Dienstag, 22. August 2017
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EU-Generation Easy-Armuts-Jet

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Europa ist in einer tiefen Krise – Europas Zukunft sieht nicht gut aus. Nach all den schönen EU-Reformen, Bologna-Reform, Lissabon-Vertrag und einer heimlichen Staatsfinanzierung durch die EZB trifft es die junge Generation mit Macht.

„Die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien und Griechenland bewegt sich um die fünfzig Prozent, in Italien ist sie kaum niedriger, in Frankreich war 2015 ein Viertel der Bürger unter 25 arbeitslos oder ohne Ausbildung. Über ein Viertel der unter 18-Jährigen in Europa sind von Armut bedroht, sagt eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung: Das sind 26 Millionen Kinder und Jugendliche. Und wenn diese jungen Europäer irgendwann doch einen Job finden, dann ist er immer häufiger befristet, prekär oder schlecht bezahlt.“

Und in Deutschland leistet man sich 1,4 Millionen Kinder in Armutshaushalten, bei denen eigentlich ein Befreiungsschlag notwendig ist. Wenn es nur gelänge, das „beziehungsfeindliche Wohnkosten-Regime“ der Grundsicherungsförderung zu brechen.

Trotz Vollbeschäftigung gibt es Arbeitslose – und wichtige Fachkräfte werden aller ökonomischen Vernunft zum Trotz mit 63 Jahren in Rente entlassen.

Heute wird nun zur Abwanderung geraten, weil in Europa „Eine neue Lost Generation verrottet“.

Europas Zukunft Haut doch ab!

Junge Europäer sollen die Probleme des alten Kontinents lösen. Es wäre aber besser für sie, ihn zu verlassen, denn die Städte sind für sie nicht mehr lebenswert.
Boris Pofalla | 10.12.2015 | FAZ

Ganz offensichtlich haben die politischen Eliten nicht erkannt, welche schlimmen volkswirtschaftlichen Reformen man im guten sozialdemokratischen Glauben der Kanzlerschaft vom Gerhard Schröder auf den Weg gebracht hat.
Steuererleichterungen für Konzerne, gigantische Steuerschlupflöcher unter den SPD-Finanzministern Eichel und Steinbrück – und die alle Kommunalfinanzen zerstörende Privatisierung öffentlich-steuerfinanzierter Wohnungsbauten. Es gibt nämlich keinen Geldrückfluß, wenn in den Kommunen soziale Grundsicherungen in Mieterträge ausländischer Pensionskassen fliessen.

Man hat für den Finanzkapitalismus das Feld geebnet, die Maschmeyer-Rürup-Connection und der Versicherungskonzerne hat den Umbau der Altersvorsorge auf Immobilienanlagen betrieben – und nun kann die nachwachsende Generation den geburtenstarken „Vorsorge-Rentnern“ nicht mehr die private Zusatz-Rendite finanzieren.

Vor allem aber: die junge Generation bekommt keinen Kredit, es gibt keine ausreichend skalierenden Geschäftschancen mehr, weil Konzerne praktisch die ganze Welt mit Filialnetzen und Online-Shops zugepflastert haben.

Downsizing und prekäre Löhne reichen nicht aus, um in 45 Jahren das Geld für 76-96 Jahre Lebenszeit zu verdienen. Der Lebensstandard sinkt unaufhaltsam!

Im Wettbewerb mit Asien ist auch keine breit tragende Zukunftsdividende im Ansatz erkennbar. Während die Globalisierung ein weltweites Wirtschaftswachstum antreibt, ist Europa vorwiegend mit sich selbst und mit politisch-fiktionalen Streit befasst.

Die Generation „Easy-Armuts-Jet“ hätte jetzt die Chance, ganz neu anzufangen. Fachwissen und Tatkraft werden weltweit gesucht. Afrika – Asien – Lateinamerika – Kanada – es gibt mehr Platz, mehr Sonne, mehr Chancen und mehr natürlichen Kredit, und „good money to invest!“

Warum um Himmels Willen soll man sich 170 Regentage im Jahr antun? Systemares Politikversagen und ehrenamtliches Engagement – wenn doch am Ende nur das Prekariat und Altersarmut winkt?

Oder gibt es noch einmal den große politischen Neuanfang, weil die heutige Politikergeneration es plötzlich umtreibt, wer eigentlich noch ihre Renten bezahlen wird? Noch ist in Europa Geld genug da – für Neuanfänge! Und ein ausgewogeneres Modell von Wirtschaftspolitik, das individuelle Chancen, Gemeinwohlstand und Wettbewerb und internationale Kooperation neu verbindet.

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m/s