Donnerstag, 17. August 2017
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Eidentity: erst die Crowd, dann die Henne und das Ei!

eidentity - nachhaltige Hühnerhaltung

Mario Reißlandt und seine Partnerin Lisa Wiese haben im Sommer 2015 den Schritt gewagt, sich mit einem kleinbäuerlichen Betrieb selbstständig gemacht. Die uralte Frage, was zuerst da ist: „Die Henne oder das Ei?“ haben sie innovativ und sehr kreativ gelöst: der Businessplan wurde per Crowdfunding auf der Plattform Ecocrowd der Deutschen Umweltstiftung finanziert, die ihre Geschäftsstelle in Prenzlauer Berg unterhält.

In einer landschaftlich schönen Ecke der Mark Brandenburg haben sie ihren Betrieb begründet. Direkt am Übergang vom Oderbruch zur Barnimhochfläche, inmitten einer abwechslungsreichen Landschaft, die durch Wälder, Seen und kleinteilige Landwirtschaft geprägt ist.

In Sonnenburg, ein Ortsteil der Kurstadt Bad Freienwalde, soll der Traum vom nachhaltigen Landbau Wirklichkeit werden. Hier leben nur rund 100 Einwohner, in der Nähe ein Naturschutzgebiet, viel frische Waldluft dazu.

Auf dem ehemaligen Landgut Sonnenburg hat sich eine stabile Gemeinschaft etabliert, die hier im Verein Gut Sonnenburg e.V. mit engagierten Menschen ökologische und nachhaltige Projekte aufbauen wollen. Werner Gerber, Regisseur, Schauspieler und Coach hat das Projekt initiert. Das Leitmotiv ist hoch aktuell, und greift ein Thema eines Symposiums der Heinrich Böll Stiftung aus dem Jahr 2013 auf:

„Was können Pioniere des Wandels für die Gesellschaft und eine Kultur der Nachhaltigkeit konkret beitragen?“ Die Antworten sollen ganz praktisch beantwortet werden, in den Projektideen und realisierten Projekte.

„eidentity“ – nachhaltige Hühnerhaltung und Landwirtschaft

„Ich möchte alle meine Erfahrungen auf den Prüfstand „Sonnenburg“ legen. Was hat Bestand und was gibt es Neues? Mein Ziel: mit vielen verschiedenen Menschen aus der Region und aus der Stadt gemeinsam ein Gesamtwerk zu stemmen, das Arbeit und Zufriedenheit schafft. Ein Ort der Gastfreundschaft an dem Mensch und Natur sich gegenseitig Gutes tun.“

Mario Reißlandt hat sich mit Fachpraktika in der Biolandwirtschaft und Biolebensmittelhandel während seines Studiums an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) weitergebildet. Als frisch gebackener Bachelor und Master für
„Öko‐Agrarmanagement“ hat er sich auf „Ökolandbau und Vermarktung“ spezialisiert. Die Gründung des Landwirtschaftsbetrieb war somit konsequent vorbereitet. Partnerin Lisa Wiese ist Heilpraktikerin, und engagiert sich mit ihrem gärtnerisch-botanischen Wissen. Als Familie leben sie hier ihren Traum:

„Wir sehen die Sonnenburg für uns als Familie mit zwei Kindern als Lebens- und Schaffensort. Neben unserem Traum einer ökologischen Landwirtschaft die wir hier aufbauen, wollen wir in unserer Vision zusammen mit jungen wie älteren Menschen und vor allem mit vielen Kindern zu einer nachhaltigen Gemeinschaft zusammen wachsen.“

Für die Vermarktung der Eier hat sich Mario etwas Besonderes einfallen lassen: das Label und Vermarktungskonzept „eidentity“.

Mobile und nachhaltige Hühnerhaltung
Die Hühnerhaltung soll künftig die Vorteile von Freilandhaltung und sicherer Stallhaltung vereinen. Hühner müssen im Freiland vor Habichten und Füchsen geschützt werden. Ein Mobnilstall wird die Vorzüge nachhaltiger Hühnerhaltung möglich machen. Der „Hühnerstall auf Rädern“ wird regelmässig versetzt.

Durch das regelmäßige Versetzen des Stalls (ca. alle 1 – 2 Wochen) bekommen die Hühner neben dem Bio-Futter-Getreide, kontinuierlich frische Gräser und Samen zum Picken. Die Grasnarbe kann sich nach dem Versetzten des Stalls wieder völlig erholen und ein neuer Bewuchs entsteht. Die Hühner finden so immer frisches Futter, und können ihr Artverhalten frei ausleben. Gleichzeitig wird der Boden geschont und gedüngt – ohne Überbelastung durch Kot und Überdüngung.

Die Hühner zählen zu den Rassehühnern „Les Bleues“. Diese stammen genetisch vom Bressehuhn ab, einer alten französischen Hühnerrasse aus der Region nordöstlich von Lyon. Ihre Besonderheit: sie liefern Fleisch und Eier – und deswegen dürfen Hähne und Hennen auch gemeinsam aufwachsen.

Landwirtschaftlichern Gemüsebau und mobile Stallhaltung ergänzen sich gegenseitig ideal – ein nachhaltiges System der Landwirtschaft, das weltweit vorbildlich ist.
Schon seit 2015 wird in dem jungen Betrieb eine große Vielfalt an Gemüsen angebaut und über Direktvermarktung verkauft.

eidentitiy - nachhaltig - artgerecht - umweltfreundlich

Hühneraktien als Kapitalanlage

Die große Investition in dem Betrieb ist noch nicht voll finanziert. Mit dem Verkauf von Hühneraktien im Stückwert von 250 € sollen rund 30.000 € finanziert werden. Mario Reißlandt wünscht sich noch viele Unterstützer für sein Konzept:

„Mit dem Kauf von Hühneraktien könnt ihr Pate eines oder mehrerer Hühner werden. Mit einer Hühneraktie übernehmt ihr die Patenschaft für ein Huhn. Ihr finanziert damit seinen Platz im Stall, die Pflege des Huhns, das Futter, so wie alle weiteren Kosten, die für die Haltung eures Patenhuhns anfallen. Euer Geld ist hier über einen Mindestzeitraum angelegt. Im Gegenzug erhaltet ihr jährlich eine Dividende in Form eines Genussscheins mit einer bestimmten Anzahl an Eiern, Mast- oder Suppenhühnern.“

Wer mag, kann sich aber auch den Genussschein in Form von Geld ausbezahlen lassen. In jedem Fall ist es sinnvoll angelegtes Geld.
Das Betriebskonzept ist durchdacht und zukunftssicher, und es entspricht auch den Kriterien der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL). Das Logo von eidentity ist auch schon auf Eierverpackungen in einigen Bioläden und Märkten in Berlin zu sehen.

Weitere Informationen:

www.eidentity.org

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m/s