Donnerstag, 24. August 2017
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1914–1918.
Der Erste Weltkrieg

Ausstellung im DHM:
1914–1918.
Der Erste Weltkrieg

Fritz Grotemeyer: Gefecht bei Tanga

In diesem Jahr jährt sich zum hundertsten Mal der Jahrestag des Kriegsbeginns des 1. Weltkriegs. Zum Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs präsentiert das Deutsche Historische Museum die deutschlandweit einzige Überblicksausstellung zum Kriegsgeschehen, die die europäische und globale Dimension des „Großen Kriegs“ verdeutlicht.

Fritz Grotemeyer: Gefecht bei Tanga
Fritz Grotemeyer: Gefecht bei Tanga
Öl auf Leinwand, Deutschland 1918
© Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt – Foto: Christian Stoye

Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Eskalation der Gewalt, die sich aus einer allgemeinen politischen Lage im Jahr 2014 und einem Einzelattentat in Sarajewo am 28. Juli 1914 entwickelte.Mit Exponaten aus Deutschland und einer Vielzahl internationaler
Leihgaben entwirft die Ausstellung auf mehr als 1.000 Quadratmetern ein facettenreiches Bild der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts sowie ihrer Voraussetzungen und Folgen.

Der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum, Prof. Dr. Alexander Koch, betonte: „Diese Ausstellung hat für unser Haus im Gedenkjahr 2014 insofern ein besonderes Gewicht, als sie die weitreichenden Folgen und Wechselwirkungen dieser bis dahin weltweit nicht bekannten Gewalterfahrung für das gesamte weitere 20. Jahrhundert aufzeigt und immer wieder mit Bezügen zum Hier und Jetzt aufwartet.
Die einzigartige Schau lässt dabei in bewährter Weise unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte zu und wirbt zugleich aus heutiger Erkenntnis heraus für ein gemeinsames Erinnern eingedenk unterschiedlicher Erfahrungen.“

Der erste Weltkrieg 1914-1918

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und forderte insgesamt rund 17 Millionen Menschenleben.

Wesentliche Kriegsbeteiligte waren Deutschland, Österreich-Ungarn, das Osmanische Reich und Bulgarien einerseits – sowie Frankreich, Großbritannien und das Britische Weltreich, Russland, Serbien, Belgien, Italien, Rumänien, Japan und die USA andererseits. 40 Staaten beteiligten sich am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte, insgesamt standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen.
Der Krieg endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918, der einen Sieg der aus der Triple-Entente hervorgegangenen Kriegskoalition bedeutete.

Ausstellungskonzept

Anhand von 14 Orten werden der Verlauf und die Folgen des Krieges anschaulich, der wie kein anderes Ereignis die Geschichte des 20. Jahrhunderts prägte. Exemplarisch stehen etwa Petrograd, Ypern, Verdun, Brüssel, Gorlice / Tarnow oder Berlin für unterschiedliche Dimensionen des Krieges: Für die Modernisierung der Kriegstechnik mit ihren physischen und psychischen Folgen, für die weltumspannende Kriegswirtschaft und die globalen Kriegsschauplätze oder für das Leben an der „Heimatfront“. Mit Exponaten aus Deutschland und einer Vielzahl internationaler Leihgaben entwirft die Ausstellung auf mehr als 1.000 qm ein umfassendes Bild der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband, der anhand von 100 Objekten aus den Sammlungen des Deutschen Historischen Museums die Geschichte des Ersten Weltkriegs erzählt. Ein Begleitprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen, prominent besetzten Podiumsdiskussionen und Lesungen ergänzt die Ausstellung. In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt das Zeughauskino eine Filmreihe und eine Medienwerkstatt für Jugendliche. Ein Multimediaguide bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich individuelle Zugänge zur Ausstellung zu erschließen, spezielle Führungen und Begleitmaterialien erleichtern Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Thema.

