Donnerstag, 19. Oktober 2017
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Bitte nicht schütteln!

Bitte nicht schütteln!

Schreiende Babys bringen Eltern in große Not, denn von der 6. Lebenswoche bis zur 16. Lebenswoche ist tägliches Schreien durchaus normal. Kinderärzte schätzen, dass Babys täglich 1-2,5 Stunden schreien, übrigens aus vielen, völlig unterschiedlichen Gründen. Viele Eltern stehen dem Phänomen hilflos gegenüber, und aus Unwissenheit erwächst auch größte Gefahr für das Kindeswohl.

Das größte Problem: Herausfinden was das Baby möchte

Oft können junge Eltern nur schwer beurteilen, was ihr Baby möchte. Geduld ist gefragt, Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen, und viel Aufmerksamkeit und Geschick beim Ausprobieren.
Mit der Zeit hören Mütter die einzelnen Bedürfnisse schnell heraus, doch Vätern fehlt oft der Zugang und die erforderliche Geduld und Zeit.
Schlimmer noch: wenn Eltern übermüdet sind, ohne Geduld ohne Wissen und Geschick, dann droht die Gefahr von Überreaktion, auch Mißhandlung und Gewalt.

Sieben Ursachen warum Babys weinen

Hunger ist wohl der häufigste Grund. Je jünger ein Baby ist, desto wahrscheinlicher schreit es nach der Brust oder nach dem Fläschchen.
Ist das Baby satt, und weit trotzdem, so kommt ein anderes Befürfnis zu kurz: es fehlt der Körperkontakt, die wiegende Bewegung und der Augenkontakt zur Mutter, oder zum Vater. Auch fehlende Zuwendung, fehlende Umarmungen und Streicheln sind häufige Ursachen, die durch beruhigenden Umgang mit dem Baby entfallen.

Doch auch handfeste Ursachen sind im Spiel: die Windel ist voll, oder die typischen Dreimonatskoliken treiben die Familie an den Rand der Nervenbelastung.

Mitunter sind Babys auch zu warm eingepackt, oder am Ende eines langen Tages einfach müde, und weinen vor dem Einschlafen.

Das Herausfinden der Bedürfnisse des Babys, Zuwendung und Beobachtung, Stillen, Baden, Windeln wechseln …. es fordert viel Geduld und Mühe, die Bedürfnisse herauszufinden, und zufrieden zu stellen. Eine Aufgabe, der manche Eltern und Väter nicht gewachsen sind, zumal wenn sie selbst durch Lebensumstände und Nöte, oder Krankheit oder Sucht überfordert sind.

Insbesondere cholerische Charaktere unter der Vätern bilden eine potentielle Gefahr für das Kleinkind, wenn sie Schreien und Weinen des Kleinkind fehldeuten, und auch falsche direkte Weise mit dem Kind umgehen. Schlagen, schütteln und schubsen – unbeherrschte Vätern können zur Gefahr und Bedrohnung für ihr Kleinkind werden.

Das Schütteltrauma beim Säugling

Ein heftiges Schütteln des Babys verursacht ein Schädel- Hirn-Trauma, mit es zu Verletzungen des Gehirns. Das Kleinkind wird dabei an Armen oder Brustkorb festgehalten, der Kopf des Kindes hin und her geschleudert. Besonders Kinder unter sechs Monaten sind aufgrund des überproportional großen Kopfs und der schwachen Nackenmuskulatur sehr verletzlich. Ein Schädelhirntrauma führt in zwölf bis 27 Prozent der Fälle zum Tod.
Aus Gewaltvorfällen ist bekannt: Schütteltrauma tritt gehäuft bei Kindern zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf. Das Schütteltrauma des Säuglings kommt in allen Bevölkerungsschichten vor und ist keines- falls nur auf sozial schwache Familien begrenzt, in welchen beispielsweise Alkohol- oder finanzielle Probleme vorherrschen.

Schreibabys – oder überforderte Eltern

Manche Babys schreien besonders viel und lassen sich kaum beruhigen. Viele Eltern sind dann verunsichert oder geraten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. In den ersten Lebenswochen und -monaten gehört Schreien jedoch zum normalen Alltag. Das hat nichts damit zu tun, dass Sie sich vielleicht zu wenig um Ihr Kind kümmern. Schreien gehört zu den wichtigsten Ausdrucksmitteln des Säuglings. Dabei verläuft das Schreiverhalten in den ersten drei Lebensmonaten bei allen Säuglingen ähnlich. Wie häufig, ausdauernd und laut Babys schreien, ist jedoch von Kind zu Kind sehr unterschiedlich.

In der Regel nimmt das Schreien in den ersten beiden Lebensmonaten zu und erreicht meist in der sechsten Lebenswoche seinen Höhepunkt. Denn Ihr Baby ist dabei, einen Rhythmus zwischen Schlafen und Wachsein zu lernen.

Nach der sechsten Lebenswoche werden die Schreiperioden in der Regel kürzer, bis sie nach drei Monaten fast oder ganz verschwinden.

Viele Eltern wissen nicht damit umzugehen, das Wissen der eigenen Eltern bzw. Großeltern wurde nicht an die werdenden neuen Eltern weitergegeben. Hilflosigkeit ist daher oft einfach auf fehlendes Wissen und fehlende Praxis zurückzuführen.

Rat aus dem Land Brandenburg

Guter Rat ist also gefragt – und Eltern, Kinderbetreuer und Fachkräfte brauchen Rat. Die Abteilung Gesundheit im Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg hat sich um das sensible Thema gekümmert, und ein Informationsportal aufgelegt.

Mit Hilfe von Kinderschutzvereinen, Kinderärzten, Ärzten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Carl-Thiem-Klinikums und der Fachärzten sowie Techniker Krankenkasse ist vorbildliches Informationsportal entstanden, das allen Eltern weiterempfohlen werden kann.

Weitere Informationen:

www.bitte-nicht-schuetteln.de

Herausgeber:
Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
Abteilung Gesundheit
Dr. Gabriele Ellsäßer
Wünsdorfer Platz 3
15806 Zossen

Telefon 033702 – 71106

Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) – www.bke.de

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m/s