Montag, 23. Oktober 2017
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im grünen Band

Dreiecksknoten
im grünen Band

Grünes Bank Dreiecke

Im ersten Teil der Artikelserie zum Mauergrünzug “Grünes Band Berlin” führte der Weg durch den Mauerpark zum Kinderbauernhof Moritzburg und zum Spielplatz am Nordende des Mauerparks. Heute wandern wir weiter über den Schwedter Steg, überqueren das Nordkreuz zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen, Bornholmer Straße und Schönhauser Allee und wandern bis zum Nassen Dreieck.

1997-98 wurde der Schwedter Steg als Bogenbrücke für Fußgänger und Radfahrer errichtet, um den Mauerpark mit den nördlich daran anschließenden Wohngebieten zu verbinden. Der 230 Meter lange Schwedter Steg stellt den Anschluss an den Grünzug nach Norden her, und kann bequem mit dem Rad befahren werden.
Vom Schwedter Steg hat man einen hervorragende Überblick über das gesamte Dreieck des Nordkreuz, das von einem dichten Netz der Gleisanlagen und dichten Baum- und Strauchbeständen geprägt ist.

Blick vom Schwedter Steg in Richtung Gesundbrunnen (links) und Schönhauser Allee (rechts)Blick vom Schwedter Steg in Richtung Gesundbrunnen (links) und Schönhauser Allee (rechts)

An der 2002 für den Verkehr frei gegebenen Behmstraßen-Brücke wurde eine aufwändige Rampenkonstruktion hergestellt, die den Radweg unter der Behmstraßen-Brücke herumführt und auf der anderen Seite in die Norwegerstrasse mündet (siehe http://wiki.worldflicks.org/behmstrasse_bridge.html ). Die Rampenneigung ist flach, der Radweg und die Rampen können bequem befahren werden.

Bösebrücke: Rampe mit Unterführung, Nordrampe an der Norweger Strasse Bösebrücke: Rampe mit Unterführung, Nordrampe an der Norweger Strasse
Kartenausschnitt: Grünes Band Berlin am Nordkreuz
Kartenausschnitt: Grünes Band Berlin am Nordkreuz /
Quelle: SenStadtUm

Die Behmstraßen-Brücke verbindet Prenzlauer Berg mit dem Gesundbrunnen und ist eine wichtige Ost-West-Straßenverbindung. In der Norwegerstraße wird man von dichten Grün empfangen. Längs der Mauer an der Regionalbahnlinie flankiert ein knapp 10 Meter breiter Grünstreifen einen verwilderten und stellenweise zugewucherten Fußweg – der von einer Allee japanischer Zierkischen markiert ist. Im Frühjahr entwickeln die Bäume einen prächtigen rosafarbenen Blütenzauber. Die sommergrünen Bäume fallen durch ihren regelmässigen Wuchs, Veredelungsstellen und gleichmässigen Kronenformen auf. Die Zierkirschen wurden anläßlich der deutschen Wiedervereinigung von japanischen Bürgern gespendet – und sind als optischer Akzent im ansonsten naturnah gestalteten grünen Band zu finden. Der schmale Gehsteig in der Norwegerstrasse hat einen wildwüchsig grün bewachsenden Unterstreifen, der selbst Hunden zum Hindernis wird.

Die Straße ist eine typische Anliegerstrasse, und wird deshalb nur wenig von Autos befahren. Radfahrer und Fußgänger nutzen deshalb die Strasse und lassen den Grünstreifen „links liegen“. Auch die Fahrrad-Stadttouren nutzen die Strasse auf dem Weg nach Alt-Pankow.
Blick von der Bornholmer Brücke in die Norweger StrasseBlick von der Bornholmer Brücke in die Norweger Strasse

Die Bornholmer Straße mit der Bösebrücke stellt als ehemalige Grenzübergang die Verbindung zwischen dem Ost- und dem Westteil Berlin her. Es war zugleich der nördlichste der ehemals sieben innerstädtischen Grenzübergänge. An den Tag der Maueröffnung erinnert heute der „Platz des 9. Novembers 1989“ an der Bösebrücke. Zwei Tafeln der Geschichtsmeile zur Berliner Mauer informieren hier über die Ereignisse dieser geschichtsträchtigen Nacht (westlich und südöstlich der Bösebrücke).

Nördlich der Bösebrücke weitet sich das Grüne Band auf. Hier geht die Zierkischen-Allee weiter, links flankiert von der Stettiner Bahn, die an der Bornholmer Strasse nordöstlich abzweigt und über Pankow, Heinersdorf nach Karow, Buch und Bernau führt. Rechts liegt die Kleingartenanlage Bornholm. Der Grünzug auf dem ehemaligen Abschnitt der Norwegerstrasse führt bis zur Maximilianstrasse in Pankow.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hat für dieses Gebiet ein Gesamtkonzept mit Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet, das die grundlegende Landschaftsgliederung erhalten und perspektivisch entwickeln soll. Im Bereich der Kleingartenanlage Bornholm soll das grüne Band zwischen Mauerweg und Bahngelände auch als Hundeauslaufgebiet genutzt werden können. Dieser Abschnitt endet an der Straße „Esplanade“, welche die Grenze zwischen Pankow-Süd und Prenzlauer Berg markiert und ins „Tiroler Viertel“ führt, in dem die Strassen alpenländische Namen tragen.

