Sonntag, 17. Dezember 2017
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Denkzeichen Garbátyplatz zurückgekehrt

Denkzeichen Garbátyplatz zurückgekehrt

Seit dem 19. März 2014 ist das Denkzeichen mit dem Schriftzug „Garbáty“ der Künstlerin von Susanne Ahner wieder zurückgekehrt und steht nun etwas versetzt unter dem Brückenriegel des schwarzgrauen Dienstleistungszentrums Garbátyplatz. Das moderne Gebäude hat nun auch seine fertige Fassadengestaltung erhalten, der Fassadenstreit ist vorerst beendet.

Denkzeichen Garbátyplatz zurückgekehrt
Denkzeichen der Künstlerin Susanne ahner zum Garbátyplatz zurückgekehrt

Schwarz-graue Hybrid-Architektur

Silberne und goldene Stelen und dreieckige Keile wurden nachträglich vor die Fassade montiert, und nehmen dem schwarzen Brückenriegel die Schwere, indem sie das Sonnenlicht reflektieren, und die horizontalen Linien der Architektur brechen. In der Architekturgeschichte ist eine derartige Fassadengestaltung bislang ohne Vorbild. Pankow darf das Gebäude als Unikat betrachten, das mit den Regeln von „Form follows function“ bricht, und nachträglichen „Schnick-Schnack“ zur optischen Aufhübschung genehmigt hat.

Die Debatte um die Fassade des Dienstleistungszentrums hat sich inzwischen beruhigt. Die Mieter sind jedenfalls mit der Architektur hoch zufrieden. Supermarkt, Eiscafé, Apotheke und Drogeriemarkt haben hier einen Spitzenstandort und verzeichnen schon seit Beginn Rekordumsätze.

Denkzeichen für den jüdischen Zigarettenfabrikanten Josef Garbáty

Das Denkzeichen der Künstlerin Susanne Ahner für den jüdischen Zigarettenfabrikanten Josef Garbáty wurde ursprünglich am Am 29. Juni 2002 auf dem Garbátyplatz aufgestellt und prägte diesen Platz bis 2011.
Mit der Neubebauung wurde das Denkzeichen vorübergehen eingelagert, und soll nun am Garbátyplatz verbleiben, der für Pankow so etwas wie eine erste Adresse ist.

Nachdem nun am Dienstleistungszentrum und Ärztehaus alle Bauzäune und Reste der Baustelleneinrichtung abgeräumt sind, wirkt der Platz aufgeräumt und etwas kahl.

Laut Planung sollen noch Bäume vor das Haus gepflanz werden, jedoch zeichnet jetzt sich schon eine räumliche Enge bei den Verkehrsflächen für Fußgänger zu den Hauptverkehrszeiten ab. Ein paar Sitzbänke für altere Menschen sind auch wünschenswert. Für Fahrrad-Fahrer gibt es nun geordnete Abstellplätze, die aber auch mehr als knapp sind. Auch könnte der einzige vor dem Gebäude stehende Großbaum etwas mehr Detailliebe vertragen.

Garbátyplatz; Pankows peinlichste Baumscheibe
Garbátyplatz; Pankows peinlichste Baumscheibe

Schutzanstrich für das Denkzeichen

Dem Denkzeichen fehlt noch ein neuer Schutzanstrich. Hier hat der Bezirk Pankow Geld gespart, und hofft nun auch hier an dieser exponierten Stelle auf Spender.
Optisch ist der Schriftzug „Garbáty“ vor dem grauschwarzen Hintergrund der Architektur nur schwer zu sehen. Hier wäre also auch die Künstlerin neu gefragt, ob eine zeitgemässere Farbgebung ins Spiel kommen könnte.

In jedem Fall kann schon einmal gespendet werden. Das Bezirksamt Pankow hat zweckgebundenes Spendenkonten bei Banken und Sparkassen eingerichtet, unter dem Verwendungszweck “Kapitel 3810, Titel 28290, Denkzeichen Garbaty-Platz”.

Vielleicht haben die Anlieger auch etwas Bürgersinn, denn Florida-Eiscafé, EDEKA, Berlin-Apotheke, DM-Drogeriemarkt und die im Dienstleistungszentrum befindlichen Ärzte und Unternehmen könnten selbst etwas „steuerabsetzbar“ für das Standort-Image tun. m/s

Spendenkonten:

Empfänger: “Bezirksamt Pankow”

Bankverbindungen:
Berliner Sparkasse – IBAN DE06 1005 0000 4163 6100 01 – BIC BELADEBEXXX

Berliner Bank – IBAN DE24 1007 0848 0513 1644 00 – BIC DEUTDEDB110

Postbank Berlin – IBAN DE20 1001 0010 0246 1761 04 – BIC PBNKDEFF100

Weitere Informationen:

Schwarzgraue Moderne auf dem Garbáty-Platz – 25.3.2013 – Pankower Allgemeine Zeitung

Schwarzgrau am “Garbátyplatz” – 17. 11. 2013 – Pankower Allgemeine Zeitung

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m/s