Montag, 23. Oktober 2017
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Der Wolf – gehasst geliebt

Katharina Weinberg mit Wolfwelpen

Wölfe gibt es wieder in Deutschland. Seit 15 Jahren sind sie wieder von allein zurückgewandert. Was vor einigen Jahren noch als große Sensation gefeiert wurde, hat sich oft bereits zur Normalität entwickelt. Auch in Brandenburg sind Wölfe in mindestens 19 territorialen Vorkommen nachgewiesen. Seit dem Jahr 2000 gibt es wieder wildlebende Wölfe in der sächsischen Lausitz.

Katharina Weinberg mit Wolfwelpen
Katharina Weinberg mit Wolfwelpen – Foto:

In Brandenburg erfolgte die erste territoriale Ansiedlung eines Wolfspaares im Jahre 2007 im äußersten Südosten des Landes. 2009 wurden erstmals seit über einem Jahrhundert Wolfswelpen in Brandenburg aufgezogen. Seitdem ist der Bestand kontinuierlich angewachsen. Im Land Brandenburg und grenzübergreifend zu benachbarten Bundesländern ist derzeit mindestens 14 Rudeln und 5 territoriale Vorkommen von Einzeltieren auszugehen. Die Übersichtskarte der Wolfsnachweise im Land Brandenburg zeigt die aktuell nachgewiesene Verbreitung von „Canis lupus“.

Bevölkerung und Nutztierhalter haben sich teilweise auf die neuen Nachbarn eingestellt. Doch der Weg war alles andere als konfliktfrei. Denn das Vorkommen von Wölfen in unserer Kulturlandschaft ist für die Menschen nach wie vor eine neue Herausforderung. Der Wolf ist eines der am weitesten verbreiteten Säugetiere der Erde, wurde in weiten Teilen West- und Mitteleuropas jedoch im 18. und 19. Jahrhundert ausgerottet.

Der Wolf – gehasst geliebt, ein Tier der Superlative
Neues Seminarangebot im Wildpark Schorfheide

In über 150 Jahren haben die Menschen das Zusammenleben mit freilebenden Wölfen verlernt. Mythen und Vorurteile entstanden und verfestigten sich. Die Frage, ob Wölfe dauerhaft nach Deutschland zurückkehren können, ist weder von der Biologie des Wolfes noch von seiner Ökologie abhängig, sondern ist von der Akzeptanz der Beteiligten abhängig.

Katharina Weinberg, Wolfsbeauftragte in Brandenburg und seit 2006 Leiterin der NABU Fachgruppe „Zukunft Wolf“ beim NABU Barnim bietet im Wildpark Schorfheide ihre „Wolfsseminare“ an. Zwischen 2010 und 2014 war sie Geschäftsführerin beim NABU Brandenburg und setzte auch dort erfolgreich ihre jahrelange Arbeit mit Wölfen und für Wölfe fort, denen, neben der übrigen Natur, ihre Leidenschaft gilt.

In den Seminaren können die Tiere, ihren Lebensraumanspüche und ihre Verhaltensweisen kennengelernt werden. Die Biologie und Ökologie des Wolfes wird vermittelt. Ferner wird das im Land Brandenburg ausgearbeitete Naturschutzkonzept rund um den Wolf vorgestellt. Es gibt Einblicke in das wissenschaftliche Monitoring, in Schutzmaßnahmen für Nutztiere und die Vorgehensweisen und Lösungsansätze bei Konflikten.

Katharina Weinberg geht auf die Vorbehalte ein, denn neben der Freude über die Rückkehr des Wolfes besteht eine große Verunsicherung.

Viele berechtigte Fragen werden gestellt, und Antworten werden gesucht: Sind Wölfe für den Menschen gefährlich, wovon leben sie und wie ernähren sie sich? Wie kann ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Wolf aussehen?

In den neuen angebotenen Seminaren im Wildpark Schorfheide wird nicht nur Wissen vermittelt. Eine geführte Exkursion durch den Wildpark führt in unmittelbare Nähe der dort lebenden Wölfe.

Seminar und Anmeldung

Das erste Seminar startet am 18. Juli, es kostet pro Person 20 €, incl. Eintritt, Seminargebühr und Führung.
Anmeldungen bitte bis 12. Juli unter info@katharina-weinberg.com .
Weitere Seminartermine und Informationen: www.katharina-weinberg.com

Der Wildpark Schorfheide

Der Wildpark Schorfheide liegt bei bei Groß Schönebeck und ist in die Landschaft des Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin eingebettet. Sieben Kilometer langen Wanderwegen mit Rast- und Picknickplätzen führen durch den Wildpark. Neben den lehrreichen Angeboten und den Kontakt mit Wildtieren werden auch Kremserfahrten angeboten. Es ist möglich, auch das Fahrrad unterzustellen. Hunde dürfen an der Leine mitgeführt werden.
In den großzügigen Gehegen sind Großwildtiere, Elche und Wölfe und sehr seltene ursprüngliche Haustierrassen, die in ihrem Bestand bedroht sind, zu beobachten. Der Wildpark Schorfheide ist eine barrierefreie Einrichtung. Rollstuhlfahrer erreichen alle Tiergehege über befestigte Wege.
Der Wildpark Schorfheide ist ideal für Familien mit Kindern geeignet. Ein großer Spielplatz und ein Streichelgehege können erobert werden. Das Besucherhaus und das Dörfchen mit Feldbackofen und Lagerfeuerstelle bieten ihnen Platz zum Ausruhen und Speisen.
Die Anreise erfolgt am Besten vom Bahnhof Karow aus, mit der Heidekrautbahn. Alle zwei Stunden fährt die Regionalbahn NE27 von Berlin-Karow nach Groß Schönebeck. Die Entfernung vom Bahnhof bis zum Wildpark beträgt drei Kilometer (ca. 30 Minuten). Der Wanderweg ist durch grüne Wegweiser gekennzeichnet.
Achtung: die Heidekrautbahn nimmt immer nur 10 Fahrräder im Abteil mit. Ein touristischer Engpaß, der besonders an Wochenenden für Verdruß sorgen kann.

www.wildpark-schorfheide.de

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m/s