Montag, 21. August 2017
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Berlin benötigt Gesamtkonzept für Industrieflächen von morgen

Gasturbine Siemens AG Energy Sector

In der IHK Berlin wird über die Zukunft der Berliner Industrie nachgedacht. Angesichts des zunehmenden Drucks auf Berlins Flächen – etwa durch den boomenden Wohnungsmarkt – hat die IHK Berlin das Potenzial von bestehenden und zukünftigen Innovations- und Industriestandorten genauer unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind in der Broschüre „Berliner Standorte für die Industrie von morgen“ zusammengefasst, die in der letzten Woche vorgestellt wurde.

Gasturbine Siemens AG Energy Sector
Turbine für Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk – Foto: Siemens AG Energy Sector

Entstanden sind nicht nur To-do-Listen für einzelne Standorte. Aus der Analyse ergibt sich die Forderung nach einem Berliner Gesamtkonzept.

„Erstmals haben wir die wichtigsten Industriestandorte in dieser Form nach qualitativen Parametern untersucht. Während die Standorte überwiegend gut erreichbar sind, gibt es insgesamt Nachholbedarf bei baureifen, zusammenhängenden Industrie- und Gewerbeflächen. Auch ist die Qualität des jeweiligen Standortmanagements vor Ort sehr unterschiedlich“, sagt Melanie Bähr, Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin. Bähr stellt fest: „Wollen wir die Bedingungen für Ansiedlungen sowie Expansionen des etablierten Berliner Mittelstands verbessern, erfordert dies vor dem Hintergrund der wachsenden Stadt ein neues Gesamtkonzept für die Berliner Industriestandorte von morgen.“

Insgesamt 17 Standorte innovationsbasierter Industrie – wie beispielsweise Schöneweide, den Marzahner CleanTech Business Park oder die Motzener Straße – wurden von der IHK Berlin hinsichtlich Fläche und Infrastruktur (z.B. verfügbare Industriefläche), Management und Marke (z.B. Managementgesellschaft) sowie Wirtschaft und Wissen (Forschungskooperationen) untersucht. Die Ergebnisse werden jeweils standortbezogen sowie im Vergleich dargestellt. Dabei wurde auch ein Blick darauf geworfen, welche Smart Solutions bereits angewendet werden.

„Unsere Vorschläge verstehen sich als ein weiterer Beitrag der Berliner Wirtschaft zur Debatte über die neuen Herausforderungen an eine moderne Industriepolitik und lassen sich mit anderen landesweiten Strategien – wie der Smart City Strategie – verzahnen“, so Melanie Bähr.

IHK BERLIN

Industrie-Zukunft in Pankow – gibt es neue Chancen?

In Pankow ist vor allem der Pankow-Park in Wilhelmsruh ein klasssischer alter Industriestandort, der inzwischen durch die neuen Aufträge für die neuen Fahrzeuggenerationen von U-Bahn und S-Bahn erheblich zuwachsen wird. Doch es gibt auch strategische Lücken, die fast völlig in Berlin fehlen.

Die Fühlungsvorteile von zwei Kunsthochschulen in Berlin, der UdK und der Kunsthochschule Weißensee mit den beiden größten Möbelhändlern der Region, der Höffner-Gruppe und Home24 werden nicht genutzt. Große Potentiale im Möbel- und Innenraumdesign bleiben so ungenutzt, obwohl neue 3-Druck-Technologien längst auch industrieelle Perspektiven für „Art & Design-Industrie 4.0“ eröffnen.

Auch bei der IHK hat man die Chance noch nicht erkannt, denn in den klassischen Industriebranchen sind bisher Kooperationen zuischen Maschinenbau-Ingenieren und Künstlern eher ein Randtheme. Doch an beiden Kunsthochschulen gibt es Fachbereiche für Design und Produktdesign, die alljährlich viele innovative Produktideen hervorbringen.

Ein neuer Cluster „“Art & Design-Industrie 4.0“ mit neuen Fertigungstechnologien und Roboterfertigung fehlt noch in der Berliner Innovationslandschaft.

Weitere Informationen:

Die Broschüre gibt es als eBook und zum Herunterladen unter www.ihk-berlin.de/industriestandorte

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