Donnerstag, 27. Juli 2017
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Foto-Aktion: Berliner „Behörden-Patina“

Eingangsschild am Rathaus Schöneberg

Vom Amtsschimmel hat schon jeder gehört. Aber was ist eigentlich „Behörden-Patina“? Patina (ital. patina für „dünne Schicht“, „Firnis“) ist eine durch natürliche oder künstliche Alterung entstandene Oberfläche.

„Behörden-Patina“ ist demnach so etwas wie die durch Alterung entstandene Oberfläche von Behörden-Hinweisschildern und Amtsschildern.

Im Außenbereich bildet sich an Amtsschildern durch Regen, Staub und Sedimentation von Feinstaubteilchen und Blütenstaub leicht eine Schicht, die mit sauren und oxidierenden chemischen Prozesssen das Material der Schilder verwittern lässt. Eloxierte Metallschilder werden meist nach Jahren völlig unansehnlich, vor allem wenn sie nicht regelmässig geputz und imprägniert werden.

Im Innenbereich vom Behörden gibt es die „Papierform“ der Behörden-Patina. Mehrfach-Ablagerungen von Papier. Hier werden einfach Blatt um Blatt DIN-A-4-Seiten mit Toner bedruckt und mit allerlei Meldungen, Termin- und Störanzeigen oder Soll-Vorschriften an Wände und Informationstafel geklebt. Oft sind diese Zettel mehrfach vorhanden, manchmal veraltet, manchmal entstehen auch lustige Widersprüche.

Jobcenter Pankow: DIN A 4 Ergänzung
Behörden-Patina im Jobcenter Pankow: DIN A 4 Ergänzung mit Kleingedruckten Text – Foto: anonym
Behörden-Patina im Bürgeramt
Behörden-Patina im Bürgeramt: Zettelwirtschaft mit DIN-A4-Mehrfach-Upate – Foto: anonym

Fundstücke auf der Behörden-Patina-Safari in Berlin

Während der schönen Frühlingstimmung wurde die „Behörden-Patina-Safari“ begonnen. Prominentes Fundstück ist das Schild am Rathaus Schöneberg, das im „Vintage-Schmuddel-Look“ vor dem denkmalgeschützten Gebäude steht. Was fühlen Bürgerinnen und Bürger, wenn sie sich einem solchen Schild gegenübersehen? Was denken Bezirksverordnete und Amtsträger, die ihren Bürger*innen und Steuerzahler*innen derartige Anblicke zumuten?
Gibt es hier eine desintegrierendes Zusammenspiel von lustloser Amtsführung und „Amtsverdrossenheit“ und einer „Staatsverdrossenheit“ beim Bürger? Wir wissen es nicht – und wenden uns an unsere geschätzten Leser*innen: wo gibt es weitere Fundstücke und Kuriositäten zu besichtigen?

Bitte senden Sie uns ihre Fotos und Hinweise – gern auch anonym, aber mit Ortsangabe:

redaktion@pankower-allgemeine-zeitung.de

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m/s