Mittwoch, 22. November 2017
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Der neue „Meisterjahrgang“ startet in Berlin

Meisterfeier 12.11.2017

Die Meisterfeier der Handwerkskammer Berlin ist jährlich ein bedeutsames Ereignis, denn es ist mittelbar auch ein Startschuß für viele neue Unternehmens- und Existenzgründungenvom im Handwerk. Am 12. November war es wieder so weit. Handwerkskammer und IHK Berlin haben mit einem Festakt im Hotel Maritim in Berlin-Tiergarten den neuen Meister-Jahrgang geehrt.
Insgesamt haben in diesem Jahr 518 Meisterinnen und Meister ihre Meisterprüfung bestanden: 357 Handwerkerinnen und Handwerker aus 25 Handwerksberufen sowie 161 Absolventinnen und Absolventen aus elf Industrie- und Gewerbeberufen wurden geehrt. Stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen wurden die besten Meisterinnen und Meister ausgezeichnet. Rund 1.200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teil.

Handwerksausbildung hat Zukunft – Selbstständigkeit steht hoch im Kurs

Die duale Handwerksausbildung liefert nicht nur technische und handwerkliche Fähigkeiten, sondern auch betriebswirtschaftliche und kaufmännische Kompetenzen. Es ist praktisch der einzige Berufsweg, der auch direkt in die Selbstständigkeit führt, und nach dem Meisterabschluß eine qualifizierte Unternehmensgründung ermöglicht. Es ist ein Modell, das vorbildlich istm und die Basis für den unternehmerischen Mittekstand legt.
Viele der Neu-Meisterinnen und -Meister im Handwerk wagen den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit, einige übernehmen sogar die Alternachfolge im Familienbetrieb, oder übernehmen die Unternehmensnachfolge. Etiche der neuen Meisterinnen und Meister bereiten einen neuen Existenzgründung vor, oder streben den Aufbau eines eigenen Unternehmens an.

Aktiv in der Ausbildung

Ob selbstständig oder in Anstellung: Berlins neue Meisterinnen und Meister setzen sich auch beispielhaft für die Ausbildung ein. Zunehmend nutzen sie die Meisterausbildung auch als Aufstiegsmöglichkeit in einem Betrieb, um sich als Ausbilder um den Fachkräftenachwuchs zu kümmern.

Top-Meisterberufe

Die meisten Handwerks-Meisterprüfungen (78) wurden bei den Kraftfahrzeugtechnikern abgelegt, auf den Plätzen zwei und drei liegen die Elektrotechniker (45) sowie die Friseure (35). Erstmals war auch eine Karosseriebauerin mit dabei.
Im IHK-Bereich legten die meisten Absolventen die Prüfung zum geprüften Industriemeister Metall (44) ab, gefolgt von den Logistikmeistern (25) und den Industriemeistern Gleisbau (18).

Viele Frauen legen die Meisterprüfung ab

Frauen in Handwerks-Meisterberufen haben in den vergangenen zwölf Monaten großen Ehrgeiz bewiesen: Insgesamt 79 Frauen legten die Meisterprüfung in einem Handwerksberuf ab, das entspricht einem Anteil von rund 22 Prozent. Im IHK-Bereich gab es 15 Absolventinnen, das entspricht einem Anteil von rund neun Prozent. Bei den Meisterinnen ganz vorn in der Beliebtheitsskala liegt der Friseurberuf: 29 Frauen legten in diesem Beruf erfolgreich ihre Meisterprüfung ab, mehr als in jedem anderen Meisterberuf.

Festansprachen und Lob der Kammern

Festredner war der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller. „Mit dem Meisterinnen- und Meisterjahrgang 2017 stellt die Berliner Wirtschaft einmal mehr ihre wichtige und überzeugende Zukunftskompetenz bei Ausbildung und Qualifizierung unter Beweis. Meine Glückwünsche gelten zuerst den Damen und Herren, die nach langer und fordernder Zeit des Lernens und des engagierten Arbeitens für sich persönlich ein wertvolles berufliches Ziel erreicht haben. Angesichts des wirtschaftlichen Wachstums in unserer Stadt und des zumal bei vollen Auftragsbüchern immer wieder von Kammern und Betrieben beklagten Mangels an Fachkräften lege ich gerade den neuen Meisterinnen und Meistern ans Herz, die Ausbildung junger Menschen zu qualifizierten Nachwuchskräften als Kernaufgabe ihrer künftigen Tätigkeit zu begreifen. Wer, wenn nicht gute Meisterinnen und Meister, sorgen für fachliches Können und beruflichen Enthusiasmus künftiger Generationen?“, so Müller.

Der Präsident der Handwerkskammer Berlin, Stephan Schwarz, und IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder würdigten im Rahmen der Feierlichkeiten den hohen Stellenwert des Meisterbriefs für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

„Sie haben alles richtig gemacht“, sagte Präsident Schwarz zu den Jungmeisterinnen und Jungmeistern. „Sie haben mit dem Meistertitel den Gipfel der beruflichen Bildung erreicht. Gerade in einer so stark wachsenden Stadt wie Berlin öffnen sich für Meisterinnen und Meister laufend neue Geschäftsfelder – daher wird Ihnen die Arbeit nicht ausgehen“, so Schwarz weiter. „Der Meisterbrief wird oft mit Selbstständigkeit verbunden. Trauen Sie sich etwas zu! Die Zeiten sind günstig und so manche Existenzgründung ist schon nach wenigen Jahren zu einem beachtlichen Unternehmen gewachsen“, ermutigte Schwarz die Jungmeisterinnen und Jungmeister.

„Wir sehen 518 Meister ihres Fachs vor uns: ich freue mich für und über jeden Einzelnen. Für jeden Einzelnen, weil sich ihnen als Meister glänzende berufliche Möglichkeiten eröffnen. Und über jeden Einzelnen, weil jeder Meister ein Botschafter ist für den Wert und die Perspektiven, die eine duale Ausbildung bietet. Deshalb kann ich an alle nur appellieren: Mehr davon! Berlin kann mehr Meister ihres Fachs gut gebrauchen“, so der Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, Jan Eder.

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m/s