Sonntag, 20. August 2017
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Ausstellung: Gemeinde baut

Heiligenstaedter Strasse 82-92, Foto: © Aedes am Pfefferberg

Der soziale Wohnungsbau rückt in Berlin wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Zu diesem Zeitpunkt kommt daher eine Ausstellung zum Thema Wohnbau in der österreichischen Metropole Wien zur rechten Zeit, um Stadtentwicklungspolitik, Architekten und Planer und landeseigene Wohnungsbauunternehmen neu zu inspirieren.

Heiligenstaedter Strasse 82-92, Foto: © Aedes am Pfefferberg
Heiligenstaedter Strasse 82-92, Foto: © Aedes am Pfefferberg

Wiener Wohnungsbau weltweit vorbildlich

Wien verfügt auf dem Gebiet der sozialen Wohnungs- und Stadterneuerungspolitik über eine lange und erfolgreiche Tradition. Wurden anfangs, unter wirtschaftlich und politisch äußerst schwierigen Rahmenbedingungen, vor allem kommunale Mietwohnungen für Haushalte mit niedrigem Einkommen errichtet, so stellen sich heute – mit zunehmender gesellschaftlicher Vielfalt – auch andere Herausforderungen, für die Wohnbaupolitik.

Die Stärken des geförderten Wiener Wohnbaus sind gegenüber freifinanziertem Wohnbau, oder Systemen mit Schwerpunkt „Subjektförderung“ sind ausgewiesen:

– deutlicher Einfluss auf das Mietpreisniveau insgesamt
– weitgehend Vermeidung von Wohnungslosigkeit
– hohe soziale Durchmischung
– starker öffentlicher Einfluss auf planerische Qualitäten und Innovationen
– wichtiger Beitrag zum Klimaschutz
– Stärkung der Wiener Wirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen
– Beitrag zur weltweit höchsten Lebensqualität (lt. Mercer-Studie 2008 und 2009).

Wie internationale Studien belegen, stellt die Wiener Wohnbauförderung vom Umfang als auch von der Qualität her ein weltweit einzigartiges System dar. Doch auch in Wien muß man sich neuen Herausforderungen stellen:

– Demographie: Alterung der Gesellschaft;
– Grenzen der Leistbarkeit von sozialen Systemen;
– hoher Anteil älterer BewohnerInnen vor allem in den Großsiedlungen der 60er- und 70er-Jahre;
– Einbeziehung von Services und Pflegeleistungen in eine sozial orientierte Wohnraumversorgung,
– Notwendigkeit der Kooperation mit anderen Geschäftsgruppen der Stadt, um mit Bauträgern und anderen Akteuren neue Modelle zu
entwickeln und umzusetzen,
– Bevölkerungswachstum: Sicherung einer ausreichenden, d.h.verstärkten Neubauleistung,
– Erhalten der Leistbarkeit des Wohnraums, Sicherung der sozialen und funktionalen Durchmischung
– Ökologie: Beitrag des Wohnbaus und der Wohnhaussanierung zum Klimaschutz
– Stadterneuerung: weiterhin sozial verträgliche, sanfte Stadterneuerung, Schwerpunktsetzung auf bestimmte Gebiete,
– kostengünstiges Sanieren ohne Qualitätsverlust,
– Verstärkung der Gebietsbetreuungen z.B. durch interkulturelle MediatorInnen.

Die kommende Ausstellung wird helfen, den Blick in unser Nachbarland zu lenken, und die bisherige Baupraxis in Berlin kritisch zu prüfen, zu hinterfragen. Architekten und Wohnungswirtschaftler seien gewarnt: neue Inspirationen sind nicht ausgeschlossen!

Gemeinde baut – Ausstellung zum Wiener Wohnbau von 1920 bis 2020
in der Galerie Aedes am Pfefferberg, Berlin-Prenzlauer Berg

– Ausstellungsdauer: 17. Mai – 5. Juli 2014 –

Die multimedialen Wanderausstellung beleuchtet die Geschichte des Gemeindebaus und dessen Bedeutung für die Wienerinnen und Wiener sowie für die Gesellschaft – von den Anfängen des „Roten Wien“ in den 1920er Jahren bis in die Gegenwart und Zukunft.
Für die kommunale Wohnungspolitik in Wien war und ist die Versorgung der Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Wohnungen eine zentrale Aufgabe. Die Ausstellung erläutert die Entwicklung der sozialen Wohnbaupolitik im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Veränderung und dem technischem Fortschritt beim Bau, Stadtplanung und Architektur. Im Mittelpunkt der Schau stehen die Menschen und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse, die sie im Wandel der Zeit an ihren Wohnraum stellten und stellen.

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Viehtriftgasse 9-14, Foto: © Aedes am Pfefferberg
Viehtriftgasse 9-14, Foto: © Aedes am Pfefferberg
Zanaschkagasse 14, Foto: © Aedes am Pfefferberg
Zanaschkagasse 14, Foto: © Aedes am Pfefferberg
Doderergasse 2-4, Foto: © Aedes am Pfefferberg
Doderergasse 2-4, Foto: © Aedes am Pfefferberg

Vernissage: Freitag, 16. Mai 2014, 19 Uhr – Öffnungszeiten: Di bis Fr 11 bis 18.30 Uhr und Sa, So 13 bis 17 Uhr

Zur Eröffnung sprechen:
Dr. h.c. Kristin Feireiss, Aedes Berlin, Dr. Michael Ludwig, Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, Wien und Ing. Josef Neumayer, Direktor von Wiener Wohnen

Website: www.aedes-arc.de

Aedes am Pfefferberg, Studio – Christinenstrasse 18/19, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg

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m/s