Freitag, 18. August 2017
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Freifunk-Standort im grünen Kiezbüro

Stefan Gelbhaar (MdA) mit Freifunk im Kiezbüro

Der Abgeordnete Stefan Gelbhaar ( MdA / Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) im Abgeordnetenhaus Berlin ist auch Sprecher für Medien- und Netzpolitik seiner Fraktion. Für ihn ist die Internetnutzung ein selbstverständlicher Teil seines Arbeitsalltags, aber Gelbhaar will auch mehr erreichen, und Vorreiter sein. Sein Wahlkreisbüro ist daher auch neuer „Knoten“ im Freifunk-Netzwerk.

Stefan Gelbhaar (MdA) mit Freifunk im Kiezbüro
Stefan Gelbhaar (MdA) mit Freifunk im Kiezbüro

Das Wahlkreisbüro von Gelbhaar in der Prenzlauer Allee 22 bietet ab sofort freies Internet für alle, die unterwegs sind und kostenlos surfen wollen. Praktisch: der Freifunk-Zugang reicht bis auf die Straße, und man kann von einem der Parkplätze vor dem Büro direkt ins Internet surfen.

Als neuer „Knoten“ im Freifunk-Netzwerk leistet das Wahlkreisbüro damit einen Beitrag zur digitalen Willkommenskultur in Berlin und zur Teilhabe an der digitalen Gesellschaft. Rund um die Uhr läuft der Freifunk-Router und schafft so einen unkomplizierten WLAN-Zugang zum Internet – ohne zeitliche Begrenzung, ohne Gebühren, frei nutzbar, frei von sozialen Barrieren.

Stefan Gelbhaar vor seinem Wahlkreisbüro
Stefan Gelbhaar vor seinem Wahlkreisbüro in der Prenzlauer Allee 22

Gelbhaar ist als netzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen derzeit besonders über den neuen Gesetzentwurf der
Bundesregierung zur Neuregelung der Störerhaftung für Funknetze (“WLAN-Gesetz”) verärgert:

Gelbhaar: „Die Bundesregierung hat einen Gesetz-Entwurf vorgestellt, mit der Regelung für private Anbieter verpflichten den Regelung, zukünftig die Namen aller NutzerInnen zu erfassen. Dies würde aufgrund des viel zu hohen technischen und organisatorischen Aufwands die offenen Netze privater Anbieter von einem auf den anderen Tag „implodieren“ lassen.

Gelbhaar bringt klar zum Ausdruck: „In der jetzigen Form stellt der Gesetzesentwurf also eine erhebliche Verschlechterung der Rechtslage dar. Er fördert den Ausbau von offenen WLANs in Deutschland nicht, sondern behindert diesen. Damit in Zukunft nicht weniger, sondern mehr Menschen ihr Netz öffnen und miteinander teilen, müssen die Überwachungspflichten für WLAN-Anbieter aus dem Entwurf des „WLAN-Gesetzes“ gestrichen werden und die Freifunk-Bewegung vom Berliner Senat gefördert werden.“

Gelbhaar sieht sein Engagement als praktisches Statement gegenüber der ideenlosen Politik des Berliner Senats. Seit Jahren scheitert der Berliner Senat daran, ein öffentliches kostenfreies WLAN auf die Beine zu stellen.

Gelbhaar schaut nach Europa: „In vielen anderen Städten wie zum Beispiel Wien, aber auch Tallin oder Athen gibt es an vielen Orten freies WLAN. Was die rot-schwarze Landesregierung in Berlin nicht schafft, baut jedoch die Freifunk-Bewegung. Ein öffentliches Drahtlosnetz entsteht so trotz der Senatspolitik – als ein Bürgernetzwerk.“

So funktioniert Freifunk?

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative im deutschen Sprachraum mit Ursprung in Berlin, die denAufbau und Betrieb von selbstverwalteten lokalen Computer-Netzwerken als freies Funknetz fördert. Ziele sind ein hoher Grad an Zensurresistenz, eine Förderung lokaler Kommunikation, ein möglichst dezentraler Aufbau, Anonymität und Überwachungsfreiheit.

Technisch kommt bei Freifunk ein „Mesh“-Verfahren zum Einsatz. In einem Mesh-Netzwerk verbinden sich die beteiligten Router über eine bestimmte Software miteinander. Wenn Router ausfallen, berechnet diese Software automatisch neu, über welche anderen Router die Datenpakete das Ziel erreichen. Im Fall von Freifunk ist dies eine Freifunk-Firmware, die in der Regel auf OpenWrt und weiterer freier Software basiert.

Die von Freifunk verschenkte Freedom Fighter Box ist ein fertig eingerichteter WLAN-Router, der die Daten aus dem offenen WLAN über einen schwedischen VPN-Anbieter ins Internet leitet. Dies hat nur einen unmerklichen Geschwindigkeitsnachteil, aber einen großen juristischen Vorteil: in Schweden gibt es keine Störerhaftung.

So kann ein Freifunk-Router ohne Angst vor Abmahnfallen von Jedermann und Jederfrau betrieben werden.

Neuer Gesetzentwurf behindert Freifunker

Den neuen Gesetzentwurf von SPD_Wirtschaftsminister Siemar Gabriel (SPD) sieht Gelbhaar deshalb kritisch: „Die schwarz-rote Bundesregierung gefährdet den Ausbau dieser Netze – und damit auch das Freifunkangebot im Wahlkreisbüro Prenzlauer 22!“.

Weitere Informationen:

www.wiki.freifunk.net

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m/s