Samstag, 18. November 2017
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Kulturfrau Laila

Ein Gedicht für
Kulturfrau Laila

Rosengarten in KGA Bornholm I e.V.

/// Glosse /// – Am kommenden Wochenende wird in der Kleingartenanlage an der Bösebrücke gefeiert. Im Schaukasten lädt der Vorstand in bunten Lettern ein: „Rosenfest in Bornholm I e.V. – Samstag, den 20.6.2015“. Um 10-13:00 Uhr kommt der vermutlich aufregende Teil: Politfrühschoppen steht kurz und bündig auf dem Programmzettel.

Rosengarten in KGA Bornholm I e.V.
Rosengarten in der Kleingartenanlage Bornholm I e.V.

Ob es um Weltpolitik, Kommunales oder Kleingartenpolitik geht, ist nicht ganz sicher. Es hängt wohl auch von den Gästen ab, die sich angesagt haben.
In jedem Fall wird nachmittags gefeiert: von 16-22 Uhr spielt Live Musik mit der Band „Berlin Beat Club“. Das Team des Vereinsheims „Bauerstube“ ist im vollen Einsatz, und sorgt für das leibliche Wohl.

Kleingartenpolitik nicht ausgeschlossen

Etwas Kleingartenpolitik, Vereinspolitik und Bundeskleingartenwesen wird sicher nicht fehlen, denn in der grünen „Gartenzimmer-Gemütlichkeit“ der Gartenfreundinnen und Gartenfreunde im Bornholm I e.V. tobt ein Kulturkampf zwischen Jung und Alt.

Im letzten Jahr organisierten die „Bornholmgärter“ am Vereinsvorstand vorbei einen „Tag des Offenen Gartens“, viele Kleingartenpächter machten mit. Eher traditionell ausgerichtete Vorstände wollten die im Satzungszweck stehende Kulturarbeit einer jungen und modernen Minderheit aber nicht dulden. Bis heute werden noch Klagen gegen unbotmäßige Unterpächter geführt.
Die Redaktion hat schon ein Auge geworfen, es wird ernsthaft abgewogen, ob die Kleingartenanlage an der Brücke der deutschen Einheit zum Gegenstand von investigativen Journalismus werden soll.

Tatsächlich liegen ernste Hinweise über regelrechte „Rosenkriege“ zwischen Kleingartennachbarn vor, die vermutlich manches honorige Anwaltsherz höher schlagen lassen – wegen der Streitwerte.

Es geht um „geraubte Gartengeräte“, die bei einem Eigentümerwechsel trotz dokumentierter Übergabe-Stückliste plötzlich in Nachbars Garten auftauchten. Auch von mangelnder Freundlichkeit wird berichtet. Eine Familie ausländischer Herkunft wird auf böse Art angefeindet. „Ärger am Müllplatz“, eine „abgekartete Vorstandswahl“ – das pralle Kleingartenleben blüht im Redaktionspostfach auf. Auch das Gemunkel von „laufenden Kündigungsklagen“ hört nicht auf.

Spalten – oder Versöhnen?

Es wäre ein Plaisier, die ganzen Vorgänge aufzuschreiben, und so richtig prall und bunt zu offenbaren.

Doch Halt! – Es gibt immer zwei Seiten eines Konfliktes!

Jung & Alt, sind sich manchmal nicht grün – Manches ist auch subjektiver und objektiver Not und vermeintlicher Handlungsnot geschuldet. Dann wären da noch Kulturfragen, Multikulturfragen – eigentlich muß nur miteinander offen gesprochen werden.

Die Physik und Humanwissenschaft des Vereinslebens lehrt: Jede Wahl sollte gut abgesprochen werden – denn eine verpatzte Wahl ist auch nicht gut für die Moral. Folglich sieht nun aber jede Wahl aus Verliererperspektive immer wie „abgekartet“ aus. Das ist ein Nachteil jeder Vereinsdemokratie, der wohl nur durch Feste & Feiern geheilt werden kann, bisweilen auch durch Humor.

Nach reiflicher Überlegung entstand die Idee, doch etwas zur Versöhnung beizutragen. Kulturfrau Laila sei Dank!

Aufruf von Kulturfrau Laila

Neben der Festeinladung des Vorstands hängt ein weiterer Zettel, mit einem Aufruf:

„Als besonderen Höhepunkt zum diesjährigen Rosenfest möchten wir den originellsten Auftritt einer Einzelperson oder Gruppe prämieren. Das Motto lautet: „Rose“. Außerdem werden wir wieder die drei schönsten Rosengestecke auszeichnen. Lasst Euch etwas einfallen!“ – Das ist schon ein bischen genial: ein Motto aus nur vier Buchstaben!

Die Rose ist nicht nur Symbol der Liebe, sondern auch eine Blume der Inspiration. Schön anzusehen, mit Stacheln am Stiel gebietet die Rose auch, umsichtig zu sein. Zugleich hat sie Dichter, Lyrikerinnen und Sängerinnen inspiriert, schöne Gedanken aufzuschreiben. In Berlin gibt es sogar ein Getränk mit Rosengeschmack, namens Alla Rose.

Leider hat Kulturfrau Laila keine Parzellennummer oder Mail-Adresse genannt, und so wird hier öffentlich reagiert.

Ein Gedicht für Kulturfrau Laila

Das Motto wurde ein wenig zur Herausforderung. Was kann eine Zeitung beitragen, zu so einem Fest? Sollen ein paar versöhnende Worte mit „Rose“ gefunden werden? Ein Song von Bette Midler gespielt werden? Oder ein Versöhnungsgetränk, mit Rosengeschmack?

Die erste Wahl fiel auf eine Lyrikerin – die erst spät zum Ruhm gelangte, und den schönen Vornamen „Rose“ trägt. Ihr Gedicht „Versöhnung“ mag zum kommenden Rosenfest passen, und eine heilsame Wirkung entfalten.

Es ist auch ein schönes Beispiel jüdischer Literatur, das einen Weg durch das Heute in die Zukunft weist – ein Geschenk!

Rose Ausländer: Versöhnung

Weitere Informationen:

Gedichte von Rose Ausländer – Link

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m/s