Mittwoch, 18. Oktober 2017
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Ehrung für Schankwirt Grassnick

Gastwirt Carl Friedrich Wilhelm Grassnick Foto: Landesarchiv Berlin

Zur Ehrung Carl Friedrich Wilhelm Grassnicks wird am 20. März 2013 um 11 Uhr auf dem Caligariplatz in Weißensee eine Gedenktafel angebracht. Ende des 19. Jahrhunderts betrieb der Sozialdemokrat Grassnick als Schankwirt an diesem Ort eines der bekanntesten sozialdemokratischen Vereinslokale, in dem sich Mitglieder seiner Partei nach Inkrafttreten der sogenannten Sozialistengesetze heimlich treffen konnten.

Gastwirt Carl Friedrich Wilhelm Grassnick  Foto: Landesarchiv BerlinCarl Friedrich Wilhelm Grassnick – Foto: Landesarchiv Berlin

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ehrt Grassnick anläßlich ihres 150jährigen Bestehens in diesem Jahr. Dreimal wurde die Sozialdemokratie in ihrer Geschichte in Deutschland verboten: Ende des 19 Jahrhunderts mit den Sozialistengesetzen, danach in der Zeit des Nationalsozialismus – und zu Letzt in der Zeit der DDR.
Der Sozialdemokrat Grassnick stellte zur Zeit der Sozialistengesetze sein Lokal am heutigen Caligariplatz den Sozialdemokraten für ihre Treffen und ihre politische Arbeit zur Verfügung.
Nachdem sozialdemokratische Vereine und die SPD in Weißensee Einfluß gewannen, wurde die damaligen Gastwirtschaft ab Mai 1876 als sozialdemokratisches Vereinlokal genutzt. Der ehemalige Gerstenhändler Carl Graßnick rief damit als „Agitator” die Geheimpolizei auf den Plan und wurde bald zusammen mit einigen Genossen am 25. Dezember 1878, just zu Weihnachten, aus den Kreisen Niederbarnim, Teltow und Ost-Havelland und den Stadtkreisen Berlin und Charlottenburg ausgewiesen.
Seine Spur verlor sich südlich von Berlin in Lübbenau – und es sind danach keine historischen Nachweise verblieben. Seine Verbannung verbindet sich seitdem mit dem Datum des Inkrafttretens der Sozialistengesetze in Berlin.

Studenten der Elisabeth-Schule, einer Fachschule für Sozialpädagogik in Weißensee, erforschten als Projekt im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Weißensee das Leben von Carl Friedrich Wilhelm Grassnick.

Gefördert wurde das Vorhaben mit Mitteln des Bundesprogramms TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN.

Weitere Informationen zum Projekt und zum Lokalen Aktionsplan unter www.weissensee-in-aktion.de

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m/s