Freitag, 15. Dezember 2017
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Böllerfrei – oder mal wieder richtig krachen lassen?

Überreste eines Feuerwerks

Silvester steht vor der Tür – nach der Stillen Nacht wollen es viele Berlinerinnen und Berliner wieder richtig krachen lassen, um das neue Jahr zu begrüßen. Damit verbunden sind beträchtliche Feinstaubbelastungen in der Berliner Luft und Störungen für die wilden tierischen Nachbarn in der Stadt. Der NABU Berlin warnt deshalb vor den Folgen und bittet die Berlinerinnen und Berliner, auf die gesundheitsgefährdenden Feuerwerke zu verzichten.

Knalleffekte beunruhigen Tiere

Alle Jahre wieder begrüßen die Deutschen das Neue Jahr mit Böllern und Lichtfontänen, der Überlieferung nach auch zur Vertreibung böser Geister. Vertrieben und gestört werden aber vor allem die Wilden Berliner: Vögel zeigen panische Reaktionen, werden von ihren Schlafplätzen aufgescheucht und unter Umständen bis zu 14 Tage lang vertrieben. Dabei verlieren sie Energie, die sie im Winter dringend benötigen. Säugetiere wie Fuchs oder Biber können Gehörschäden erleiden. Viele Rinder- und Pferdehalter verbringen die Silvesternacht auf der Weide, um ihre panischen Tiere um Mitternacht beruhigen zu können.

Berliner Luft Feinstaub gesättigt

Gerade bei feuchter Witterung und Windstille ist die Berliner Luft in der Silvesternacht zum Schneiden. Ursache für die dicke Luft sind Verbrennungsrückstände von Raketen und Böllern, die als Feinstaub durch die Straßen wabern. Zu Silvester werden in Deutschland durch die Feuerwerke circa 15 % der jährlichen im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge freigesetzt. Das sind circa 4.000 Tonnen. Das Bundesumweltamt betont, dass diese Zahlen aus den Absatzmengen der in Deutschland zugelassenen Feuerwerkskörper ermittelt sind und geht von einer deutlich höheren Belastung aus, da auch Feuerwerkskörper aus anderen Quellen ins Land kommen.
In den Rückständen befinden sich auch viele besonders feine Staubteilchen und sogar Schwermetalle.
Sie erreichen beim Einatmen auch die kleinsten Lungenbläschen, gelangen in den Blutkreislauf und werden von der Weltgesundheitsorganisation für lebensbedrohliche Herz-Kreislauferkrankungen verantwortlich gemacht.
Welche Auswirkungen der Regen aus Rückständen von Feuerwerkskörpern auf Gewässer und Boden hat, ist noch gar nicht erforscht.

Besser geht immer ohne Böller
„Das Geld für Raketen und Böller ist an anderer Stelle sicher besser angelegt“ urteilt Jutta Sandkühler, Geschäftsführerin des NABU Berlin. Mit den 129 Millionen Euro, die die Deutschen zum Jahreswechsel buchstäblich in die Luft jagen, könnten statt dessen wertvolle Naturräume erhalten oder die Lebenssituation hilfebedürftiger Menschen und Tiere verbessert werden.

Weitere Informationen:

www.nabu-berlin.de

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m/s