Donnerstag, 23. Februar 2017
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Benchmarking „Pankower Vereine“

Smarte Vereine

Wie smart sind die Pankower Vereine? – Wie zukunftsicher sind Vereine aufgestellt? Können Sportvereine sich noch besser durch Sponsoring ausstatten und entwickeln? – Wo liegen Potentiale und Chancen brach?

Die Pankower Allgemeine Zeitung startet ein Recherche- und Empowerment-Projekt, das die Performance und Leistungsfähigkeit von Pankower Vereinen misst und bewertet. Dabei wird nach einem Corporate Governance und Corporate Compliance Modell vorgegangen, das gute Vereinsführung und rechtskonformes Verhalten und Wirksamkeit der Vereinsarbeit anhand der erklärten Satzungsziele bewertet.

Hintergrund ist das starke Einwohner-Wachstum im Bezirk und die bisher unzureichene Integration von Neubürgern in bestehende Vereine. Das schnelle Einwohnerwachstum, Zuwanderung und Verjüngung stellen viele Vereine vor Probleme. Viele Vereine sind gemessen an der Gesamtzahl der Einwohner und der tatsächlichen Größe Pankows viel zu klein. Vereine verfügen z.T. über zu wenige Aktivisten und sind z.T. auch im jeweiligen Aufgabenfeld „gewohnheitsrechtlich“ politisch überrepräsentiert. Dazu kommt teilweise eine Überalterung und eine fehlende Zukunftsfähigkeit.

Im Interesse der Gleichbehandlung aller Bürgerinnnen und Bürger sollen Vereinsförderungen künftig mehr Menschen, Interessenten, Besucher und Kulturbesucher erreichen.

Vereine sind wichtig – Vereine brauchen Zukunft!

Gemeinsame Zusammenschlüsse von Bürgerinnen und Bürgern in Vereinen können in der Kommune viele freiwillige Aufgaben und Interessen übernehmen. Doch manche Aufgaben wachsen Vereinen über den Kopf, Räume werden nicht ausreichend genutzt. Fördermittel, räumliche Möglichkeiten und Spendenpotentiale werden nicht ausgeschöpft, obwohl damit Gemeinwesenarbeit finanzierbar wäre.
Vor allem müssen Vereine Einnahmen und Gewinn erzielen, damit möglichst viele Mittel in steuerbegünstigte Vereins-Zwecke gelenkt werden können. Die Wohlfahrtseffekte von wirtschaftlich geführten Vereinen können erheblich zum Gemeinwesen beitragen.

Große Bedeutung haben Vereine bei der Integration, der Organisation von Teilhabe und beim Ausgleich von Armut und Benachteiligungen. Vereine und Bürgervereine benötigen daher eine Politik und Förderpolitik der „Stärkung“ und „Verstetigung“ und können im Generationenwandel wichtige Integrationsaufgaben übernehmen. Auch können Nebentätigkeiten, Altersteilzeit-Arbeit und sinnvoll organisiert werden, um älteren Menschen bis ins hohe Alter zu sinnerfüllenden Tätigkeiten zu verhelfen.

Die Integration von Jung und Alt, die Integration von Familien und Kiezleben und die interkulturelle Integration können durch weltoffene und leistungsfähige Vereine enorm gestärkt werden.

Kommunalpolitische Zielsetzung: Stärkung des Gemeinwesens

Ziel des Projektes ist es, kreative Unruhe zu verbreiten, und eine Aufbruchstimmung vorzubereiten. Schwächen von Vereinen sollen frühzeitig erkannt werden. Ihre „Überlebensfähigkeit“ soll verbessert werden.. Sozialpolitisch soll so auch eine künftige Steuerung „freiwilliger kommunaler Aufgaben“ verbessert werden. Wirtschaftpolitisch gesehen können Vereine auch kleine Unternehmen sein, die sinnvolle Gemeinwesenarbeit, soziale Zwecke und Kulturarbeit als „Social Business“ organisieren.

