Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Gift im WM-Fußballschuh

Greenpeace: Fußballschuh "Hazardous"

Am 12.Juni 2014 beginnt das Sportereignis des Jahres – die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien. Im Handel und in den Medien werden inzwischen Fußballschuhe, Bälle, Handschuhe und Trikots zum Einstimmen auf die WM beworben und verkauft. Doch nun kommt eine Warnung von GREENPEACE: „Mit sauberem Fußball haben diese Produkte aber wenig gemein, das zeigt eine neue Greenpeace-Untersuchung von 33 WM-Produkten.“

Greenpeace: Fußballschuh "Hazardous"
Greenpeace: Fußballschuh „Hazardous“ – Foto: Daniel Müller Greenpeace

Besonders der Einsatz von perfluorierten Chemikalien wird angeprangert. Um die Vorwürfe zu belegen,kaufte Greenpeace 33 geprüfte Fußballschuhe, Trikots, Bälle und Torhüterhandschuhe in 16 Ländern ein und ließ sie von unabhängigen Laboren prüfen.

Das Ergebnis ist erschreckend: In Proben aller Marken wurden Schadstoffe wie perfluorierte Chemikalien (PFC), Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF) gefunden, wie die GREENPEACE mitteilte. Einige dieser Stoffe störten das Hormonsystem, schädigten die Fruchtbarkeit oder könnten das Tumorwachstum fördern.

PFOA: firmeneigener Grenzwert weit überschritten

Unabhängige Labore haben in Proben von Adidas, Nike und Puma Schadstoffe wie perfluorierte Chemikalien (PFC) gefunden. Vor allem Adidas-Schuhe und Handschuhe schnitten schlecht ab – der PFC-Wert des Schuhmodels „Predator“ lag vierzehnfach über dem firmeneigenen Grenzwert.

Siebzehn von einundzwanzig getesteten Fußballschuhen enthielten PFC. Im Adidas Schuh „Predator“ wurden 14,5 Mikrogramm pro Quadratmeter der besonders gefährlichen PFC-Substanz PFOA nachgewiesen. Diese Substanz ist in Deutschland noch nicht reguliert. In Norwegen gilt ab Juni 2014 aber ein Grenzwert von 1 Mikrogramm pro Quadratmeter. Auch im Nike Schuh „Tiempo“ wurden hohe Konzentrationen PFC nachgewiesen: 5,9 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter.

PFOA ist eine besonders gefährliche PFC-Substanz, die das Immunsystem und das Fortpflanzungssystem schädigen kann. Auch eine Erkrankung der Schilddrüse kann eine Folge des Stoffes sein.

Keine unmittelbare Gesundheitsschädigung – aber Gefahr für die Umwelt

Das Tragen dieser Kleidungsstücke führt nicht unmittelbar zur Gesundheitsschädigung für den Verbraucher. Anders sieht es in den Produktionsländern aus. Besonders dramatisch ist der Weg, den die Chemikalien dort nehmen. Durch die Produkte und Fabriken gelangen die gefährlichen Stoffe in die Umwelt und Nahrungskette.

Besonders betroffen sind die Menschen in Asien: Etwa zwei Drittel der chinesischen Gewässer sind mit umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien verunreinigt.

Greenpeace: Gift im WM-Schuh 2014
Greenpeace: Gift im WM-Schuh 2014 – Foto: Daniel Müller, Greenpeace

Milliardenumsatz auf Kosten der Umwelt

Während Adidas ein Milliarden-Geschäft erwartet, bekommen Fans giftig produzierte Produkte untergejubelt: „Adidas erwartet Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro mit WM-Produkten. Was die Firma den Fans nicht sagt: Viele Schuhe und Handschuhe sind noch immer mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet. Sie vergiften die Gewässer in den Produktionsländern. Es ist Zeit für eine rote Karte für Adidas – die Firma muss jetzt handeln“, sagt Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace.
Leere Versprechungen statt Entgiftung

Der Adidas-Konzern hat, ebenso wie Nike und Puma, im Rahmen der Detox-Kampagne von Greenpeace zugesichert, bis zum Jahr 2020 giftfrei zu produzieren. Greenpeace-Untersuchungen zeigen aber immer wieder, dass Adidas und Nike sich hinter Papierversprechen des Branchenverbandes „Zero Discharge of Hazardous Chemicals Group“ (ZDHC) verstecken.

Firmen wie H&M oder Mango haben bereits mit der Entgiftung begonnen. Diesem Weg muss nun auch Adidas folgen.

Es kann kein faires Fußballspiel geben, wenn die Sporthersteller derart foulen:

„Im Namen der Fans und der betroffenen Menschen fordern wir Adidas und Nike auf, einen genauen PFC-Ausstiegsplan festzulegen sowie alle gefährlichen Chemikalien offenzulegen, “ sagt Chemieexperte Santen von GREENPEACE.

Greenpeace: WM 2014 "Toxic"
Greenpeace: WM 2014 „Toxic“ – Foto: Daniel Müller,Greenpeace

Weitere Informationen:

GREENPEACE: Gift im WM-Schuh

REPORT: Rote Karte für Sportmarken

DETOX Football

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m/s