Freitag, 18. August 2017
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Crowdfunding für Reportage & Recherche

Crowd Funding

Journalismus kostet Zeit, Geld und viel Gedankenarbeit. Reportage & Recherche kosten noch mehr, denn der Journalist muss sich mitten in das Getriebe vor Ort hineinbegeben, anreisen, sich aufhalten – und nach Informationen suchen. Gespräche führen, Interviews führen, Nachfragen stellen, Notizen machen – und zum Schluß „Schreiben“.

Kleine Beiträge kosten wenigsten 4-6 Stunden Arbeit, plus Fahrkosten – plus Verköstigung. Betriebswirtschaftlich gesehen werden mindestens 29,75 € (inkl. MWST.) pro Einsatzstunde benötigt. Eine Reportage kostet daher sehr schnell sehr viel Geld: zwischen 119 € bis etwa 178,50 € sind für eine gut ausgearbeitetes „journalistisches Produkt“ zu kalkulieren. Umfangreiche Projekte können aber auch viele Stunden Aufwand umfassen. Und eine Reisereportage mit Flug, Hotel und Spesen ist unter 2.000 € kaum realsierbar.

Dazu kommen Kosten der Schlußredaktion, des technischen Systems – und der betriebswirtschaftlichen Abwicklung. Kreative Finanzierungsmöglichkeiten sind deshalb gefragt.

In der Welt des mobilen Internets muss dieses Geld anders als nur durch Werbung finanziert werden. Gute journalistische Arbeit ist manchen Menschen wertvoll genug, um dafür freiwillig und projektbezogen Geld zur Verfügung zu stellen. Die gezielte Zuwendung für einzelne Journalistinnen und Autorinnen, für Journalisten und Autoren kann durch Crowdfunding vermittelt werden.

Crowdfunding als Finanzierungsinstrument und Community-Building

Die Pankower Allgemeine Zeitung wird Crowdfunding ganz gezielt einsetzen, um in „Köpfe % Federn“ investieren zu können. Gleichzeitig soll eine Community gefördert werden, die sich um die innovative Weiterentwicklung journalistischer Formate und Medien kümmern kann.

Das Crowdfunding für „Reportage & Recherche“ soll mit einer lockeren Reihe von Events initiiert werden. Ein Netzwerktreffen mit Keynote-Vortrag, mit Kurzpräsentationen, Visitenkartenbörse, Posterpräsentationen und Projektbörse soll ab Herbst 2015 zum Anlaufpunkt werden. In Anlehnung an eine ziemlich verückte Idee bekommen die Treffen einen nicht ganz alltäglichen Namen: die „Kartoffelsalatkonferenzen“.
Der Name erinnert an den Amerikaner Zack Brown, der 2014 auf der Crowdfunding Plattform Kickstarter mit einem 10-Dollar Kartoffelsalatrezept gestartet ist, und dafür ganze 55.000 Dollar von 7.000 Spendern eingeworben hatte. Erst wurde das Projekt als ironische Idee gestartet, um den Crowdfunding-Hype zu persiflieren. Doch Zack Brown hat es damit in ein Geschichtsbuch der Ökonomie geschafft, und ein wichtiges ökonomisches Gesetz bewiesen. Crowdfunding kann funktionieren, wenn die Attraktion nur stimmig präsentiert wird.

Zack Brown ist damit der erste „Ökonom“, nach Karl Marx, Joseph Alois Schumpeter und nach Joseph Heinrich Beuys, der die ökonomische Macht einer kreativen Idee allein per Internet materialisiert hat, und so die moderne „Kartoffelsalat-Ökonomie“ begründet hat.

Crowd Funding

Bewerbungen für die 1.Kartoffelsalat-Konferenz

Die Redaktion lädt zur „1. Kartoffelsalat-Konferenz“ zum Crowdfunding für Autoren, Journalisten und Medienprojekte ein.
Zur Kartoffelsalat-Konferenz gibt es eine kreative Key-Note: „Das Politiker-Abo“ – warum Politiker eine kritische Presse selbst bezahlen müssen! Ein Design-Thinking-Workshop befasst sich mit einem spannenden Thema: „Wie kommt die Kultur in den Fernbus?“
Auf der Kartoffelsalatkonferenz können sich auch Künstler, Kreative und MedienmacherInnen mit kurzen Pitches und Postern vorstellen. Visitenkartenbörse und Ideenmarkt ergänzen das Ereignis.

1. Vorschlag für das Crowdfunding
Eine Broschüre für Schüler und Abiturienten zum Wirken von Carl von Ossietzky soll redaktionell neu überarbeitet und herausgegeben werden. Dabei soll auch Ossietzkys Wirken in Pankow und sein Andenken neu thematisiert werden.

2.-5. Vorschlag für das Crowdfunding
Für die weiteren Vorschläge zum Crowdfunding werden noch Bewerbungen entgegen genommen. Die Projektsummen sollten zunächst zwischen 500 und 1.500 € liegen, damit eine realistische Chance der Realisierung hergestellt werden kann.

Online-Shop
Die Pankower Allgemeine Zeitung bekommt einen eigenen Online-Shop, in dem die verschiedenen Abos und Produkte verkauft werden. Hierfür wird ein bewährtes Open-Source-System verwendet, das weltweit über 100.000 Installationn hat.
Ein Teil des Shops steht künftig auch für Crowdfunding, für Kultursponsoring und für gemeinnütziges Fundraising zur Verfügung.
Die ausgewählten Vorschläge der eingereichten Crowdfunding-Projekte werden in der Pankower Allgemeine Zeitung vorgestellt und im zugehörigen Shop veröffentlicht.

Vorankündigung: „1. Kartoffelsalat-Konferenz“ am 4. September 2015
Der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben. Teilnahmebedingungen und AGB werden ab 1.8.2015 bekannt gegeben.
Teilnahmegebühr: 25 €.

Nähere Informationen ab 1.8.2015 unter: redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

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m/s