Mittwoch, 23. August 2017
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Die neue Berliner S-Bahn wird in Pankow gebaut

Neue Berliner S-Bahn

Heute ist der Brief mit dem Auftrag für die neue Berliner S-Bahn bei Stadler in Pankow eingetroffen. Der Großauftrag hat bei Geschäftsleitung und Belegschaft große Freude ausgelöst. Doch gefeiert wird noch nicht, denn das Werk im Pankow Park ist schon in den Betriebsferien. Katrin Block, Pressesprecherin des Unternehmens, teilte mit: „Die S-Bahn wird in Pankow gebaut!“. Die neuen Züge für die Berliner S-Bahn wurden von büro+staubach berlin entworfen und gestaltet.

Das Team um Prof. Staubach hat auch die neue Berliner U-Bahn entworfen, die ebenfalls von Stadler gebaut wird. Das renommierte Designbüro ist für viele erfolgreiche Schienenfahrzeug-Designs in aller Welt bekannt.
Die S-Bahn Berlin GmbH hat mit dem Konsortium aus Stadler Pankow GmbH und Siemens einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 1.380 Wagen abgeschlossen. Die ersten 106 Züge wurden verbindlich bestellt.

Auslastung der Schienenfahrzeugproduktion in Pankow

Das Auftragsvolumen für die 85 vierteiligen und 21 zweiteiligen Fahrzeuge beläuft sich auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. Die S-Bahn Berlin, eine Tochterfirma der Deutschen Bahn, plant den Einsatz der neuen Fahrzeuge auf den Linien der Ringbahn (S 41 und S 42) sowie den südöstlichen Zubringern S 47, S 46 und S 8. Dies entspricht etwa einem Drittel des gesamten S-Bahn-Streckennetzes von Berlin. Die ersten zehn Fahrzeuge werden bereits ab 2020 im Einsatz sein. Anschließend werden fortlaufend bis 2023 alle übrigen Fahrzeuge auf die Berliner Schienen gebracht. Produziert und endmontiert werden die Fahrzeuge in dem Berliner Werk der Stadler Pankow GmbH.

Test mit Vorserienfahrzeugen geplant

„Bei den ersten zehn Fahrzeugen handelt es sich um ‚Vorserien- und Probefahrzeuge‘. Sie durchlaufen umfangreiche Tests, bevor sie in den regulären Fahrgastbetrieb gehen – so sollen mögliche Erkenntnisse aus dem Betrieb in Berlin in die Serie mit eingebracht werden“, erklärt Ulf Braker, Geschäftsführer der Stadler Pankow GmbH.

„Siemens und Stadler bieten für die Zukunft der S-Bahn Berlin eine einzigartige Kombination von Kompetenzen. Beide Unternehmen sind in Berlin tief verwurzelt, und gemeinsam werden wir Fahrzeuge liefern, die über Jahrzehnte hinweg mit höchster Zuverlässigkeit funktionieren und der technologischen Spitzenklasse angehören“, sagte Sabrina Soussan, CEO des Geschäfts mit Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen sowie Lokomotiven von Siemens.

Modernes Designkonzept mit flacher Front

Von außen betrachtet verfügen die Fahrzeuge über ein modernes Design, bleiben aber weiterhin der vertrauten gelb-roten Farbgebung treu. Neben leistungsfähiger Antriebs- und Steuerungstechnik, die für einen besonders effizienten und leisen Betrieb der Fahrzeuge sorgt, sind Neuerungen hauptsächlich für den Innenraum angedacht. So wird dieser durchgängig begehbar sein und über eine zeitgemäße Fahrgastinformation sowie einen großzügigen und freundlichen Fahrgastbereich verfügen. Erstmalig in Berlin werden die Fahrzeuge mit einer Klimaanlage ausgestattet. Es wird Rollstuhlplätze in unmittelbarer Nähe zum Fahrer geben. Die Sitze sind, wie in S-Bahnen üblich, fast ausschließlich vis-à-vis angeordnet und werden durch zahlreiche Stehplätze und großzügige Mehrzweckbereiche ergänzt.

Konsortialführung liegt bei Stadler

Der Konsortialführer Stadler übernimmt den mechanischen und wagenbaulichen Teil der Konstruktion und Fahrzeugproduktion. Darunter fallen beispielsweise die Klimatisierung und die Montage aller Komponenten. Siemens verantwortet den elektrischen Anteil. Dies umfasst das Antriebs- und Bremssystem, die Bordnetzversorgung, Fahrzeugsteuerung, Zugsicherungs- und Fahrgastinformationssystem sowie die Drehgestelle der Fahrzeuge. Die Instandhaltung der Fahrzeuge wird von der S-Bahn Berlin GmbH durchgeführt, die dazu die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen wird.

Die Siemens AG (Berlin und München) ist als führender internationaler Technologiekonzern mit eigenem Bereich für Schienenfahrzeuge beteiligt und produziert auch in Berlin (SIEMENS VT in Treptow und Siemensstadt).

STADLER Nahverkehrszug-KISS
Erfolgsmodell: STADLER Nahverkehrszug-KISS (komfortabler innovativer spurtstarker S-Bahn-Zug)

Die Stadler Rail Group ist Systemanbieter von kundenspezifischen Lösungen im Schienenfahrzeugbau. Der Hauptsitz ist in Bussnang, und hat umfasst Standorte in der Schweiz (Altenrhein, Bussnang, Winterthur und Biel), in Deutschland (Berlin-Pankow, Berlin-Reinickendorf und Velten), Polen, Ungarn, Tschechien, Italien, Österreich, Niederlanden, Algerien und den USA. Gruppenweit werden rund 6.000 Mitarbeitende beschäftigt.
Die Stadler Rail Group baut auch die neue Berliner U-Bahn. Regionalzüge wie der Gelenktriebwagen GTW,Regio Shuttle RS1, FLIRT und der Doppelstocktriebzug KISS fahren bei DBAG und ODEG. Die Variobahn ist eine Straßenbahn, die in Potsdam im einsatz ist.

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m/s