Samstag, 29. April 2017
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Bezirksamtsgebäude ohne Fassadenbegrünung abgegeben

Bezirksamtsgebäude Haus 6

Zur 5. ordentlichen Tagung der BVV-Pankow am 1.3.2017 wurde ein Dringlichkeitsantrag der Linksfraktion vorgelegt, der von Wolfram Kempe als Mitglied des Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen vorgetragen wurde: „Sanierung des Bezirksamtsgeländes Fröbelstraße 17 ökologisch gestalten“ (Drucksache – VIII-0123).

Der Antrag betraf die überraschende Entfernung von Teilen der opulenten und im Sommer stadtbildprägenden Fassadenbegrünung am Haus 6, das erst kurz vor der BVV-Tagung entdeckt wurde.

Die Worte waren recht deutlich gewählt:
„In den letzten Tagen wurden auf dem Gelände des Bezirksamtes Prenzlauer Berg – vollständig am Haus 6 – die Stämme der Fassadenbegrünungen gekappt. Dieser Frevel steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Sanierung der Gebäude durch den Eigentümer BIM.

Die Fassadenbegrünung – wo noch vorhanden – zu erhalten, muss eine Richtschnur für die Sanierungsarbeiten sein. Das BA wird als Mieter aufgefordert, den Eigentümer darauf hinzuweisen, dass die Sanierungsarbeiten schonend mit dem stadt-ökologisch wichtigen und über Jahrzehnte gewachsenen Schätzen des Bestands umzugehen hat.

Es ist der Öffentlichkeit nicht begreiflich zu machen, daß die Öffentliche Hand einerseits Mittel aufwendet, um private Fassadenbegrünungen zu fördern, andererseits aber bei ihren eigenen Gebäuden Vandalismus an ihrem eigenen jahrzehntealten, schützenswerten Bestand begeht.“

Übergabe des Bezirksamtsgeländes an die BIM

Die Gebäude und das Bezirksamtsgelände wurden vom Bezirk Pankow zum Zwecke der Kostenentlastung und Haushaltsstabilität an die landeseigene BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH übergeben. Claudia Steinke, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende und Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Natur erinnerte daran, dass es einen umfangreichen Vertrag zur Übergabe des Geländes gab, in dem aber offensichtlich nicht die Frage der Bestandserhaltung des Fassadengrüns geklärt ist.

Linksfraktion und CDU haben damit ein ureigenes grünes Thema aufgegriffen, das Bündnis 90/Grüne eigentlich bei der Grundstücksübergaben hätten bedenken müssen.

Das konnte so nicht im Raum stehen bleiben, und so gab es eine zweite Ausfertigung (2.Ausfertigung TOP 1.4.1) des Dringlichkeitsantrages, die nun auch von Linksfraktion und Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen mit unterstützt wird.

Mit milderen Worten heisst es nun:

„Das Bezirksamt wird ersucht, sich gegenüber der BIM dafür einzusetzen, dass bei der Sanierung der Gebäude und Außenflächen stadt-ökologisch nachhaltig vorgegangen wird. Dabei ist insbesondere darauf hinzuwirken, daß die willkürliche Zerstörung von Fassadenbegrünungen sofort unterbunden wird.
Das Bezirksamt wird weiterhin ersucht, die BIM als neuem Eigentümer auf den Erhalt und die Pflege des – noch – vorhandenen Bestandes an Fassadengrün mittels der Unteren Denkmalschutz- und der Unteren Umweltbehörde zu verpflichten. Die angerichteten Schäden sind durch Neupflanzungen am Ort auszugleichen“.

Die Bezirksverordneten Wolfram Kempe, Daniela Billig und Dennis Probst setzen sich damit ein, das Versäumnis der Bezirksverordneten der letzten Legislaturperiode nachträglich zu heilen bzw. zu reparieren.

Eine Unterschutzstellung der Fassadenbegrünung im Rahmen einer Ergänzung der Denkmalsschutzsatzung wäre eindeutig das stärkere Instrument gewesen, um das „ikonenhafte Gesamtbild des Gebäudekomplexes“ zu erhalten!

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m/s