Mittwoch, 16. August 2017
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Der größte Kunstraub aller Zeiten

Die Bilder sind unter uns.
Der größte Kunstraub aller Zeiten

Jüdisches Museum Berlin - Foto: Burkhard Katz

Der Fall Gurlitt hat den skandalösen Umgang mit dem Thema NS-Raubkunst in Deutschland jüngst wieder offenbart. Denn das Land steckt bis heute voller Kunstwerke, die zwischen 1933 und 1945 jüdischen Familien, Galeristen und Sammlern gestohlen oder weit unter Wert abgepresst worden sind. Über 600 000 Werke fielen so in die Hände der Nazis und anderer Profiteure.

Jüdisches Museum Berlin - Foto: Burkhard Katz
Jüdisches Museum Berlin – © Jüdisches Museum Berlin, Foto: Burkhard Katz

Unter den Werken sind viele unschätzbar wertvolle Gemälde von Picasso, Kirchner, van Gogh, Rembrandt, Kokoschka und Dix. Noch immer ist der Handel damit ein höchst lukratives Geschäft – und staatliche Museen, Auktionshäuser und private Sammler mischen kräftig mit.

Das Standardwerk über das Geschäft mit NS-Raubkunst, den Fall Gurlitt und die Folgen

Stefan Koldehoffs Buch, 2009 erstmals erschienen und nun in einer überarbeiteten und – insbesondere zum Fall Gurlitt – erweiterten Fassung ist wieder erhältlich, begibt sich auf die Spur der Täter und Mittäter.

Der für seine Recherchen vielfach ausgezeichnete Journalist und Autor Koldehoff enthüllt, mit welchen legalen und illegalen Methoden geraubte Kunst den Weg in Sammlungen und Museen gefunden hat, beschreibt den politischen Skandal eines Kartells der
Kunstbranche, das die enteigneten Bilder bis heute nicht zurückgeben will – und fordert längst überfällige politische Konsequenzen, beispielsweise die Verankerung eines verbindlichen deutschen Raubkunstgesetzes und die Gründung einer Bundesstiftung Raubkunst.

Die Bilder sind unter uns ist nicht nur »ausgezeichnet recherchiert und geschrieben« (Götz Aly), es ist vor allem »ein Buch von einer drängenden Aktualität – denn es deckt massive Versäumnisse auf und fordert Konsequenzen, so dass ein Handel mit NS-Raubkunst unmöglich wird und Bilder ungeklärter Herkunft nicht länger wie selbstverständlich in deutschen Museen hängen.«

Michael Naumann, Staatsminister a. D., empfiehlt das Buch nicht nur »jedem mündigen Bürger, sondern auch Staatsanwaltschaften und Politikern, die sich mit der unzureichenden Gesetzgebung nicht abfinden wollen.«

Stefan Koldehoff
Stefan Koldehoff

Der Autor

Stefan Koldehoff, geboren 1967, ist Kulturredakteur beim Deutschlandfunk in Köln und schreibt unter anderem für Die Zeit und die FAZ. 2008 wurde er für seine investigativen Recherchen mit dem puk-Journalistenpreis ausgezeichnet. 2012 veröffentlichte er gemeinsam mit Tobias Timm Falsche Bilder, echtes Geld zum Fall des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi. Das Buch wurde mit
dem Prix Annette Giacometti und dem Otto-Brenner-Preis ausgezeichnet.
Stefan Koldehoff hat mit „Die Bilder sind unter uns“ das Standardwerk zum Geschäft mit NS-Raubkunst in Deutschland vorgelegt.

Lesung und Buchvorstellung:

Stefan Koldehoff
Die Bilder sind unter uns. Das Geschäft mit der NS-Raubkunst und der Fall Gurlitt

Am Montag, den 7. April 2014, um 19:30 Uhr stellt Stefan Koldehoff gemeinsam mit Michael Naumann, Kulturstaatsminister a.D., sein Buch im Jüdischen Museum Berlin (Großer Saal) vor.

Eine Veranstaltung der Literaturhandlung – Eintritt: 8 Euro / ermäßigt 6 Euro – Kartenreservierung unter 030 / 88 24 250

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstr. 9, 10969 Berlin-Kreuzberg

Literaturhinweis:

Die Bilder sind unter uns - Cover

Stefan Koldehoff
Die Bilder sind unter uns. Das Geschäft mit der NS-Raubkunst und der Fall Gurlitt
Verlag Galiani Berlin
325 Seiten, Broschur
Euro 14,99 (D) / sFr 21,40 / Euro 15,50 (A)
ISBN 978-3-86971-093-8
Erscheinungstermin: 8. März 2014

Geplanten Lesungen, veranstaltet durch den Galiani-Verlag Berlin:
31. März 2014, München, Literaturhaus München. Beginn: 20 Uhr.
7. April 2014, Berlin, Jüdisches Museum. Mit Michael Naumann, Kulturstaatsminister a.D.
4. September 2014, Linnich, Deutsches Glasmalerei-Museum

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m/s