Sonntag, 17. Dezember 2017
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Einfluss des Klimawandels

Einfluss des Klimawandels

Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes zu den absehbaren Folgen des Klimawandels dürfte Stadtplaner, Architekten, Bauherren und Stadtbewohner brennend interessieren:

Dr. Stefan Zacharias, Dr. Christina Koppe
Einfluss des Klimawandels auf die Biotropie des Wetters und
die Gesundheit bzw. die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung in Deutschland

Die Studie wurde von den Autoren des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutscher Wetterdienstes in Freiburg erarbeitet.

„Aufbauend auf den in einer systematischen Literaturrecherche und einer repräsentativen Wetterfühligkeitsbefragung identifizierten Zusammenhängen zwischen Wetter und Gesundheit sowie auf eigenen Abschätzungen der Beziehung zwischen Wetterfaktoren und Mortalität für das gegenwärtige Klima, wurde der Einfluss des Klimawandels auf Basis von 19 regionalen Klimamodellen für Deutschland analysiert und die Auswirkungen der zukünftigen Entwicklung auf die Gesundheit im vorliegenden Bericht präsentiert.“

Kurzfassung:
„Zahlreiche biometeorologische Studien belegen den Einfluss bestimmter Wetterlagen und Wet-terelemente auf die menschliche Gesundheit. Aufbauend auf den in einer systematischen Literatur-recherche und einer repräsentativen Wetterfühligkeitsbefragung identifizierten Zusammenhängen zwischen Wetter und Gesundheit sowie auf eigenen Abschätzungen der Beziehung zwischen Wetter-faktoren und Mortalität für das gegenwärtige Klima, wurde der Einfluss des Klimawandels auf Basis von 19 regionalen Klimamodellen für Deutschland analysiert und die Auswirkungen der zukünftigen Entwicklung auf die Gesundheit im vorliegenden Bericht präsentiert. Die Auswertung der Modellsi-mulationen zeigt, dass sich die zukünftige Belastung durch hohe Temperaturen in Deutschland bis zum Ende des 21.Jahrhunderts mehr als verdoppeln wird, während die Belastung durch niedrige Temperaturen eher abnehmen wird. Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzewellen werden deut-lich zunehmen. Des Weiteren kommen rasche Temperaturänderungen zum Vortag und innertägliche Temperaturschwankungen, die ebenfalls mit einer erhöhten biotropen Belastung in Verbindung ge-bracht werden, in einem zukünftigen Klima häufiger vor. Biotrope Wettersituationen, die von nicht-thermischen meteorologischen Parametern dominiert sind, werden in der Mehrzahl der Fälle in Zu-kunft voraussichtlich häufiger auftreten. So wird für weite Bereiche Deutschlands eine Zunahme von Tagen mit raschen Luftdruckanstiegen, hohen Windgeschwindigkeiten, geringer Sonnenscheindauer und hohem Luftdruck erwartet. Die erzielten Ergebnisse belegen die Bedeutung des Klimawandels für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland und unterstreichen die Wichtigkeit von Anpas-sungsmaßnahmen, um die Auswirkungen der erwarteten Klimaänderungen so gering wie möglich zu halten.“

Folgerungen für das Berliner Stadtklima

„Im zukünftigen Klima wird bis zum Ende des 21. Jahrhunderts eine relative Abnahme des Temperatureffekts unterhalb des thermischen Optimums um ca. 75 % und eine Zunahme des Temperatureffekts oberhalb des thermischen Optimums um ca. 120 % erwartet. Insgesamt ergibt sich hieraus ein signifikanter Anstieg des thermisch bedingten Mortalitätsrisikos für die ferne Zukunft von mehr als 80 % mit den höchsten zukünftigen Belastungen an den Tälern von Rhein und Donau sowie in der Lausitz.“

Die Autoren kommen u.a. zu dem Schluß, dass es eine starke Zunahme von Hitzetagen geben wird: „So steigt die mittlere Anzahl dieser Tage in Deutschland von 12,5 Tage/Jahr im gegenwärtigen Modell-Klima auf 19,7 Tage/Jahr bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts und auf 38,6 Tage/Jahr bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Dies bedeutet, dass sich die jährliche Anzahl von Hitzewellentagen vom heutigen Klima bis zum Ende des 21. Jahrhunderts voraussichtlich mehr als verdreifachen wird.“

Die aktuelle Studie dürfte die Diskussion um den Klimawandel und um mögliche Vorsorgemaßnahmen zur Klimaanpassung in der Stadtplanung und Bauplanung neu beleben.

Insbesondere die Zunahme sommerlicher Hitzeperioden macht Maßnahmen zur Gebäudekühlung und zum Wärmeschutz erforderlich.

Weitere Informationen und Download:

Umweltbundesamt – Link

Meteorotropie und Biotropie – Wikipedia Link

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m/s