Montag, 23. Oktober 2017
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Gedenktafel in Erinnerung an Fritz Erler

Erler, Brandt und Mc Namara

Das Bezirksamt Pankow berichtet heute über die Verspätete Anbringung der Gedenktafel in Erinnerung an Fritz Erler. Die Gedenktafel wurde am Mittwoch, dem 23. November 2016 an seinem ehemaligen Wohnort in der Chodowieckistraße 17, 10405 Berlin angebracht.
Bereits am 29. April 2016 fand eine feierliche Enthüllung der Gedenktafel vor dem Wohnhaus statt, in dem Fritz Erler 1916 und 1937 lebte. Eine Untersagung durch die Hauseigentümer verhinderte jedoch zunächst die Anbringung der Tafel.

Fritz Erler, am 14. Juli 1913 geboren, wuchs in der Zelter Straße in Prenzlauer Berg auf. Hier unterhielt sein Vater, zugleich Vorsitzender eines SPD-Ortsvereines in Prenzlauer Berg ein Friseurgeschäft.

1916 zog die Familie in das Wohnhaus Chodowieckistraße 17. Fritz Erler besuchte die Oskar-Cassel-Realschule in der Bötzowstraße (heutige Kurt Schwitters Schule) und wechselte 1929 an die Königsstädtische Realschule (KOR) in der Pasteurstraße, wo er zum Sprecher der Schülerschaft gewählt wurde. Er engagierte sich in der sozialistischen Jugendbewegung und als Bezirksvorsitzender der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ).

Seit 1932 arbeitete Fritz Erler als Inspektoren-Anwärter für das Bezirksamt Prenzlauer Berg. Während der Nazi-Diktatur war er ein führender Kopf der Widerstandsgruppe „Neu Beginnen“.

Vom Volksgerichtshof verurteilt, überlebte Fritz Erler Zuchthaus und Lagerhaft. Nach der Befreiung im Jahre 1945 engagierte er sich in Westdeutschland für den Wiederaufbau der Demokratie. Ab 1949 gehörte Fritz Erler dem Deutschen Bundestag an, seit 1964 als Oppositionsführer und Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Das Zeug zum Bundeskanzler

Nach dem zweiten Weltkrieg war Erler auch zeitweilig Landrat im schwäbischen Biberach. Er hatte das Zeug zum Regieren, baute die SPD nach dem Zweiten Weltkrieg auf, und wurde ein wichtiger Wegbereiter für die Kanzlerschaft von Willy Brandt. Als Mitglied der „Frühstückskartells“, in dem er zusammen mit Carlo Schmid, Herbert Wehner und Willy Brandt bis zum Jahr 1958 seine Vorstellungen einer Parteireform durchsetzte, die den Erfolg der SPD als Volkspartei begründete. Das Arbeiterkind aus Prenzlauer Berg war sogar zweimal als Kanzlerkandidat der SPD im Gespräch – und verzichtete zweimal.

Weitere Informationen:

Ehrung für Mitglied des „Frühstückskartells“ | 28.4.2016 | Pankower Allgemeine Zeitung

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