Leistungsfähige Vereine sollen künftig besser als bisher eine tragende Rolle bei der Bereitstellung von Angeboten zur „sozialen und kulturellen Teilhabe“ spielen und ausgleichende Leistungen und Arbeitsmöglichkeiten für Senioren, Alleinerziehende und sozial Benachteiligte bereit stellen. Auch sollen Maßnahmen gegen eine Ausbreitung von Altersarmut entwickelt werden, und entsprechende Satzungsempfehlungen und Förder-Vorschläge erarbeitet werden.

Hintergrund des Projektes:

Arbeitshypothese: gemessen an eigenen Satzungsansprüchen und -zielen und gemessen an aktuellen tatsächlichen Mitgliederzahlen und Aktiven sind viele Vereine praktisch nicht ausreichend leistungsfähig. Personelle und organisatorische Engpässe müssen analysiert werden, um zukünftige Förderfähigkeit abzusichern, und um künftige staatliche Zuwendungen zielgenau und sinnvoll verwerten zu können. Organisatorische und personelle Engpässe sollen identifiziert werden, und Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet werden.

Ziel der Recherche ist die Identifikation zukunftsfähiger Vereine und die Hilfestellung bei der Aktivierung bestehender
Strukturen und ggf. die Verbesserung der Mitgliederwerbung. Vor allem sollen Vereine an die modernen Herausforderungen der Digitalisierung herangeführt werden, die zur Verbesserung der finanziellen Basis und für organisatorische Verbesserungen nutzbar ist.

Die Vereinslandschaft in Pankow wird so im Hinblick auf Zukunftsfähigkeit und Förderfähigkeit untersucht. Ferner wird geprüft, ob die rechtlichen Anforderungen an Transparenz und Gemeinnützigkeit eingehalten werden, ob z.B. Satzungen öffentlich sind, und ein allgemeiner Mitgliederzugang vorhanden ist. Übrigens: auch politische Parteien und ihre Gemeinnützigkeit werden auf den Prüfstand gestellt – von AfD bis SPD.

Fussballfeld
Fussballfeld: Sportsponsoring braucht einen Sportentwicklungsplan und finanzielle Planung – Foto: pixabay CC0

Durchführung der Studie „Benchmarking Pankower Vereine“

Die Studie wird zunächst per Internet- und Presse-Recherche sowie Register-Akteneinsicht durchgeführt. Zuerst wird die öffentliche Sicht auf den Verein hergestellt und beurteilt. Dieser erste Schritt wird hiermit auch öffentlich angekündigt.

Im zweiten Schritt werden die ausgewählten Vereine und ihre Vorstände angeschrieben, und um Auskunft und Hilfestellung gebeten.

Parallel dazu können sich auch Vereine selbst bewerben, und Benchmark-Checkliste und Fragebogen abarbeiten. Der Fragebogen kann bei der Redaktion abgefordert werden.

Das Benchmarking ist eine wichtige Hilfestellung, um das Sponsoring und Sportsponsoring zu verbessern. Sportvereine mit erkennbarer Entwicklungsplanung und Absicherung in der kommunalen Sport-Entwicklungsplanung können ihre Sponsoring-Potentiale besser ausschöpfen.

Rechtsfähigkeit, Gemeinnützigkeit und Förderfähigkeit

Besonderes Augenmerk wird beim Benchmarking auf den Dreiklang von Rechtsfähigkeit, Gemeinnützigkeit und Förderfähigkeit gelegt. Zur Förderfähigkeit gehört auch die Tragfähigkeit eines Vereins für privates Sponsoring. Die Erfüllung dieser Kriterien kann enorme wirtschaftliche Reserven in Gang setzen – bis hin zur Kreditfinanzierung eines Sporthallen-Neubaus, oder bis zur Großspende für bauliche Renovierungen und Ausstattungen für Geschäftsstellen, sowie Personalmittel.

Zur Rechtsfähigkeit gehört die „Mitglieder-Offenheit“ und eine in der Vereinsberichterstattung erkennbare gemeinnützige Tätigkeit und klare Trennung von „privaten Geschäftszwecken“.

