Montag, 23. Oktober 2017
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Gelbe Karte für Sandra Scheeres

Gelbe Karte für Sandra Scheeres (SPD)

Heute, am 30. Juni 2014 treffen Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD), Mark Rackles, Staatssekretär für Bildung und die Elterninitiative der Rosa-Luxemburg-Gymnasium zusammen. Thema ist die Forderung der Eltern nach Einrichtung einer weiteren „Schnelllerner“ Klasse. Frau Scheeres will zu diesem Termin erklärtermaßen ihre ablehnend „klare Position“ zum Thema erläutern.

Gelbe Karte für Sandra Scheeres (SPD)
Der Thomas Merkel von der Elterninitiative RLG übergibt die Gelbe Karte an Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) – Foto: Heinersdorfer Feuerwehrfest am 21.6.2014

Die Elterninitiative hatte zuvor einen offenen Brief an Herrn Rackles verfaßt. Auch er hat bisher aus seiner Ablehnung keinen Hehl gemacht. Beide, Scheeres und Rackles, verstecken sich bisher hinter Formalismen und „Regeln“, und spielen auch mit undurchsichtigen Argumenten fünfte gegen siebte Klassen aus. Die Eltern sind im höchsten Maß verärgert, weil sie erst durch die erfolgreiche Arbeit der Schule mit Schülern und Schülerinnen auf die Schnellerner Klassen aufmerksam gemacht und „gelockt“ wurden. Sie wünschen sich, dass ihre begabten Kinder zusammen in Pankow bleiben können und ihren begonnenen Schulweg einfach fortsetzen können.

Die Eltern zeigen sich sehr verwundert, „warum es nicht möglich ist, für dreißig Pankower Kinder mit entsprechenden Schnelllerner-Voraussetzungen an einer Pankower Schule eine Klasse zu eröffnen?“ In dem offenen Brief werden viele Argumente behandelt, die die Schulsenatorin unter Druck setzen werden, die sich auch als Pankower Wahlkreisabgeordnete der SPD nun schon gegenüber drei Schulinitiativen aus ihrem eigenden Heimatbezirk zu verteidigen hat.

Fall zwei: im Fall der Homer-Europaschule geht es praktisch um den Erhalt einer einzigen Vollzeit Lehrerstelle. Fall drei: an der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule wird die Einrichtung einer eigenen Oberstufe gefordert.

Am Rosa-Luxemburg-Gymnasium haben 30 Schüler erfolgreich die Tests für die Aufnahme in Schnelllerner-Klassen absolviert, und wollen als begabte Schüler auch an das Pankower Gymnasium wechseln, und den erfolgreich begonnenen Schulweg fortsetzen. Das Schulgesetz stärkt dabei die Auffassung der Eltern.

Gelbe Karte auf dem Heinersdorfer Feuerwehrfest

Auf dem Heinersdorfer Feuerwehrfest am 21.06.2014, passten Vertreter der RLG-Elterninitiative eine sichtlich überraschte Sandra Scheeres ab. Der Sprecher übergab eine „Gelbe Karte“ mit der Aufschrift “ 3 x5 am RLG“, im Klartext: 3 Schnelllernerklassen am Rosa_Luxemburg-Gymnasium.
Eltern beklagten sich auch hier über Schulverwaltung des Bezirks und über Senatorin Scheeres „wegen Spielens auf Zeit.“

Die Hängepartie droht jetzt die Ferienzeit zu belasten, da weder Eltern, noch Schüler, noch Schulverwaltung bisher genau wissen, wie es unmittelbar nach den Ferien weitergehen soll.

Politische Unterstützung aus mehreren Richtungen

Unterstützung erhälten die Elterninitiative inzwischen von Martin Delius(MdA), Sprecher für Bildung der Berliner Piraten, und Vertreter seiner Partei im Ausschuß für Bildung, Jugend und Familie.

