Samstag, 19. August 2017
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BVG reagiert auf Beschwerden zum ÖPNV

Tramstrecke der Linie 50

Die Berliner BVG wird seit einiger Zeit heftig mit Beschwerden belegt, die eine Überfüllung der Tram M 1 und der Tramlinie 50 beklagen. Auch unzureichende Taktzeiten werden beklagt. Anwohner aus dem Pankower Norden und Rosenthal haben sich auch über die BVV Pankow an die BVG gewendet. Die BVG mußte den Beschwerden nachgehen, und hat auch schon reagiert. Gerd Freitag, Mitglied des BVG-Vorstandsstab Politik & Gremien und des Bereichs BVG-Bezirks- und Zielgruppenmanagement hat eine ausführliche Stellungnahme abgegeben.

Tramstrecke der Linie 50
Tramstrecke der Linie 50 in Französisch Buchholz

Am 2. Oktober 2015 gab Freitag in einer freundlichen Mail die Sicht der BVG weiter, und schrieb der wohl fleissigsten Beschwerdeführerin Frau Sch. .

Freitag räumte ein, dass die Nachfrage auf den Pankower Straßenbahnlinien in den letzten Jahren gestiegen ist. Er sieht die Linie 50 noch mehr betroffen, als die Linie M1.

Freitag: „Die BVG hat darauf auch bereits im Rahmen ihrer Möglichkeiten reagiert und plant noch weitere Verbesserungen des Angebots. So haben wir auf der Linie 50 jetzt unsere modernsten Fahrzeuge im Einsatz, wodurch das Platzangebot um 20% pro Fahrt erhöht wurde. Diese Verbesserung des Platzangebots ist auch deutlich für unsere Kunden spürbar.“

Bauliche Veränderungen müssen erst realisiert werden

Freitag: „Eine entsprechende Lösung mit dem Einsatz von größeren Fahrzeugen ist auch auf der Linie M1 vorgesehen!“. Doch die geplante Umstellung erfordert noch Geduld, denn die aktuell vorhandene Gleis-Infrastruktur erfordert noch einige bauliche Veränderungen.
Freitag schrieb dazu: „So wird derzeit der Streckenabschnitt zwischen Pastor-Niemöller-Platz und Rosenthal-Nord und im kommenden Jahr der Bereich Pastor-Niemöller-Platz und Schillerstraße umgebaut.“

Neue Tramschienen in der Grabbeallee
Neue Tramschienen in der Grabbeallee: Bauarbeiten im Sommer 2015

Übergangslösungen für die Übergangszeit

Solange die Baumaßnahmen andauern, wurde nach Angaben von Freitag für die Übergangszeit das bestehende Angebot aus Straßenbahn und Bus soweit aufeinander abgestimmt, dass ein gleichmäßiges Angebot auf dem Streckenabschnitt zwischen S+U Pankow und Pastor-Niemöller-Platz besteht.
Es gibt jedoch Einschränkungen, die auch für die BVG nicht planbar sind, Freitag: „Auf Grund von nicht planbaren externen Einflüssen kommt es jedoch leider insbesondere auf der Linie M1 zu Verzögerungen, wodurch die Wirkung der Fahrplanmaßnahmen nicht immer so eintreten kann, wie gewünscht. Dem Betrieb ist das Problem bekannt und wir versuchen den Ursachen mit weiteren Maßnahmen entgegenzuwirken.“

Mit dieser Formulierung stieß Freitag auf neuen Protest, weil die Hinweise etwas unkonkret waren. In der Realität des Berufsverkehrs sind die „nicht planbaren externen Einflüsse“ vor allem auf Verkehrsstaus und Behinderungen der Tram zurück zu führen. Nicht planbar sind auch „Unfälle“ und kumulierte Verzögerungen, die sich am Ende zu unregelmässige Taktzeiten führen.

Taktverstärkungen und begrenzte Möglichkeiten

Ferner wurde nochmals mitgeteilt, dass zur Abdeckung von Nachfragespitzen im morgendlichen Schüler- und Berufsverkehr außerhalb der Schulferien noch zusätzliche Trams fahren, die den 20-Minuten-Takt verstärken.
Auch wurde der Vorschlag geprüft, in wie weit eine Linienverstärkung auf dem Streckenabschnitt Richtung Rosenthal mit Omnibussen realisiert werden kann. Hier ist jedoch keine Besserung vor Abschluß der Bauarbeiten an den Tram-Gleisen zu erwarten:

Freitag: „Jedoch lässt bauliche Zustand der Friedrich-Engels-Straße derzeit keinen Linienbetrieb mit Omnibussen zu“.

Immerhin gibt es einen positiven Ausblick, die BVG stellt sich auf den wachsenden Bedarf ein: „… im Hinblick auf das weitere Wachstum im Norden Berlins …“ will Freitag in usammenarbeit mit den zuständigen Institutionen und Behörden möglichst zeitnah weitere Verbesserungen umsetzen

Für die Fahrgäste ist das natürlich noch nicht ganz befriedigend. Sie müssen noch eine ganze Weile die „Wachstumsschmerzen der wachsenden Stadt“ mit tragen – bis die M1 endlich wieder freie Fahrt hat.

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m/s