Informationstafel am Mauerweg/Esplanade
Informationstafel am Mauerweg/Esplanade

Hier steht eine weitere Informationstafel am Mauerweg, die den Fußgänger weiter leiten soll. Bleibt man auf der Pankower Seite, kann man dem Grünzug noch bis zur Maximilian-Strasse folgen (Mehr folgt dazu im 3. Teil der Serie über das „Grüne Band Berlin“).

Unter der Bahn hindurch führt ein Weg zum Nassen Dreieck, der jedoch durch ein Tor und NATO-Stacheldraht gesperrt ist. Hier steht ein Umspannwerk der Bahn, das gegen Vandalismus geschützt werden muss – und sich nun als Hindernis für einen Zugang zum Nassen Dreieck erweist.

Links: Bahnunterführung Richtung Wedding, Rechts: Grünfläche - Blick in Richtung Pankow/Maximilianstraße Links: Bahnunterführung Richtung Wedding, Rechts: Grünfläche – Blick in Richtung Pankow/Maximilianstraße

Das sogenannte „Nasse Dreieck“ ist eine knapp 5 ha große Fläche, die ihren Namen aus ihrer Lage zwischen ehemals 3 Bahngleisen erhielt. Nachdem das nördliche Gleis rückgebaut und der Eschengraben ver-rohrt wurde, ist noch der Name geblieben. Das „Nasse Dreieck“ soll – als eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für die Beeinträchtigung von Natur an anderer Stelle in Berlin – künftig öffentlich zugänglich gestaltet werden. Das Entwicklungskonzept sieht dort Flächen für Spiel und Sport sowie einen naturnah gestalteten Spielraum für Kinder vorgesehen. Die offene Landschaft ist das besondere Merkmal dieser Grünfläche und soll als Blickfeld erhalten werden.
Auf unserem Spaziergang musste das nasse Dreieck daher ausgelassen werden – so wurde dem Wegeverlauf gefolgt – der den Wedding mit der Grüntaler Strasse und Steeger-Strasse erreicht – welche unmittelbar westlich der S-Bahnlinie zum S-Bahnhof Wollankstraße führt.
Das „grüne Band“ hat somit keinen durchgängigen Verlauf, vielmehr wird es zwischen Schwedter Steg und Nassen Dreieck durch zwei „Dreiecksknoten“ unterbrochen – welche durch die Geometrie der Gleisanlagen erzwungen sind.
Die Idee des Grünen Bandes Berlin trifft deshalb auf reale Hindernisse, auch Grundstücksfragen und Eigentumsverhältnisse müssen an vielen Stellen noch geklärt werde.

Die Gutachter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz räumten auch selbst Schwierigkeiten bei der Ausgestaltung des Grünen Bandes ein: „Begrenzte finanzielle Möglichkeiten und Verkehrsicherungspflichten sind ein Grund für die zurückhaltende Einstellung der verantwortlichen Bezirksämter, wenn es um Sondernutzungen in öffentlichen Grünanlagen geht.
Ein (geplanter) BMX-Parcours, Hundeauslaufgebiete oder Naturerfahrungsräume sind nur realisierbar, wenn sich dafür verantwortungsvolle Träger finden.“ (Landschaftsarchitekten Fugmann/Janotta).

Da es sich bei der Idee des Grünen Bandes um ein langfristiges Entwicklungskonzept handelt, sind auch viele kleine konkrete Schritte gefragt.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz hat mit der Aufstellung von Informationstafeln und Info-Säulen einen ersten wichtigen Schritt getan. Die Bürgerbeteligung soll weitere Anregungen ergeben und lädt die Anwohner, Spaziergänger und Besucher ein:

„Wir möchten die Besucher des Grünzuges entlang des ehemaligen Mauerstreifens über die Planungsabsichten informieren. Wir laden Sie ein, Ideen und Gedanken in den Planungsprozess einzubringen oder sich selbst für das Gebiet zu engagieren.
Zum einen wollen wir Ihnen an dieser Stelle die Gelegenheit geben, Anmerkungen zu den Planungen im Pflege- und Entwicklungsplan zu geben. Hier geht es uns vor allem darum, Ihre Meinung zu den Gestaltungsvorschlägen im Landschaftsschutzgebiet (LSG) und den vorgeschlagenen Orten für das Natur- und Freizeiterleben zu erfahren. Vielleicht haben Sie auch eigene Ideen für die Gestaltung und die Nutzung des Gebietes, die Sie gerne mitteilen möchten.“

Bürgebeteiligung:
Noch bis zum Herbst besteht dazu Gelegenheit: „Ein Formular für Ihre Anregungen steht Ihnen bis 31.10.2012 zur Verfügung. Ihre Kommentare und Ideen werden in den weiteren Planungsprozess einfließen und an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet.“ (SenStadtUm).

Weitere Informationen:
1. Teil: „Mauergrünzug “Grünes Band Berlin” (siehe http://www.pankower-allgemeine-zeitung.de/Aktuelle-News-Berlin-Pankow//?p=2142)

Faltblatt zum Grünen Band:
http://www.s-bahn-berlin.de/aktuell/2009/pdf/gruenes_band_bln_faltblatt.pdf

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m/s