Freitag, 21. Juli 2017
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Frauengefängnis in Pankow wieder in Betrieb

Frauenhaftanstalt Pankow

In Pankow ist es die öffentliche Einrichtung mit der höchsten „Frauenquote“. In der Arkonastrasse/Borkumer Strasse ist sie hinter einer großen Mauer mit Stacheldraht zu finden: die „JVA für Frauen in Berlin – Standort Pankow.“

Seit Mitte Januar ist das Frauengefängnis wieder in Betrieb. Nach Personalmangel im Vollzugsdienst wurde die Haftanstalt für rund eineinhalb Jahre geschlossen. Die Zeit wurde für eine Modernisierung und Renovierung und für die Ausbildung und Neueinstellung von Justizvollzugaanwärtern und Mitarbeitern genutzt.

Für rund 800.000 € wurden die Räume renoviert. Eine Hochsicherheitszelle wurde eingerichtet, um vorübergehend selbstmordgefährdete Frauen bis zur Weiterleitung ins Haftkrankenhaus überwachen zu können. Auch ein barrierefreier Haftraum wurde eingerichtet. Neu sind auch drei Hafträume für straffällige Frauen mit Kleinkind, die hier bis zum zweiten Lebensjahr bei der Mutter in Haft verbringen können. Ältere Kinder werden aus pädagogischen Gründen aus der Haft herausgenommen und von der Mutter getrennt betreut.
Auch an diese Kinder wurde gedacht: für Besuchstage gibt es einen Raum für das Zusammentreffen von Mutter und Kind, um Kinderbesuche älterer Kinder und gemeinsames Spiel in der Haftanstalt zu ermöglichen.

Aktuell ist die Frauenhaftanstalt zu 50% belegt, 20 Frauen sitzen jetzt ein. Auch zwei Schwangere Frauen sind darunter.

Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Grüne) hat vom Amtsvorgänge das Personalproblem übernommen, und will die bereits begonnene Personalverstärkung weiter ausbauen. Ziel ist es, künftig auch wieder genug Kapazitäten vorzuhaltan, damit auch wieder Ersatzfreiheitsstrafen verhängt werden können. Wegen Überbelegung und Personalmangel wurden zeitweise auch Strafen ausgesetzt.

Einige Straftäterinnen haben die Haftaussetzung genutzt, um Ersatzfreiheitsstrafen durch Strafzahlungen abzuwenden.

Justizsenator Behrendt will künftig noch stärker auf Resozialisierung setzen, und Frauen während der Haft auf ein künftiges straffreies Leben vorbereiten. Dies wäre auch für die Gesellschaft der beste Schutz vor neuen Taten.

Doch das Personalproblem ist noch nicht gelöst. Das Land Berlin sucht weiter Justizvollzugsbeamte.

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m/s