Dienstag, 22. August 2017
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Die Kosten der Armut in Berlin

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Das Land Berlin gibt inzwischen gigantische 451 Mio. € im Jahr für Familienberatung, Jugend-Wohngemeinschaften, Heime und andere Hilfen zur Erziehung aus. Es ist Geld, das „nachsorgend“ ausgegeben wird, wenn „Familien und Kinder“ längst in Not geraten sind.

Es ist Geld, das dringend bei vorsorgenden Ausgaben und freiwilligen Ausgaben fehlt. Es ist Geld, das Einzelfall für Einzelfall „zwanghaft“ aus den Haushalten entnommen wird. Geld das für „politische Gestaltung“, sondern nur als Pflichtausgabe und Notpflaster ausgegeben wird.

Ein Beitrag in der Berliner Morgenpost wirft ein Schlaglicht auf eine kulminierende Fehlentwicklung, die alarmierend ist_

„Erziehungshilfe | Von Joachim Fahrun | Berliner Morgenpost | 2.8.2014
Überforderte Eltern – Berlin zahlt mehr als 400 Millionen Euro“

„Berlin gibt immer mehr Geld für Familienberatung, Jugend-Wohngemeinschaften, Heime und andere Hilfen zur Erziehung aus. Die Kosten sprengen den Haushalt. Die Praxis in den Bezirken ist unterschiedlich.“

Auffällig ist der starke Anstieg in den Bezirken mit sozialen Brennpunkten, in denen Arbeitslosigkeit, Niedriglohn und Zuzug aus zu teuren Mietwohnungen in Billigquartiere stattfindet.

Bis auf Zehlendorf-Steglitz, in dem eine leicht sinkende Tendenz zu verzeichnen ist, sind in allen Bezirken wachsende Fallzahlen zu verzeichnen. Spitzenreiter: Marzahn-Hellersdorf, das auch die stärkste Zuwanderung aus Zwangsumzügen von Hartz4-Empfängern und insbesondere Alleinerziehenden verzeichnen.

Brennpunktbezirke sind auch Neukölln, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und im Westen Spandau und Reinickendorf.

Pankow kommt vergleichsweise gut weg, jedoch werden hier seit 10 Jahren Problemfälle und Arbeitslose in anderen Bezirke verdrängt (2011-2012 wenigstens 2.600 Fälle).

Konzertierte Politik erforderlich

Angesichts der hohen Kosten pro Einzelfall und der hohen Gesamtkosten sind im Bereich der Familienberatung und Jugendhilfe längst weitergehende Reformschritte notwendig.

Die Frage an die Politik lautet: kann man mehr Geld „vorsorgend“ einsetzen – und letztlich hohe Gesamtkosten vermeiden? Muß auch die vielfältige Trägerlandschaft genauer unter die Lupe genommen werden, weil es z.B. auch Fälle gibt, in denen Mitarbeiter von Trägern „Kinder und Jugendliche“ in Betreuung „hineinberaten“ – und so ihre Stelle als Sozialarbeiter sichern?

Braucht es in diesem Bereich ein unabhängiges Controlling, vergleichbar dem medizinischen Dienst der Krankenkassen? m/s

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m/s