Montag, 24. Juli 2017
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Berlin Smart City: Impulse aus 27 Ländern

Smart City Berlin bei Nacht

Die Metropole Berlin hat schon viele Etiketten und Prädikate bekommen. Mit dem Begriff „Smart City“ schmücken sich inzwischen weltweit viele Städte. Allgemein ist es ein Sammelbegriff für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, die darauf abzielen, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. Die Konzepte beinhalten technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen. Auch Politik und Kommunalpolitik verändern sich dabei.

Doch dahinter stehen viele verschiedene Auffassungen, Philosophien und Strategien – die natürlich zuvor „politisch“ entwickelt und formuliert wurden. Auch unterschiedliche Herangehensweisen sind beobachtbar, wenn man „Smart City Strategien“ vergleicht.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat schon in der letzten Legislaturperiode wichtige Weichen gestellt: „Berlin muss in Deutschland die Smart City werden“, formulierte er bei der Eröffnung der Fach-Konferenz im Herbst 2015 in der IBB seinen klaren Führungsanspruch. „Nur mitzumachen, das ist mir für die Bundeshauptstadt zu wenig.“ (TAGESSPIEGEL 16.9.2015).

Smart City Berlin mit „technik- und ressourcenzentrierten“ Ansatz

In Berlin wird ein eher „technikzentrierter Ansatz“ verfolgt. Alexander Möller, Bereichsleiter Smart Cities bei Berlin-Partner sieht es so: „Smart City ist die ganzheitliche Betrachtung aller Zukunftsthemen, mit denen wir uns in einer Großstadt in den nächsten Jahrzenten beschäftigen. Es geht um die Antizipation von Trends und Entwicklungen in allen Bereichen, die das Leben in einer Großstadt beeinflussen“ (Berlin ist smart!). Die Auflistung verdeutlicht es: es geht um Energietechnik, Verkehr, Mobilität und Logistik, Informations- und Kommunikationstechnologien, Gesundheitswirtschaft und Optik.

Auch in der Die Smart City Strategie Berlin (Stand 21.4.2015) wird der „technik- und ressourcenzentrierte“ Ansatz verfolgt, bei dem „das Stadtmanagement“ „die Stadt auf diese Weise gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie Investoren attraktiv, zukunftsfähig, resilient und gemeinwohlorientiert gestaltet und damit deren Lebensqualität steigert.“

Smart City Wien: Politikzentrierter Ansatz

Ein Blick nach Wien öffnet den Blick, wie Kommunal-Politik das Thema vor allem als qualitative und politische Herausforderung ansieht und annimmt, und kurz auf den Punkt bringt:

SMART CITY WIEN – so bezeichnen wir unsere Stadt, die den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnet. Das geschieht mit einer langfristigen und ganzheitlichen Strategie, die das Ziel hat, die beste Lebensqualität für alle Wienerinnen und Wiener zu garantieren und dabei Ressourcen durch umfassende Innovationen zu schonen.“ In Wien werden Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt gestellt – ein Ansatz, der auf Akzeptanz ausgerichtet ist, und im Effekt auch direkter zur Entwicklung von „kundenorientierten Lösungen“ führt.

Smart Cities benötigen intelligente Politik und „Good Governance“

Zu den Leistungen des letzten Berliner Senates gehört die Positionierung Berlins als zukunftsweisenden Marktplatz für „Smart City-Technologien“. Die Basis wurde geschaffen, um in Berlin Technologieentwicklung, weltweite Dialoge und internationale Vernetzungsmöglichkeiten zu etablieren.

Mit der neu etablierten Konferenzplattform „Metropolitan Solutions“ wurde die Basis geschaffen, um neue Lösungen und Technologien und in Berlin entwickelte Innovationen für den Weltmarkt zu präsentieren, zu diskutieren und zu vermarkten.

Die von Wirtschaftsenatorin Corneliy Yzer vorangetriebene „Creating Urban Tech„-Strategie als Wirtschaftskonfernez soll Forschung und Entwicklung auf das weltweite wirtschaftliche Wachstumsfeld „Urbanisierung“ ausrichten, und entsprechende Investitions- und Förderstrategien bündeln.

Festzuhalten ist: die Berliner Politik hat eine intelligente „Plattform-Politik“ angelegt, um das komplexe und von schnellen Innovationszyklen geprägte Thema Smart Cities „in die Stadt“ zu holen und auf Dauer erfolgreich zu etablieren. Mit Riesen-Chancen für weltweite Vernetzung und Exportwirtschaft.

