Montag, 18. Dezember 2017
Home > Bezirksnachrichten > Gedenkstein in Buch geschändet

Gedenkstein in Buch geschändet

Sowjetisches Ehrenmal in Berlin Buch

Der Gedenkstein am Sowjetischen Ehrenmal in Buch wurde in der Nacht zum 8.Mai 2013 mit Parolen beschmiert. Damit wurde die beabsichtige Gedenkveranstaltung von Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow zum Jahrestag des Ende des II. Weltkrieges am 8.Mai 1945 gestört. Die Art der angebrachten Parolen lässt jeweils auf Täter mit „rechtsideologisch-einfältigen“ geistigen Horizont schließen.

Das Bezirksamt hat jedoch eine unverzügliche Reinigung durch Mitarbeiter des Grünflächenamtes veranlasst.

Im Bezirksamt reagierte man entsetzt: „Seit vielen Jahren ist der Bezirk Pankow engagiert gegen Rechtsextremismus und für Vielfalt im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes gegen Rechtsextremismus“, erklärt die amtierende Bezirksbürgermeisterin, Christine Keil (LINKE). „Ein Schwerpunkt der Aktivitäten des Lokalen Aktionsplanes in diesem Jahr liegt ganz bewusst im Ortsteil Buch“, so Keil weiter.

„Die nächtlichen Schmierereien am sowjetischen Ehrenmal im Pankower Ortsteil Buch im Vorfeld des Tags der Befreiung durch Ewiggestrige finde ich empörend“, erklärte der Pankower Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich.
Liebich weiter: „Die klare Mehrheit der Pankowerinnen und Pankower ehrt das Andenken an die für die Befreiung Deutschlands vor 68 Jahren gefallenen Soldaten der Roten Armee und der Alliierten“.

Die Kranzniederlegung fand wie geplant am Nachmittag um 16:30 Uhr statt.

Am 8. Mai 1945 wurde das Ende des II. Weltkrieges in Europa besiegelt. An diesem so wichtigen Datum gedenken jedes Jahr das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow mit Kranzniederlegungen der unvorstellbaren Zahl der Opfer dieses Krieges und der Gewaltherrschaft.

Sowjetisches Ehrenmal in Berlin-Buch - Mai 2013

Sowjetisches Ehrenmal in Berlin Buch

Das Sowjetische Ehrenmal Buch befindet sich im gleichnamigen Ortsteil Buch des Berliner Bezirks Pankow. Es erinnert an die gefallenen Soldaten der Roten Armee, welche beim Sturm auf Berlin im April 1945 in der Umgebung starben. Das Ehrenmal steht im alten Dorfkern auf einem abgegrenzten Teil des Schlossparks. Direkt daneben verläuft die Wiltbergstraße. In 150 Meter Entfernung befindet sich der S-Bahnhof Buch.

Im Auftrag der sowjetischen Militärverwaltung errichtete man das Denkmal 1947–1948 nach einem Entwurf von Johann Tenne. Der Aufbau Unterbau, Sockel und Pyramiden-Obelisk soll an frühklassizistische Entwürfe erinnern und sich so in die Architektur des benachbarten Bucher Schlossparks einfügen.

Ursprünglich als Gedenkstätte und Grabmal gedacht, dient es seit der Umbettung der Toten zum Sowjetischen Ehrenmal in der Schönholzer Heide weiterhin als Gedenkstätte. In den 1990er Jahren wurde das Ensemble für 60.000 DM durch das Land Berlin saniert.

Zwischenzeitlich hat das Bezirksamt Pankow das Denkmal schon mehrfach von Schmierereien und Graffiti gereinigt. Die Kosten für diese Aktionen fehlen an anderer Stelle im ohnehin schon knappen Grünflächen-Etat. m/s

Save this post as PDF

m/s