Freitag, 15. Dezember 2017
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Baufachfrauen inspirieren die Arbeitsmarktpolitik

Politik besucht Baufachfrau e.V. am 15.7.2013

Bezirksverordnetenvorsteherin Sabine Röhrbein (SPD) besuchte am Montag, dem 15. Juli 2013, gemeinsam mit der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen Dilek Kolat (SPD) den Verein BAUFACHFRAU Berlin e.V. . Der gemeinnützige Qualifizierungs- und Bildungsträger für Frauen in Bau- und Ausbauberufen wird vom Land Berlin gefördert und engagiert sich vielfältiger Weise auch im Bezirk Pankow.

Politik besucht Baufachfrau e.V. am 15.7.2013
Politik besucht Baufachfrau e.V. am 15.7.2013 - Auszubildende, Ausbilderin, Dilek Kolat, Sabine Röhrbein Klaus Mindrup

Bei einem Rundgang durch die Werkstätten wurden sie begleitet von Rona Tietje (SPD) und Klaus Mindrup (SPD).

Besuch beim Baufachfrau e.V. am 15.7.2013
Besuch beim Baufachfrau e.V. am 15.7.2013 Susanne Woernle, Dilek Kolat, Rona Tietje, Sabine Röhrbein

Anerkannter Ausbildungsträger

BAUFACHFRAU Berlin e.V. ist ein anerkannter Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Bildungsträger für Frauen in Bau- und Ausbauberufen, der Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte auf lokaler, regionaler sowie europäischer Ebene entwickelt und umsetzt.
Der Verein entstand 1988 aus der Idee einer Vernetzung von Planerinnen, Handwerkerinnen und Umweltingenieurinnen mit dem Ziel, die Chancen von Frauen in handwerklichen, technischen und gestalterischen Berufsfeldern zu verbessern. Derzeit beschäftigt der Verein 11 Mitarbeiterinnen und 7 Auszubildende. 18 Menschen nehmen an Arbeitsfördermaßnahmen teil.

Qualifizierung und Kooperation im Handwerk für Frauen

BAUFACHFRAU Berlin e.V. qualifiziert Frauen in Bau- und Ausbauberufen und bildet Tischlerinnen aus. Handwerkerinnen und Architektinnen konzipieren und bearbeiten gemeinsam ökologische, umweltpädagogische und interkulturelle Bau- und Gestaltungsprojekte. Leitmotiv in allen Projekten ist die Partizipation und die Förderung von ressourcenschonendem und nachhaltigem Bauen. Viele Projekte wurden auf lokaler und nationaler Ebene ausgezeichnet: insgesamt 14 Auszeichnungen in den letzten 10 Jahren.

Die BAUFACHFRAUEN engagieren sich für eine Kultur der Kooperation im Handwerk. Der Verein handelt im Verbund mit anderen Handwerksbetrieben und schafft damit als überbetrieblicher Bildungsträger Übergänge in das reguläre Beschäftigungssystem.

Arbeiten im Verbund mit Betrieben

Der BAUFACHFRAU e.V. ist ein besonders innovativer Träger, der die Verbundausbildung mit einem ganzen Firmennetzwerk praktiziert.
BAUFACHFRAU war Motor in der Region für die Einführung und Entwicklung der CNC-Technik im Möbelbau und stellt ihre hochwertige Infrastruktur anderen Kleinbetrieben zur Verfügung. Die eigene CNC-Maschine kann Werkstücke bis zu 3 Metern Länge und 1,20 Metern Breite bearbeiten – und deckt damit viele Möglichkeiten im Möbelbau ab. Viele Betriebe nutzen diese Technik für Kooperation und Produktion. Im Jahr 2012 haben 38 Betriebe davon Gebrauch gemacht.

Kreative Kompetenz- und Netzwerkbildung

BAUFACHFRAU Berlin e.V. arbeitet seit Jahren in verschiedenen lokalen, nationalen und europäischen Arbeitsgruppen und (Frauen-)Netzwerken, insbesondere im Bereich der Ausbildungsförderung/ Beschäftigungsförderung und der nachhaltigen Bildung.

Ausbildungschwerpunkte sind
• Ausbildung zur Tischlerin mit Einsatz von CNC-Technik
• Wieder- und Weiterverwendung von Resthölzern
• Ökologisches und ressourcenschonendes Bauen mit Schwerpunkt Lehmbau
• Gestaltung von Stadträumen und Interkulturellen Gärten

Im Vorstand des Trägers arbeiten eine Verfahrenstechnikerin, eine Architektin, eine Künstlerin und eine Kauffrau. Das Projekteam beschäftigt vier Projektleiterinnen. In der eigenen Ideentischlerei arbeiten eine Holztechnikerin und eine Tischlermeisterin.
Damit bietet der Träger eine umfassende Kompetenz – und hat seit seinem Bestehen über 200 Projekte ausgeführt.