Der Bericht zum Umsetzungskonzept für die Smart City Strategie Berlin vom 16.10.2016 zeigt auch: man ist bereit, die notwendigen Diskussionsprozesse zu öffnen:

„Unter einer Smart City Berlin versteht der Senat eine moderne, innovative, intelligente, vernetzte und digitale Stadt. Ziel ist, die Daseinsvorsorge nachhaltig sicherzustellen und die Lebensqualität auf eine neue Stufe zu heben. Gleichzeitig ist die Smart City partizipativ, denn es gilt alle Kräfte zu bündeln. Das vorhandene kreative Potenzial Berlins muss und soll umfassend dazu genutzt werden.

Die Einrichtung eines CityLAB und des Netzwerk Smart City – sowie die Wissenschaftsinitiativen haben die Basis geschaffen, um das Thema künftig prozessorientiert voranzutreiben. Forschung, Innovation, Wirtschaft und Technik sind damit gut aufgestellt.
Die Frage, wie ganz normale Bürgerinnen und Bürger „partizipativ“ eingebunden werden – muss allerdings noch beantwortet werden.

Der Markterfolg vieler neuer Technologien hängt nicht nur an der „Akzeptanz“, sondern auch an Bezahlbarkeit und Lebenszyklus-Kosten. Der „Longtail der Instandhaltungsaufwendungen“ von Infrastruktur und Technologien wird künftig zum wichtigen Wettbewerbsfaktor.

Ludwig-Erhard-Haus bei Nacht
Ludwig-Erhard-Haus bei Nacht – Foto: © IHK-Berlin

Berlin Smart City: Impulse aus 27 Ländern

Kurz vor dem Jahresende hat die IHK-Berlin sich zum Thema „Berlin Smart City“ zu Wort gemeldet, und eine Initiative ihres Kompetenzteams präsentiert, die den Blick auf weltweite Vorbilder lenkt:

„Um Impulse für die Umsetzung dieses Ziels zu setzen, hat die IHK Berlin eine Vielzahl internationaler Smart City-Konzepte recherchiert, von denen Berlin profitieren kann. Die IHK Berlin hat rund 90 internationale Best Practices aus 27 Ländern zusammengetragen, die zeigen, welche Städte schon heute Vorreiter für die Anwendung smarter Technologien sind. Die Sammlung ergänzt das Positionspapier „Innovativ, interaktiv, intelligent – Handlungsvorschläge für ein smartes Berlin“, das die IHK Berlin gemeinsam mit dem IHK-Kompetenzteam Mittelstand im Mai 2016 veröffentlicht hat.“

Dr. Marion Haß, Geschäftsführerin Innovation und Umwelt der IHK Berlin blickt optimistisch ins Neue Jahr:

„Berlin hat das Potenzial, mit international renommierten Smart Cities wie Amsterdam oder Tokio gleichzuziehen. Dafür müssen in der Stadt Innovationsstandorte geschaffen werden, an denen die Produkte und Dienstleistungen der innovativen Unternehmen und Gründer in Showcases getestet werden können.“

Das Thema „Smart City Berlin“ wird im Jahr 2017 „das Zukunftsthema“ in Berlin! Viele Berliner Unternehmen stehen mit ihren Produkten, Technologien und Systemlösungen und Dienstleistungen bereits erfolgreich im Welt-Markt. Berlin hat als Stadt auch bereits „beträchtlichen Nachholbedarf“ und muss sein Beschaffungswesen verstärkte auf „Smart City-Strategien“ und „Pilot- und Demonstrations-Projekte ausrichten.

Umgekehrt sind die in Berlin tätigen Entwickler, Wissenschaftler und Institute, Technologiefirmen und Hersteller aufgerufen, ihre bereits erfolgreichen Pilotprojekte, Lösungen und Anwendungen besser bekannt zu machen.

Weitere Informationen:

www.ihk-berlin.de/smart-city

SMART CITY – SMART REGIONS: THEMENSCHWERPUNKTE UND THEMEN-VORSCHAU 2017:

„Berlin wird von Unten smart“ – Projekte, Systeme und Lösungen unterhalb von Pflasterstein und Asphalt

Smart City Hubs in Africa: HotSpots, Silicon Savannah und Future Cities

Smart Regions: Nachhaltige Landnutzung, sozioökonomische Stabilität, Naturschutz und Bewässerungssteuerung.

Meldungen für Smart-City-News & Kalender bitte an:

redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

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m/s