Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Ephraim-Palais: BERLIN – STADT DER FRAUEN

BERLIN - STADT DER FRAUEN

150 Jahre Frauenbewegung in Berlin – die Kulturgeschichte kennt viele Frauen, die ihre Spuren und ihre Wirkung hinterlassen haben. Eine Ausstellung im Ephraim-Palais stellt viele von Ihnen vor. Die kulturgeschichtliche Ausstellung „Berlin – Stadt der Frauen“ erzählt anhand von 20 starken Frauen und ihren ungewöhnlichen Lebenswegen, wie sie die Geschichte Berlins maßgeblich prägten und wie sie das Korsett gesellschaftlicher und politischer Zwänge abwarfen.

BERLIN - STADT DER FRAUEN
„Berlin-Stadt der Frauen“ im Ephraim-Palais der Stiftung Stadtmuseum – © Stadtmuseum – Foto: Christian Kielmann

Die ausgewählten Berlinerinnen geben einen facettenreichen Blick auf die Frauenbewegung, vor allem aber auf das Generalthema Emanzipation durch Bildung, das kennzeichnend für die Lebenswege von Frauen des 19. und 20. Jahrhunderts ist. Gleich welcher Epoche sie angehörten und welcher Profession sie folgten, haben sie ihr Leben selbstbestimmt gestaltet. Sie sind verbunden durch ihre Herkunft aus dem Bildungsbürgertum, durch ähnliche Chancen, aber auch durch Widerstände, die sie zwischen Tradition und Emanzipation überwinden mussten. Sie schufen Neues und eröffneten mit ihrer Neugier und ihrem Engagement sich selbst sowie Mädchen und Frauen unbekannte Horizonte. Sie alle waren Pionierinnen auf ihrem Gebiet:

Die Politischen
Frauenrechtlerin und erste Leiterin des Lette-Vereins Anna Schepeler-Lette | Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm | Politikerin und Berliner Oberbürgermeisterin Louise Schroeder | Vorsitzende des Klubs der Berliner Trümmerfrauen Anni Mittelstädt | Fotografin und Fotohistorikerin Gisèle Freund

Die Unternehmerischen
Fliegerin und Buchautorin Elly Beinhorn | Zoologin und Direktorin des Berliner Zoos Katharina Heinroth | Sängerin und Schauspielerin Fritzi Massary | Schriftstellerin Marie von Bunsen | Architektin Emilie Winkelmann

Die Kreativen
Malerin, Muse und Modell Charlotte Berend-Corinth | Grafikerin, Malerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz | Bildhauerin und Grafikerin Renée Sintenis | Malerin und Zeichnerin Jeanne Mammen | Fotografin und Fotojournalistin Eva Kemlein

Die Innovativen
Salonnière Cornelie Richter | Pädagogin Dora Lux | Fotografin Marie Kundt | Tänzerin und Choreografin Mary Wigman | Physikerin und Lette-Direktorin Clara von Simson

Diese couragierten Frauen sind bekannt, weniger bekannt oder wiederentdeckt. Sie stehen für Abenteuerlust, Unangepasstheit und Selbstbewusstsein und damit für Berlin. Schon vor 150 Jahren war Berlin ein Ort, an dem vieles möglich war, was anderswo unmöglich schien – auch und gerade für Frauen. Ein Grund dafür war u.a. die Gründung des Vereins zur Förderung der Erwerbs-tätigkeit des weiblichen Geschlechts, dem heutigen LETTE VEREIN BERLIN. Das 150-jährige Jubiläum des Vereins ist der Anlass, den Chancen für Frauen von 1866 bis heute nachzuspüren.

BERLI - STADT DER FRAUEN
„Berlin-Stadt der Frauen“ im Ephraim-Palais der Stiftung Stadtmuseum – © Stadtmuseum – Foto: Christian Kielmann

Lebendig nachgezeichnete Lebenswege
Mit über 300 Objekten aus den Beständen des Stadtmuseums Berlin und persönlichen Erinnerungsstücken werden die individuellen Lebensstationen der 20 Frauen nachgezeichnet, die – jede auf ihre Weise – den Leitgedanken Lettes nahe standen. Film- und Tondokumente ermöglichen einen lebendigen, beinahe direkten Kontakt mit ihnen. Die Szenografien entführen in die jeweilige Zeit oder lassen entscheidende Lebenssituationen wieder aufleben.

Schülerinnen und Schüler des Lette-Vereins aus den Klassen Grafikdesign und Medieninformatik gestalteten einzelne Ausstellungsbereiche, von Großprojektionen bis zu einfühlsamen Video-Inszenierungen. Außerdem zeigen die jungen Mitkuratorinnen in „Tandem-Führungen“ ihre Haltungen und Perspektiven zum Leben junger Frauen von heute. In vielschichtigen Informati-onsebenen wird die Ausstellung erlebbar sein mittels physischer Objektpräsentation, medialer Animation, mehrsprachigen Texten oder aktuellen Statements an der Twitterwall #stadtderfrauen.

Rahmenprogramm und Begleitkatalog
Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Rahmenprogramm begleitet, das sich weiteren Frauenthemen widmet u.a. mit Führungen, Workshops, Lesungen und Gesprächen beim „Sommer im Hof“ oder einer Hörspielnacht mit „Tollkühnen Berlinerinnen“.
Zur Ausstellung ist Verlag M ein Begleitkatalog mit einführendem Essay von Dr. Martina Weinland erschienen.

11.Mai 2016 | Kuratoren-Führung durch die Ausstellung Berlin – Stadt der Frauen
Bildungsbürgerinnen: Von der höheren Tochter zur Akademikerin

Drei Lebenswege beschreiben Bildungsdrang und Aufbruch starker Frauen in die akademische Männerwelt: Während Cornelie Richter, Tochter des Komponisten Giacomo Meyerbeer, als Salonnière ihre Stärken im Privaten verwirklicht, steht die tatkräftige Architektin Emilie Winkelmann fest auf eigenen Beinen. Clara von Simson macht als Chemikerin, Politikerin und Direktorin des Lette-Vereins gleich dreifach Karriere. Es führen Peter Schwirkmann und Dr. Beate Witzel vom Stadtmuseum Berlin. 9 € / 6 €.

BERLIN – STADT DER FRAUEN
20 Biografien erzählen Geschichte

Ausstellung vom 17.03.2016 bis 28.08.2016

Öffnungszeiten Di, Do–So 10–18 Uhr | Mi 12–20 Uhr | Sonderöffnungszeiten: Montag| 16.06.2016 | 10–18 Uhr | Pfingsten
Eintritt 6,00 / 4,00 Euro | jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei,
angemeldete Schulklassen und Kinder / Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei

Infoline Tel. (030) 24 002-162 | info@stadtmuseum.de

EPHRAIM-PALAIS | Stadtmuseum Berlin | Postraße 16 | 10178 Berlin | www.stadtmuseum.de

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