Dienstag, 12. Dezember 2017
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Grünspecht: „Vogel des Jahres 2014“

NABU - Grünspecht ist der Vogel des Jahres 2014

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV), haben den farbenprächtigen Grünspecht zum „Vogel des Jahres 2014“ gekürt. Im Gegensatz zur Bekassine (Vogel des Jahres 2013), hat sich der Bestand des Grünspechts in Deutschland erholt. Diese Entwicklung ist unter Deutschlands häufigen Vogelarten einmalig.

NABU - Grünspecht ist der Vogel des Jahres 2014
NABU - Grünspecht ist der Vogel des Jahres 2014

Leider stellt sich die Bestandsentwicklung in Berlin gegen den Deutschlandweiten Trend: bereits 2003 wurde der Grünspecht auf die Vorwarnliste der Roten Liste aufgenommen.

Hauptgrund ist die Ordnungsliebe und das Sicherheitsdenken von Bürgern und Verwaltung: viele als Lebensraum geeignete Alt-Bäume werden vorsorglich gefällt.

Positive Nachrichten aus dem Artenschutz sind leider nicht allzu häufig, darum freut sich der NABU, dass mit rund 42.000 Brutpaaren der Bestand des Grünspechts in Deutschland als erholt gelten kann. Er ist hierzulande nach dem Buntspecht und vor dem Schwarzspecht die zweithäufigste Spechtart. Europaweit geht man von 860.000 Brutpaaren aus.

Leicht zu hören, schwer zu sehen

Der Grünspecht macht mit seinem markanten Ruf, der wie ein gellendes Lachen klingt, seinem Beinamen „Lachvogel“ alle Ehre. Mit einem lauttönenden „kjückkjückkjück“ ist er zu jeder Jahreszeit zu hören. Zur Balzzeit baut der Grünspecht diesen Ruf zu einer langen Gesangsstrophe aus. Doch trotz seines auffälligen Lachens und farbenfrohen Gefieders ist der Grünspecht nicht leicht zu entdecken. Mit roter Kappe und schwarzer Augenmaske, der ihm den Spitznamen „Zorro“ eintrug, ist er noch am einfachsten in der halboffenen Waldlandschaft, in Gärten und Parkanlagen oder auf Streuobstwiesen und Brachen zu finden.

Bundesweit erholte Bestände

Seine Bestandserholung verdankt der Grünspecht einer Reihe von milden Wintern und einer zunehmenden Einwanderung in städtische Grünflächen. Umgekehrt reagiert diese Spechtart aber auch entsprechend negativ auf besonders kalte Winter, die ihnen dann das Überleben schwer machen. Der Verlust von Streuobstwiesen und extensivem Grünland durch den Umbruch der Flächen für neuen, intensiv betriebenen Ackerbau, verschlechtert die Lebensräume des Grünspechtes. Der „Lachvogel“ ist nämlich vor allem dann „amused“, wenn Erdameisen, seine bevorzugte Nahrung, ausreichend vorhanden sind. Entgegen der langläufigen Meinung, dass Spechte an Bäumen herum hämmern, findet diese Art seine Nahrung vielmehr in der Erde und eher seltener in den Ritzen von Baumstämmen.

In Berlin unter Beobachtung

Derzeit gehen die Berliner Vogelkundler von bis zu 250 Grünspecht-Revieren in der Hauptstadt aus. Er bevorzugt hier Gebiete mit lockerer Bebauung, Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe oder Waldrandlagen. Gehen durch die innerstädtische Verdichtung die Grünflächen zurück, hat es der Grünspecht hingegen sehr schwer. Harte Winter, ungünstige Veränderungen der Lebensraumverhältnisse inklusivem dem Verlust an Brutbäumen in die er seine Höhlen bauen kann und der Einsatz von Pestiziden in Gärten und Parkanlagen, lassen sich unter anderem auch an der Roten Liste ablesen: der Grünspecht wird seit mehreren Jahren in der sog. Vorwarnliste geführt.

„Bei allen Bauvorhaben und Parkgestaltungen muss der Artenschutz stärker berücksichtigt werden“, fordert Anja Sorges, Geschäftsführerin des NABU Berlin. „Das Vorkommen des Grünspechtes in der Hauptstadt ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das „grüne“ Berlin seinen Beinamen zu Recht erhalten hat. Doch zeigt die gegen den Bundestrend verlaufende Bestandsabnahme des Grünspechtes, dass man bei der Stadtplanung umsichtig vorgehen muss, um einen weiteren Verlust des grünen Charakters der Stadt zu verhindern.“

Weitere Informationen:

www.nabu.de

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m/s