Samstag, 19. August 2017
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Die bösen Geister hinter den Separatisten

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Die Krise in der Ukraine erreicht 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ein kritisches Maß. Täglich neue Berichte von der militärischen Front, Luftwaffenmanöver an der russisch-ukrainischen Grenze und aktuell neue Krisenmeldungen aus Transnistrien. Die Krise ist heißgelaufen – und droht überzukochen.

Nach dem Abschluß der Malaysian Air-Maschine haben USA und Europa harte Sanktionen in Kraft gesetzt, um Putin unter Druck zu setzen.

Doch Wladimir Wladimirowitsch Putin, eit dem 7. Mai 2012 Präsident der Russischen Föderation, steht längst auch innenpolitisch unter Druck! Die bösen Geister, die er kaum bändigen kann, haben ein erhebliches Gewicht erlangt.

Abseits vom Schwarz-Weiß Denken hat sich der Autor Jens Berger näher mit den Strukturen hinter der Krise beschäftigt:

Separatisten in der Ostukraine – die Geister, die wir riefen
Jens Berger | 24. Juli 2014 | www.nachdenkseiten.de

Der Autor Jens Berger beleuchtet das Netzwerk der Separatisten, das von Pawel Gubarew („Volksgouverneur“ der „Volksrepublik Donezk“) über Alexander Borodai („Premierminister“) bis zu Igor Girkin (Oberbefehlshaber/Verteidigungsminister) reicht.

Er zeigt auch die ideologischen Hintermänner, wie Alexander Prochanow, Alexander Dugin (From Crimea to Lisbon) und die neurechte Intelligenzija und den Isborsky Club.

Der Autor Jens Berger warnt: „Die Separatisten im Donbass sind ein Spielball der Ultranationalisten rund um den Isborsky Club, der erst vor wenigen Tagen in Donezk seine erste „Außenstelle“ eingeweiht hat. Putin selbst hat auf sie keinen nennenswerten Einfluss, ihr Einfluss auf Putin ist umgekehrt jedoch auch marginal.“

Jens Berger macht die Zwickmühle deutlich:

„Genährt werden die Ultranationalisten vor allem durch die Konfrontationspolitik des Westens. Wenn man sich den Kampf zwischen den Ultranationalisten und den Nationalliberalen wie ein Pendel vorstellt, dann bewirkt jede Sanktion, jede einseitige Schuldzuweisung und jede konfrontative Geste, dass das Pendel stärker zu den Ultranationalisten ausschlägt. Sie sind die eigentlichen Nutznießer der Konfrontationspolitik. Nun haben die Ultranationalisten den „Beweis“ dafür, dass der Westen Russland aggressiv unterjochen will, Verträge nicht eingehalten werden und Russland alleine dasteht – zumindest sehen dies viele Russen so. Das Kunststück, das nun von Nöten ist, wäre ein Ende der Eskalations- und Konfrontationsspirale. In Moskau wird dieser Wunsch bei allen, die den Ultranationalisten nicht nahe stehen, auf offene Ohren stoßen. Es ist allerdings am Westen, dieses Signal auszusenden. Bleibt es aus, droht eine weitere Stärkung der Ultranationalisten. Fragt sich, ob wir die Geister, die wir riefen, dann noch einmal loswerden?“

Putin ist selbst in der Zwickmühle, ist selbst verletzlich. Wenn der westliche Sanktionsdruck zu stark wird, kommen in Russland innenpolitische Alternativen zum Tragen. Eine neue Gewichtsverteilung aber könnte die bösen Geister bis in den Kreml und bis an den Atomknopf führen! m/s

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m/s