Montag, 18. Dezember 2017
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EZB – Mitreden über den Euro

Europäische Zentralbank EZB

Der Euro, Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) – fast täglich wird über die europäische Währung, über Währungspolitik und über Entscheidungen der EZB berichtet, kommentiert.

Wechselkurse, Inflationsraten, Bankenkrise, Finanzkrise, Staatsanleihen, … eine schier unüberschaubare Zahl von Begriffen und währungspolitischen Fachkenntnissen ist erforderlich, um überhaupt zu verstehen, was mit uns, unserer Währung, mit unseren Sparkonten – und mittelbar mit unserer Arbeit, unserer Wettbewerbsfähigkeit und unserem Wohlstand geschieht.

Ganz im Ernst: „Reden Sie auch bei Eurothemen mit?“ – „Rennen Sie aufgeregt zur Bank, wenn sich der Wechselkurs bewegt?“ „Möchten Sie auch bei der Flucht in Sachwerte mitmachen, die gerade propagiert wird?“ – „Lassen Sie sich von aufgeregten Adrenalin-Junkies bei Börsennachrichten anstecken, die mal hier, mal da eine Hausse oder einen Börsensturz vorherwähnen?

Mitreden über den Euro setzt Wissen, Verstehen und tiefe volkswirtschaftliche und währungspolitische Kenntnisse voraus. Nicht alles was in Nachrichten, Kommentaren und Sondersendungen gesagt, gezeigt und kommentiert wird, ist von Bestand. Und manches ist einfach auch interessengeleitet, zumal wenn Finanz- und Vermögensberatungen zum Interview eingeladen werden.

Europäische Zentralbank
Europäische Zentralbank
European Central Bank
Banque centrale européenne – Frankfrurt/Main

Das Mitreden muß heute auch gelernt werden, es ist überhaupt nicht einfach, es ist eine Herausforderung, „Bescheid“ wissen zu wollen.

Glücklicherwiese ist die Europäischen Zentralbank nicht so geheim, wie es der alleinige Blick in Zeitungen, Online-Blogs und Magazine suggerieren könnte. Die EZB ist sehr transparent, um ihre Grundlagen, Zuständigkeiten, Aufgaben und ihre Politik verstehen zu lernen.

Um den gemeinsamen Währungsraum des Euro führen zu können, muß eine international verfaßte Zentralbank auch die Volkswirtschaften und Politik ihrer Mitgliedsländer integrieren können.

Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Zypern – eine gemeinsame Euro-Zone, die eine historische Errungenschaft in Europa ist.

Wenn heute aktuell wieder von „Krise“ die Rede ist, dann muß die richtige Perspektive gefunden werden. Denn es ist vor allem Psychologie, ob man sich von „krisenhaften“, also unvorhergesehenen Entwicklungen „schrecken“ lässt.

Die EZB arbeiten auf Basis einer grundlegenden Unabhängigkeit, sie verfügt über „operative oder funktionelle Unabhängigkeit“, über „institutionelle Unabhängigkeit“, „finanzielle Unabhängigkeit“ und muß ihr Instrumentarium einsetzen.

Ihre Finanzinstrumente, Kapital und Währungsreserven und die Kenntnis der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Mitgliedsstaaten sind allesamt indirekt wirksame Instrumente, die „Wirtschaft“ motivieren, beeinflussen – aber nur indirekt lenken und steuern.
Sie kann Wirtschaft nicht unmittelbar lenken, sondern nur durch Steuerung wichtiger Kenngrößen wie z.B. Geldmenge, Zins und auch Negativzins die Konjunktur und Wirtschaftsentwicklung beeinflussen.

Ständige Kontrolle und Transparenz der Entscheidungen sind deshalb unabdingbar – nur so kann eine „zukunftsgerichtete Wirtschafts- und Währungspolitik“ organisiert werden.

Es kann daher nicht schaden, wenn alle EU-Bürger mehr Wissen und Fachwissen teilen, und sich mit den offenen Problemen und Fragen rund um die „EZB“ befassen; „unsere Europäischen Zentralbank“.

Aktuelle Entscheidungen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank

Mario Draghi hat sich nun entscheiden, in den Markt der Staatsanleihen einzugreifen,

Aktuell wird nun Einfluß auf den Anleihemarkt genommen, um das durch „faule Papiere“ belastete Finanzsystem neu anzutreiben. Das „Quantity Easing“ (QE) ist nun in aller Munde, und vor allem deutsche Sparer befürchten den Verlust ihrer Vermögen.

Negativzinsen und Kursverluste des Euro sorgen für Verschiebungen, tatsächlich lohnt es nicht mehr, einfach Geld auf der Kante zu haben, und zu warten, bis Dritte die Zinsen erarbeitet haben.

Plötzlich gibt es eine mentale Wende: das wohlstandsgemütliche Warten auf Zinserträge ist Vergangenheit! Aber es ist doch auch kein Wunder! Haben wir nicht lange genug zu Lasten der nachfolgenden Generation gelebt? Haben wir nicht lange genug Armut, Minilöhne und Arbeitslosigkeit geduldet?

Haben wir nicht zu lange auf vermeintliche und bequeme Gewißheiten gebaut? Haben wir uns in temporären Sicherheiten gewiegt?

Der Wandel ist heute sicher! Wir müssen etwas tun – Geld muß arbeiten – nicht abwarten! Wenn alle nur herumsitzen, und auf Zinsen warten, dann geht der Geldwert verloren. Aktivität, Innovation und Investition – das ist das neue magische Konzept! Wir müssen Zukunft tatsächlich wieder selbst in die Hand nehmen!

Zuerst: wie wäre es, mehr über die EZB zu erfahren, über ihre Aufgaben, Ziele, Entscheidungen? Über das Eurosystem, über das Risikomanagement „European Systemic Risk Board“? Über Informationen zu den geldpolitischen Beschlüssen?

Und wie wäre es, wenn man das Wissen über den Euro mit Lehrmaterial und Spielen auffrischen kann? €CONOMIA – Das Spiel über Geldpolitik, TOP FLOOR – Das Wissensspiel und viele weitere Informationen warten darauf, entdeckt zu werden!

Weitere Informationen:

Europäische Zentralbank EZB – www.ecb.europa.eu

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m/s