Delius ist nicht überzeugt von der Idee und der Konzeption der „Schnelllernerklassen“, doch er unterstützt die Betroffenen: „Das hält mich allerdings nicht davon ab die Wünsche von Betroffenen und Pädagog*innen ernst zu nehmen. Insbesondere wenn diese sachlich fundiert und logisch begründet werden, wie in ihrem Fall.“

Delius äußert sich auch grundsätzlich zum Thema:

„Es ist für mich völlig unverständlich warum in diesem Jahr nicht passieren darf was in den letzten Jahren möglich war. Wenn das RLG der Ansicht ist den Bedarf decken zu können und es offensichtlich einen sehr hohen Bedarf an einem dritten Zug gibt, dann sollten Senat und Bezirk diese Initiative unterstützen statt sich zu verweigern.“

Delius weiter: „Wie sie wissen ist die entsprechende Verordnung (VO-SbP) in §15 als Reaktion auf die Diskussionen in 2012 geändert worden. Interessant ist die Begründung in der entsprechenden Drucksache im Parlament.“

„Entsprechend den Koalitionsvereinbarungen vom 21. November 2011 zwischen SPD und CDU (Kapitel 4, Rubrik „Gymnasien stärken“, S. 50, Zeilen 26 und 27) wird der Schulversuch „Individualisierung des gymnasialen Bildungsganges (Schnelllerner)“ an sieben Standorten in Schulen besonderer pädagogischer Prägung überführt. Dabei bleibt es unverändert bei maximal 14 genehmigten Zügen. Die in Absatz 1 ausdrücklich genannte Höchstgrenze von zwei Zügen je Schule ist als Spezialregelung zu verstehen, die nicht im Sinne der Generalklausel des § 2 Absatzes 5 erweitert werden kann.“

Delius griff auch den Senat scharf an:

„Es ist hier klar zu sehen, dass der Senat keine sachlichen Gründe für die Verschärfung der 2-Züge-Regelung hat. Einzig die politische Maßgabe nach Koalitionsvertrag ist entscheidend. Das ist nicht tragbar.“

Im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich mich für Ihr Anliegen einsetzen. Es muss ein Umdenken bei der Koalition und der Verwaltung einsetzen und die Verordnung muss geändert werden damit eine pragmatische und bedarfsgerechte Lösung am RLG und überall wieder möglich wird.“

Gelbe Karte für Sandra Scheeres
24.6.2014: Eltern und Kinder demonstrieren vor dem Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow für die Einrichtung einer dritten fünften Klasse

Stefanie Remlinger (MdA), stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Grüne und Sprecherin für Bildung und berufliche Bildung wandte sich auch direkt an die Eltern und unterstützt die Forderungen:

„Werte Eltern, ich finde, Sie haben völlig Recht. In Pankow fehlen ohnehin Gymnasialplätze. Und wenn der Senat ein Verfahren zur Aufnahme einrichtet, muss er sich auch nach den Ergebnissen richten. Ich werde versuchen, Druck zu machen!“

Auch Antje Kapek (MdA – Bündnis 90/Grüne), Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Stadtentwicklung unterstützt die Pankower Eltern. Ebenso hat sich auch Benedikt Lux (MdA – Bündnis 90/Grüne) geäußert.

Weder von der Pankower Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kastanztowicz (SPD), von Elternvertretern auch einfach „Zett-Ka“ genannt, noch von Sandra Scheeres gibt es bisher offizielle Stellungnahmen.

Und auch aus der schwarz-roten Koalition ist zu diesem Thema bisher nichts zu vernehmen.

Wachstumsprobleme in Pankow

Die sich in Pankow auftürmenden Probleme sind offensichtlich „Wachstumsprobleme“ – es ziehen immer mehr Menschen mit hohen Einkommen und besten Bildungsvoraussetzungen in den Bezirk. Es gibt nun zusätzlich „Probleme wachsender Bildungsqualität“ – weil praktisch ein ganzer Jahrgang besser als die statistischen Werte sind, mit denen Schulplanung betrieben wird.

Sowohl die Pankower Sozialstadträtin als auch die Schulsenatorin sind dabei, auf einen langen Holzweg zu geraten. Denn in allen Elterninitiativen wächst der Unmut, und der Wille, auch mit Klagen vorzugehen.

Es wäre ein Treppenwitz, wenn ausgerechnet zwei sozialdemokratische Amtträgerinnen die Erfolge eigener Bildungspolitik nicht in den Griff bekommen.
Es wird Zeit, die beiden „regierenden Damen“ einmal an ihre eigenen Erklärungen zur Bildungspolitik und zum „Bündnis für Familie“ zu erinnern. „Familienfreundlich“ geht anders! m/s

Weitere Informationen:

www.bildung-nach-bedarf.de

Auf der Internetseite ist auch der offene Brief nachzulesen.

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m/s