Samstag, 18. November 2017
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Draht & Blech – statt Grün?

Garbátyplatz im Juni 2015

Der Garbátyplatz wird täglich neu von Fahrrädern erobert. Das Denkzeichen ist zum größten Fahrradständer Pankows umfunktioniert worden. Der Erfolg der Radverkehrspolitik hat seine Schattenseiten: wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, findet immer weniger Platz, um das Rad zwischendurch abzustellen.

Garbátyplatz im Juni 2015
Garbátyplatz im Juni 2015: Drahtesel pflastern den Gehweg – kein Grün!

Die Aufenthaltsqualität leidet, und manches andere Detail zeigt nun, wie fragwürdig die Entscheidung für die grauschwarze Fassade heute wirkt.

Das Florida-Eiscafé hat sich in die vor der heißen Mittagssonne geschützte Nische neben der Apotheke zurückgezogen. Im zuerst angemieteten Laden an der langen Gebäudefront war der Bürgersteig zu schmal. Die Hitzestrahlung der dunklen aufgeheizten Fassade ließ an Sonnentagen das Eis in den Händen der Kunden in Sekunden schmelzen.

Die überall rücksichtslos abgestellten Fahrräder behindern den Fußgängerverkehr. Selbst am Haltestellenmast sind Fahrräder angeschlossen.

Das ursprünglich in den Bauentwürfen gezeichnete Pflanzbeet wurde nicht realisiert. Stattdessen Sonnenschirme und Sitzplätze.
Eine konzeptlos aufgestellte BVG-Wartehalle steht vor dem Haupteingang zum EDEKA Markt, obwohl das Brückenhaus für genügend regengeschütze Flächen auf dem Garbátyplatz sorgt.

"Kampf-Radparken" am U + S-Bahnhof Pankow im Februar 2013
„Kampf-Radparken“ am U + S-Bahnhof Pankow im Februar 2013

Es ist eng auf dem Garbátyplatz, zu eng für einen Hauptumsteigepunkt eines Vorstadtzentrums, und viel zu eng für ein weiter wachsendes Pankower Zentrum.

Die Aufenthaltsqualität fehlt, es ist kein Platz zum Verweilen, sondern nur zum Einsteigen, Aussteigen, Umsteigen und für die Befriedigung des unmittelbaren „Verkehrsbedarfs“. Schon im Jahr 2013 wurde das Thema der „Kampf-Radparker“ in Pankow |25. 02. 2013 | Pankower Allgemeine Zeitung“ hier in der Zeitung aufgegriffen.

Obendrein ist das Umfeld des Bahnhof Pankow von Imbissständen und Marktständen, häßlichen Plakatwänden und Dreckecken geprägt.

Zentrum des Fahrrad-Diebstahls

Und es ist ein Berliner Hotspot für Fahrraddiebstähle. Im vergangenen Jahr wurden rund 25% aller Fahrraddiebstähle im Alt-Pankower Zentrum begangen. 539 Fahrräder wurden gestohlen – von insgesamt 4.059 gestohlenen Fahrrädern im Großbezirk.
Die Dunkelziffer nicht gemeldeter Fahrraddiebstähle ist dabei nicht erfasst. Auch ein altes gebrauchtes „Dienstfahrrad“ der Pankower Allgemeine Zeitung zum „Flohmarkt-Restwert“ von 30 € war mit dabei.

Gibt es eine neue Zukunft für den Garbátyplatz?

Der Garbátyplatz ist keine städtebauliche Visitenkarte für Pankow – stattdessen bereitet sich hier ein städtebaulicher Sanierungsfall vor. Neue Ideen und Konzepte und sind gefragt:

„wie können Fußgänger, Fahrradfahrer und öffentlicher Raum besser genutzt und gestaltet werden?“

Ideen für die „FahrRadStadt“ Pankow gesucht!

Die Redaktion ruft zu einem Ideenwettbewerb auf:

Rettet den Garbátyplatz!
Die „FahrradStadt“ verdient Zukunftsideen!

Gesucht sind Ideen, Konzepte und Vorschläge für die „FahrradStadt“ Pankow. Wo ist Platz für Fahrräder? Wie können diese besser und sicherer abgestellt werden? Welche Zukunftskonzepte gibt es? Brauchen wir ein „Radler-Kombi-Monats-Abo“ für den ÖPNV? Könnte man auch Bahnsteige verlängern, und bewachte Abstellplätze schaffen? Wo sind Kellerräume und Untergeschosse?
Was stört – und was kann weg?

Die besten Ideen werden in der Pankower Allgemeine Zeitung vorgestellt – und zum Flora-Straßenfest am 29.August 2015 vorgestellt und prämiert.

Es gibt Einkaufsgutscheine, Buchpreise und Freikarten zu gewinnen. Die Ideen werden in einer „Wanderausstellungs-Mappe“ zusammengefasst. Die „Wanderausstellungs-Mappe“ kann später in Schulen, im Rathaus und Einkaufszentren ausgehängt werden.

Teilnahmeunterlagen bitte per Mail anfordern:
redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

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m/s