KLaus Mindrup, SPD-Bundestagskandidat für Pankow, zählt zu den Förderern des Projekts im Bezirk Pankow: “ … das wegen seiner Verbund- und Netzwerkskompetenz im Sektor Holzberufe und Tischlerhandwerk ein Vorbild in der Trägerlandschaft ist.“

Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) war sehr angetan von dem Rundgang und den gezeigten Projektbeispielen. Die BAUFACHFRAUEN haben mit ihrer Weiterentwicklung des dualen Aubildungssystems im Tischlerhandwerk zu einer Verbundausbildung ein sehr inspirierendes Zeichen für die Berliner Arbeitsmarktpolitik und das mittelständische Handwerk gesetzt.

Multifunktionswürfe Loretta Rest
Holz im Kreativkreislauf: Multifunktionswürfe Loretta Rest - Baufachfrau e.V.

Kreative Projekte und Netzwerke

Freilauftbibliothek
Die kostenlose Freiluftbibliothek aus einem „Altbaum“ ist mittlerweile in jedem Berlinführer zu finden und sorgt für einen regen Büchertausch. Als Interdisziplinäres Projekt mit Auszubildenden aus Forsten, Zimmerei, Tischlerei, Buchdruck, Buchhandel und Medien im Rahmen der ‚Modellregion Berliner Wald und Holz’ wurde es vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet. Das Projekt ‚Bücherwald’ ist ein Beitrag zur nachhaltigen Berufsbildung und thematisiert die Wertschöpfungskette Wald-Holz-Buch.
Es wurde mit mehreren Auszeichnungen bedacht: UN-Dekade 2008/ 2009 ‚Bildung für Nachhaltige Entwicklung’ und ‚Auslese 2009’ – Leseförderpreis der Stiftung Lesen in der Kategorie ‚Herausragende Initiative‘.

Möbelpass
Mit dem Möbelpass ist ein Leitfaden mit einem Umfang von 80 Seiten geschaffen worden, der Auszubildende für nachhaltige Themen sensibilisiert und in die Lage versetzt, die Nachhaltigkeit eines Produktes zu erfassen und auch eine Bewertung vorzunehmen. Der Leitfaden zur Bewertung von Möbelstücken im Sinne der Nachhaltigkeit berücksichtigt, neben den gängigen Qualitätskriterien und ökonomischen Gesichtspunkten weitere Aspekte wie Materialauswahl, CO²- Bilanz, Energieverbrauch, Schadstoffemissionen und Recyclingfähigkeit etc.
Auch dieses Projekt erhielt mehrere Auszeichnungen: Hermann-Schmidt-Preis 2010 (1. Preis), Pankower Umweltpreis 2010 und UN-Dekade 2010/ 2011 ‚Bildung für Nachhaltige Entwicklung’.

Hikk – holz im kreativkreislauf
Nach eigenen Recherchen produzieren die mehr als 700 Tischlereibetriebe in Berlin ca. 2500 Kubikmeter Restholz pro Monat. Wertvolle Ressourcen, die besseres verdient haben, als nur energetisch genutzt zu werden. Eine Herausforderung, die sich das Projekt hikk zur Aufgabe gemacht hat.
Besonders innovativ: die Initiative funktioniert mit einem eigenen sozialen Netzwerk – das mittlerweile zu einer Ideencommunity gewachsen ist.

Ziel ist es, die kreativen Energien Berlins zu nutzen und ein einzigartiges Geschäftsmodell zur nachhaltigen Weiterverwendung von Resthölzern zu entwickeln:

Aus Resthölzern werden neue Gebrauchsobjekte – vom Tablett über Multifunktionsboxen und Ordner bis zum Regalsystem.

Holz im Kreativkreislauf:  OSB BOX Loretta Rest
Holz im Kreativkreislauf: OSB BOX Loretta Rest - Baufachfrau e.V.

Weitere Informationen:

Verein zur Förderung von Frauen in Bau- und Ausbauberufen e.V.
Lehderstraße 108
13086 Berlin-Weißensee

www.baufachfrau-berlin.de
www.holzart-berlin.de
www.hikk.mixxt.de

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m/s