Mittwoch, 23. August 2017
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Endspurt am Heimatort

Kunstausstellung am 30.1.2016

Die Spannung steigt. Noch wenige Tage bis zur großen Vernissage. Die Kunstwerke sind schon am Ausstellungsort eingetroffen. Ein Bild aus der Werkstattphase, nur wenige Tage alt, zeigt den Galeristen in einer handwerklichen Position der Vorbereitung. Die selbst gebaute White Wall wird mit feinen, gleichmässige Strichen in Weiß gestrichen. Eine makellose Oberfläche ist das Ziel, keine Pinselstriche, Tropfnasen oder gar durchscheinender Holzuntergrund dürfen später das Bild der gehängten Kunstwerke stören.

Kunstausstellung am 30.1.2016
Kunstausstellung am 30.1.2016 – Der Galerist auf der Leiter in handwerklicher Position!

Es ist eine anstrengende Arbeit, die mit Muße und Sorgfalt geschieht. Unser Pankower Galerist nutzt diese Zeit auch zum Denken. Es ist auch eine Zeit notwendiger Inspiration. Die visuelle Planung der Hängung und die Positionierung der zu präsentierenden Kunstwerke werden mit dem geistigen Auge geplant. Es ist auch eine Zeit der Vorfreude. Auch wenn dabei die Arme schwer werden, und der Bauch schon nach einem Feierabend-Bier im nächsten Altstadt-Gasthaus sehnt. Die Arbeit muss zügig getan werden.

Das faszinierende an unserem noch immer unbekannten Galeristen: die ganze große Kunstausstellung ist sein ganz persönliches Gesamtwerk. In zugewandten und auch liebevollen Vorgesprächen wurden die Intentionen der Künstler erkundet. Jede Schraube, jedes Bauteil und jede Holzplatte wurden selbst geplant, bemessen, zugeschnitten und montiert.

Die Raumteilung, die Gesamtwirkung im historischen Saal mit markanten Kassettengewölbe wurde millimetergenau geplant.

Der Galerist hat als Kurator auch eine hohe Verantwortung, dass die Bilder „für sich sprechen“ können, und nicht durch die Hängung „ironisiert“ oder gar „dekonstruiert“ werden. Es geht daher auch um Gesamtwirkungen, um harmonische und kontrapunktisches Nebeneinander. Bilder haben die Eigenheit, sich auch gegenseitig ergänzen, verstärken zu können.

Die noch größere Aufgabe aber steht an, wenn die Skulpturen und die Beleuchtung positioniert werden. Kein Schatten darf auf Bilder fallen – umgekehrt müssen ausgeleuchtete Bilder so fokussiert werden, dass benachbarte plastische Kunstwerke keine unerwünschten Schattenrisse auf sich selbst abbilden.

Es geht nicht alles mit Oberlicht, eine Lichtkomposition muss hart und ausprobierend erarbeitet werden. Nicht alles kann im 3-D-Simulationen genau vorgezeichnet werden.

Kunstausstellung am 30.1.2016
Kunstausstellung am 30.1.2016 mit White Cube im Rohbauzustand

Am Freitag ist die große Vernissage, gut zwei Autostunden westwärts von Berlin. Hohe Gäste werden erwartet. Es wird das erste große Kunstereignis im Jahr 2016. Auch einige Freunde, viele Künstlerinnen und Künstler aus Berlin und Europa werden am Heimatort des Galeristen eintreffen.

Die Redaktion packt schon die Reisetasche und die Foto-Ausrüstung, am 30. Januar 2016 um 17 Uhr beginnt die erste Begrüßungsrede. Wer gern mit dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen!

Weitere Informationen:

Kunstweltreise zum Heimatort | 16.1.2016 | Michael Springer | Pankower Allgemeine Zeitung

Mitfahrt-Info: redaktion@kultur-in-pankow.de

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