Dienstag, 21. November 2017
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EU-Projekt gegen Organisierte Kriminalität erfolgreich

Autodiebstahl - Foto: GDV

Ein europaweites Projekt gegen Organisierte Kriminalität wurde erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden 575 Haftbefehle erwirkt. Diese Polizeimeldung vom 02.06.2016 dürfte reif sein für das Guinnes-Buch der Rekorde. Eine bisher im Umfang einmalige Polizeikooperation hat die wachsenden Fähigkeiten einer europaweiten Polizeivernetzung und Kooperation demonstriert. Die Polizei Berlin war zusammen mit 100 anderen Polizeidienststellen an dem europaweiten Projekt zur Bekämpfung der international organisierten Kfz- und Eigentumskriminalität sowie der russischsprachigen Organisierten Kriminalität beteiligt.

Autodiebstahl - Foto: GDV
Autodiebstahl – Foto: GDV – Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Auf Mitinitiative des Landeskriminalamtes Berlin beantragte das Bundeskriminalamt im Programm “Prevention of and Fight against Crime (ISEC)“ Fördermittel der Europäischen Union. Damit startete zum 1. Januar 2014 gemeinsam mit den Partnerstaaten Estland, Frankreich, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden sowie EUROPOL eine intensive und direkte Zusammenarbeit zur Kriminalitätsbekämpfung. Als Hauptprojektpartner war das Landeskriminalamt Berlin in zentraler Funktion beteiligt.

Fahrzeugdiebstähle aufgeklärt

So wurden europaweit 781 Fahrzeugdiebstähle mit einem Schaden von mehr als 50 Millionen Euro aufgeklärt. Allein in einem Ermittlungskomplex ermittelten die Polizeikräfte in Polen 90 in Berlin entwendete Premiumfahrzeuge, überwiegend Fahrzeuge der Marke Land Rover. Ebenso konnte eine Serie von Audi-Diebstählen aufgeklärt werden.

Wohnraum-Einbrüche aufgeklärt

Weiterhin ermittelten die Polizisten zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Griechenland und Georgien Tatverdächtige zu europaweit 174 Wohnraumeinbrüchen mit einer Schadenssumme von rund 10 Millionen Euro. Allein in diesem Zusammenhang wurden 29 Haftbefehle erwirkt.

Paß- und Dokumentenfälschung aufgeklärt

Auch die Massenproduktion von gefälschten Reisepässen, Identitätskarten und Führerscheinen konnte aufgeklärt werden. Dabei wurden 100 Nutzer, Vertreiber, Hersteller und Hinterleute festgenommen sowie 138 Durchsuchungen in Tschechien, Österreich, Polen, Italien, Portugal, Frankreich, Belgien und Deutschland durchgeführt.

Zahlreiche Personen festgenommen – Netzwerke zerstört

In der Gesamtbilanz des zum 31. Mai 2016 beendeten Projekts wurden 72 Gruppierungen der Organisierten Kriminalität komplett und 15 Gruppierungen zum Teil zerschlagen, 1.890 Tatverdächtige identifiziert, 575 Haftbefehle erwirkt und 382 Personen festgenommen. Der ermittelte Gesamtschaden in der Laufzeit dieses Projekts liegt bei rund 65 Millionen Euro.

Wegen des Erfolges wurden weitere europäische Finanzmittel für ein Anschlussprojekt, das zum Januar 2017 starten soll, beantragt.

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m/s