Die Rechtsfähigkeit von Vereinen und die Gemeinnützigkeit von Vereinen stehen auf dem Prüfstand, wenn z.B. „diskriminierendes Verhalten“ oder sogar ein „Lobby-Einfluss“ für wirtschaftliche Dritt-Interessen feststellbar ist.

Einige Vorstände von Pankower Vereinen kämpfen überdies mit „Abrechungsproblemen“ und „Fördermittel-Abrechnungen“ und haben sogar mit Verbindlichkeiten zu kämpfen. Hier soll künftig durch Beratungshilfen und „Best-Practice-Empfehlungen redaktionelle Hilfestellung gegeben werden.

Ziel des Recherche-Projektes ist es, Schwächen von Vereinen frühzeitig zu erkennen, und ihre „Überlebensfähigkeit“ zu verbessern. Sozialpolitisch soll so auch eine künftige Steuerung „freiwilliger kommunaler Aufgaben“ verbessert werden. Letzlich wird eine Entlastung der Kommunalpolitik angestrebt, die auf eine Unterstützung leistungsfähiger Vereine bauen muss.

Die Qualität von Bürgerarbeit und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten soll verbessert werden. Vereine sollen umfassende Wohlfahrtswirkungen entfalten können, und das Gemeinwesen stärken. Gleichzeitig werden Angebotslücken für neue gemeinschaftliche Aktivitäten und Vereinsneugründungen und Trägergründungen identifiziert.

Weitere Informationen:

redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

„Benchmarking: Vereine in Pankow“ FRAGEBOGEN-CHECK – Themenübersicht

Formales
Vereinsname – eingetragener Vereinsname (aktueller Auszug Amtsregister)
Satzung – öffentlich zugänglich im Internet
Satzung aktuell / nicht aktuell / Letzte registrierte Satzung im Amtsregister

Anerkennung der Gemeinnützigkeit
Gemeinnützigkeit – anerkannt, Kennzeichung rechtskonform
Spendenbescheinigung rechtskonform – nicht rechtskonform

Politische, parteipolitische Abhängigkeit/Unabhängigkeit – Tendenzbetrieb (z.B. Religion, Politik)

Satzung/Zwecke/Gemeinnützigkeit
Satzungszwecke (direkt und unmittelbare Zwecke)
Mitgliederzahl
Korporative Mitglieder
Letzte Vorstandswahl – Letzte Mitgliederversammlung öffentlich eingeladen – Nächste Vorstandswahl
Vorstandsmitglieder – Entlastung für das letzte Geschäftsjahr
Kassenprüfer

Struktur des Vereins
Ideeller Bereich:
Ideeller Zweckbetrieb
Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
Vermögensbereich: Immobilien im Eigentum, Letzer öffentlicher Bilanzabschluß

Transparenz und Qualität
Mitglied in Transparente Zivilgesellschaft ja/nein – angemeldet
DZI – Spendensiegel ja/nein – angemeldet
Mitgliedschaft in Dachverbänden, Parteien, Organisationen, Stiftungen u.a.
Zertifizierungen (extern)

Außendarstellung
Internet-Seite – /rechtskonform – abmahngefährdet – fehlerhaft u.a. – mobil-responsiv
Selbstdarstellung / aktuell – letztes Datum
Drucksachen und Veröffentlichungen /Liste
Pressespiegel
Feste, Jahresfeste, Aktivitäten, Aktivitätenkalender

Freiwillige Angaben
– staatliche Zuwendungen, institutionelle Förderung
– Förderverein, Unterstützer, Sponsoren

Mitgliederentwicklung
absteigend, neutral, ansteigend
Überalterung (Durchschnittsalter >55)
Nachwuchsstabiler Verein
Nachwuchsexpansiver Verein

Finanzielle Förder-Agenda
– Verein mit eigener Fund-Raising-Road-Map
– Verein auf externe und kommunale Hilfen angewiesen
– Verein ohne externe Zuwendungsquellen
– Förderverein mit Spenden-Akquisition
– ideeller Verein ohne finanzielle Förder-Agenda
– EU-Förderfähigkeit und Kreditfähigkeit für Ko-Finanzierungen

Stand 15.9.2016 – Änderungen und Ergänzungen vorbehalten.

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m/s