability“ des Internetportals. Eltern und Lehrer werden als wichtige Multiplikatoren bei der Begleitung der Jugendlichen auf dem Weg zur Berufswahl unterstützt. Damit wird auch eine „Bewerbungskultur“ gefördert, die den Schritt ins Berufsleben erleichtert.

Fazit: Die AusbildungsOffensive Bayern ist ein Leuchtturmprojekt, von dem sich andere Verbände und Bundesländer einiges abschauen und übernehmen können! Es fängt mit der Ansprache der Zielgruppen an: „Herzlich Willkommen …“.

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