Sonntag, 28. Mai 2017
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Gedenken am 8. Mai 2017

Denkmal im Berliner Volkspark Friedrichshain

Der Bezirk Pankow gedenkt der Opfer des 2. Weltkrieges am 8. Mai 2017 mit drei Gedenkveranstaltungen. „Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Als Gedenktag erinnert er jährlich an die tiefe Zäsur von 1945, den Neuanfang und die doppelte Befreiung von Krieg und Nationalsozialismus“; schreibt die Bundeszentrale für politische Bildung.

„Heute ist der 8. Mai als Gedenktag für das Selbstverständnis der Republik nicht mehr wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Lange Zeit tat man sich vor allem in Westdeutschland schwer mit dem 8. Mai, symbolisierte der Tag doch Befreiung und Niederlage zugleich. Das erschwerte zunächst die öffentliche Beschäftigung mit einer der tiefsten Einschnitte in der deutschen Geschichte und offenbarte zugleich eine Spaltung der Gesellschaft in der Frage, was und wie das richtige Erinnern sei.“

Dass die DDR früh einen Exklusivanspruch auf den Gedenktag äußerte, verstärkte diese Tendenz: Von 1950 bis 1966 feierte man ihn als „Tag der Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus“, er sollte den antifaschistischen Gründungsmythos der DDR verfestigen.
Mit seiner Rede zum 8. Mai rückte der damalige Bundespräsident Richard Weizsäcker 1985 den Tag in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit. Seine Interpretation der Bedeutung des 8. Mai hatte wegweisenden Charakter: Nicht Kapitulation und Niederlage, sondern Befreiung von Krieg und NS-Diktatur ist spätestens seit Weizsäckers Rede der Grundtenor der Erinnerungskultur. Erstmalig wurde auch das lange gemiedene Thema Holocaust angesprochen, als einmalig und in der Erinnerung verbindlich; als grundlegend für das deutsche Selbstverständnis. „Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“, so Weizsäcker 1985.

Zwar wurde auch noch in den 1990er-Jahren vor allem von rechtsextremen Kreisen immer wieder versucht, den 8. Mai erinnerungspolitisch zu besetzen und den Aspekt der Niederlage an Stelle der Befreiung zu setzen. Durchsetzen konnten sich diese Bestrebungen aber nicht. Als europäisches Datum kann der 8. Mai heute von vielen Europäern gefeiert und so Teil eines kollektiven europäischen Gedächtnisses werden.

Drei Gedenkveranstaltungen an drei historischen Orten

Drei Gedenkveranstaltungen anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus finden am Montag, dem 8. Mai 2017 in Pankow statt. Bezirksbürgermeister Sören Benn und der Vorsteher der Pankower Bezirksverordnetenversammlung, Michael van der Meer (beide Die Linke), rufen auf, der Opfer des Krieges und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu gedenken.

Die Kranzniederlegungen finden in stillem Gedenken um 10:00 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide, um 11:30 Uhr am Mahnmal des polnischen Soldaten im Friedrichshain und um 12:00 Uhr am Gedenkstein Ostseeplatz in Prenzlauer Berg statt.

Das „Denkmal des polnischen Soldaten und des deutschen Antifaschisten“

Das 1972 errichtete Denkmal ist ein symbolischer Fahnenmast mit einem Spruchband. Es erinnert an den Aufstand der polnischen Untergrundarmee Armia Ludowa (Volksarmee). Bereits 1965 hatte Polen der DDR ein Denkmal für ihre Soldaten angeraten. Es sollte ursprünglich am Pariser Platz stehen. Die DDR Führung entschied sich jeoch für den Volkspark Friedrichshain.

Das Denkmal erinnert in seiner Form an die Befreiung, als bereits am 2. Mai 1945 polnische Soldaten der 1. Polnischen Armee in Berlin auf der Siegessäule ihre Fahne hissten (siehe: Martin Sander | Ein Denkmal für die polnischen Befreier | 2.5.2016 | Deutschlandfunk Kultur ).

1995 wurde mit dem Anbringen einer weiteren Gedenktafel auch denen gewidmet, die im Widerstand, aber nicht kommunistisch gesinnt waren. Zudem wird dort nun auch den polnischen Zwangsarbeitenden, den Häftlingen und Kriegsgefangenen gedacht.

Jedes Jahr am 1. September legen hier der polnische Botschafter, Vertreter der Bundesregierung, des Bundestages und Berlins und viele andere Botschafter Kränze zum Gedenken an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nieder, der mit dem Angriff auf Polen am 1. September 1939 begann.

Foto-Credit:
Das Foto wurde von der Redaktion von Polen.pl zur Verfügung gestellt.

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