Schweres Maschinengewehr mit Lafette - Deutschland 1914
Schweres Maschinengewehr mit Lafette
Deutschland 1914
© Stiftung Deutsches Historisches Museum,
Foto: Sebastian Ahlers

Stationen und Schlüsselsituationen des Krieges

Alle Orte stehen für wichtige Stationen und Situationen des Krieges. Sie verweisen auf bedeutende übergreifende Entwicklungen:

– die Modernisierung der Kriegstechnik mit ihren physischen und psychischen Folgen für die Menschen,
– die weltumspannende Kriegswirtschaft,
– die globale Ausweitung der Kämpfe sowie die Totalisierung des Krieges an der „Heimatfront“.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Eskalation der Gewalt. Die Gewalterfahrung veränderte nicht nur die nachfolgenden Kriege, sondern auch das politische Denken und Handeln im 20. Jahrhundert. Objekte und Medienstationen machen die Gewalteskalation in unterschiedlichen Dimensionen sichtbar.

Verdun
Am Beispiel Verduns werden die Abnutzungsschlachten thematisiert, in denen auf engstem Raum eine ungeheure Menge an Menschen und Material verschlissen wurden. Das belgische Ypern war Schauplatz des ersten Giftgaseinsatzes. Am Beispiel dieses konkreten Ortes werden die Entwicklung von Giftgasen und Giftgranaten beleuchtet sowie die physischen und psychischen Auswirkungen auf die
Soldaten und die Zivilbevölkerung geschildert. Die Gewalt beschränkte sich aber nicht nur auf Schlachten und nicht nur auf die feindliche Zivilbevölkerung.

Galizien
Das Beispiel des österreichisch‐ungarischen Galizien zeigt, dass im Krieg einzelne Bevölkerungsgruppen von ihrem eigenen Staat aufgrund ihrer Sprache oder Religion als „innere Feinde“ ausgemacht, deportiert und in Lagern interniert wurden.

Deutsch-Ostafrika
Die globalen Ausmaße des Krieges werden an verschiedenen Orten in der Ausstellung deutlich: Die Frage, wie sich die weltweiten Handelsströme entlang politischer Bündnisse und neuer Anforderungen der Kriegswirtschaft veränderten, wird in einer Medienstation beantwortet. Die verheerenden Folgen des europäischen Krieges auf afrikanischem Boden zeigt das Beispiel Deutsch‐Ostafrikas. Dass die Einheimischen die Last des europäischen Kriegs auf afrikanischen Boden tragen mussten, schilderte der deutsche Gouverneur Heinrich Schnee eindrucksvoll in seinem Tagebuch.

Gallipoli
Die Halbinsel Gallipoli steht in der Ausstellung für den Kampf des Vereinigten Britischen Königreichs gegen das Osmanische Reich, in dem auch Soldaten aus den britischen Dominions, etwa Australien und Neuseeland, teilnehmen mussten.

Ostfront
Die Ausstellung präsentiert verschiedene Schicksale von Einzelpersonen sowie deren Sichtweisen auf den Ersten Weltkrieg. Der Reserveoffizier, Postbeamte und expressionistische Schriftsteller August Stramm schilderte in den Briefen an seine Ehefrau die Schrecken der Ostfront.

Kriegsgefangene englische Soldaten 1917/1918
Kriegsgefangene englische Soldaten an der
Westfront, 1917/1918
© Stiftung Deutsches Historisches Museum

Westfront
Die Erlebnisse an der Westfront und seinen Aufstieg vom begeisterten Kriegsfreiwilligen zum hoch dekorierten Stoßtruppführer
beschrieb Ernst Jünger in seinen Kriegstagebüchern. Zwei dieser Hefte, Grundlage für Jüngers bis heute populäre Darstellungen des Ersten Weltkriegs, werden ebenso gezeigt wie ein von ihm erbeuteter britischer Stahlhelm.

Heimatfront Berlin
Der Krieg betraf jedoch nicht nur die Soldaten, sondern auch die Zivilbevölkerung. Tagebucheinträge der Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz beschreiben die „Heimatfront“ in der deutschen Hauptstadt Berlin, wo der Alltag angesichts der Mobilisierung für die Kriegswirtschaft bei zunehmend schlechterer Versorgungslage von Apathie und Kriegsmüdigkeit bestimmt wurde. Fotos und Briefe erinnern außerdem an das Schicksal belgischer Zivilisten, die von Deutschen aus den besetzten Gebieten zur Zwangsarbeit. verschleppt wurden.

Zeitgeschichte
1914–1918. Der Erste Weltkrieg
Ausstellung im Deutschen Historischen Museum
29. Mai bis 30. November 2014 – Geöffnet: täglich 10-18 Uhr

Deutsches Historisches Museum – Unter den Linden 2, 10117 Berlin-Mitte – www.dhm.de

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m/s