Freitag, 15. Dezember 2017
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Der irre Professor!

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Eine Armutsdebatte zieht sich durch Wirtschaftskolumnen, Kommentare und Berichte über die Armutsstatistik. Das neue Buch des
Ökonomen Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, mit dem Titel „Verteilungskampf: Warum Deutschland immer ungleicher wird“ regt viele andere Zunftvertreter auf.

Nun hat sich Prof. Klaus Schröder, Leiter des Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin und der Arbeitsstelle Politik und Technik des Otto-Suhr-Institutes zu Wort gemeldet. Er kritisiert Fratschers Buch in der FAZ:

„Das ist eine politisch motivierte Kampfschrift, die den Menschen einhämmern soll, dass die Ungleichheit angeblich so groß und an allem gesellschaftlichen und sozialen Elend schuld ist – doch das belegt er nicht“,

In einem Beitrag in der FAZ wird die Position offengelegt:

Arm und reich „Ungleichheit ist unverzichtbar“
Jan Hauser | 03.04.2016 | FAZ

„Wie sieht die Zukunft des Sozialstaats aus? Der DDR-Forscher Klaus Schroeder beklagt die Debatte über die Ungleichheit. Wichtige Punkte fehlen, sagt er.“

Der irre Professor von der FU im Wortlaut:

„„Ungleichheit ist unverzichtbar zur Schaffung und Vermehrung von Wohlstand und Wachstum“.

Schröder kritisiert den von der Fratscher und der OECD verwendeten Armutsbegriff – und vertritt die uralte Ökonomentheorie der alten „Schumpeterschen Volkswirtschaft“, wonach der Mensch in der Not auch Wege und Auswege findet, wonach in der Not auch das Rettende wächst.

Was er irre Professor nicht sieht

Leider sieht Schröder nicht: die Gründungsstatistik in Deutschland ist schlecht. Start-Ups sind Gründungen, in denen reiche Kapitalbesitzer jungen Teams Geld transferieren – das geschieht nicht mehr aus „Not“ nach dem „Schumpeterschen Modell“ des Unternehmers.

Die Sozialgesetzgebung mit Hartz4 sorgt für eine kaum entrinnbare Armutsspirale – in der auch 1,7 Millionen Kinder rotieren.

Die Messung des Armutsbegriffs an der Kennziffer „Einkommen“ ist unzureichend. Die Messung des Armutsbegriffs an der „Mietbelastungsquote“ und am tatsächlich verfügbaren freien Nettoeinkommen würde vermutlich auch dem „irren Professor“ die Augen öffnen.

Mit Prognose-Betrachtungen könnte man zudem feststellen, dass mit Renteneintritt viele Geringverdiener aufgrund niedriger Nettoeinkommen praktisch heute schon „implizit überschuldet“ sind, und in den Wohnkosten vom Staat unterstützt werden müssen.

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m/s