Freitag, 20. Oktober 2017
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in der Plan-Werkstatt

Güterbahnhof Pankow
in der Plan-Werkstatt

Gleisstrecke Pankow

Im Juni 2012 beauftragte die BVV-Pankow das Bezirksamt, gegenüber der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz die Absicht zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für die Fläche des ehemaligen Rangier- und Güterbahnhofs anzuzeigen. Auf diese Weise sollte das Planverfahren beschleunigt werden, um bis zum Jahresende 2012 die Voraussetzungen für die förmliche Aufstellung eines Bebauungsplans zu schaffen. Das geplante Werkstattverfahren ist nun in Gang gekommen.

Gleisstrecke Pankow
Bahntrasse neben dem ehemaligen Rangier- und Güterbahnhof Pankow

In dem Bebauungsplanverfahren soll nach den Vorgaben der BVV-Pankow darauf geachtet werden, dass „ein ganzheitlicher integrativer Entwicklungsansatz für den städtischen Kernbereich besteht sowie die Wohnfunktion gestärkt wird.“
Weiter heißt in dem BVV-Beschluß: „Im Bebauungsplanverfahren ist darauf zu achten, dass eine städtebauliche Verbindungsachse zum bisherigen Pankower Hauptzentrum geführt wird und somit die Ansiedlung von öffentlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge, des Einzelhandels und von Fachmärkten als funktionaler Bestandteil und im räumlichen Zusammenhang des Hauptzentrums in die Pankower Gesamtentwicklung erfolgt.“

Im Klartext bedeutet dies: die bereits in der Öffentlichkeit und in der roten Info-Box am Pankower Tor vorgestellten Pläne des Investors Krieger mit seiner Krieger Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KGG) kommen auf den städtebaulichen Prüfstand.

Das Bezirksamt Pankow und die Senatsverwaltung hatten sich überraschend schnell geeinigt, bis zum Jahresende 2012 ein städtebauliches Gutachterverfahren und das Werkstattverfahren mit Bürgerbeteiligung zum Abschluss zu bringen. Man drückt nun gemeinsam aufs Tempo – um einen zügigen Verfahrensablauf zu sichern.

Der durch den Investor Krieger geplante Umzug des Möbelhauses aus der Weddinger Pankstrassse an die Prenzlauer Promenade, im Norden den ehemaligen Rangier- und Güterbahnhofes, ist der wichtigste und am wenigsten strittige Teil des gesamten Vorhabens.
Der Neubau eines Möbelhauses ist auch gut geeignet, um weitere Kaufkraft anzulocken und um in weitere Einzelhandelsflächen zu investieren.

Die Art und Größe dieser zusätzlichen Handelsflächen muss jedoch mit der Entwicklung des Pankower Zentrums und benachbarten Einzelhandelszentren abgestimmt werden – wie z.B. in der Neumannstrasse.

Im Gutachterverfahren wird daher untersucht, wie die bereits bestehende Zentrenstruktur sinnvoll ergänzt und gestärkt werden kann. Die zu erwartenden Auswirkungen auf die bestehenden Zentren müssen abgeschätzt und in ihrer verträglichen Größe und räumlichen Lage festgelegt werden.

Der BVV-Beschluß sieht auch vor: „Eine umfassende Bürgerbeteiligung – über die gesetzlich vorgeschriebenen Instrumente hinaus – ist umgehend einzuleiten. Dabei werden Formen der Bürgerbeteiligung mit externer Unterstützung modellhaft entwickelt.“

Ehemaliger Rangier- und Güterbahnhof Pankow
Ehemaliger Rangier- und Güterbahnhof Pankow
Ehemaliger Rund-Lokschuppen am Bahnhof Pankow-Heinersdorf
Info-Box am Pankower Tor geschlossen

Anfang August begann zunächst das interne Werkstattverfahren, das den Vorlauf für die spätere öffentliche Bürgerbeteiligung schafft. Mit Beginn des Werkstattverfahren zur Entwicklung des Güterbahnhofs Pankow am 6. August 2012 wurde die begonnene Planung „zurück auf Anfang“ gestellt – ein wichtiger Schritt, um das geplanten Vorhaben offen planen zu können, und keine Vorfestlegungen für die Gutachter treffen zu müssen.

Ehemaliger Rund-Lokschuppen am Bahnhof Pankow-Heinersdorf
Ehemaliger Rund-Lokschuppen am Bahnhof Pankow-Heinersdorf

An der Eröffnungssitzung nahmen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit ihren verschiedenen Abteilungen teil, dazu das Bezirksamt Pankow mit den beteiligten Ämtern. Neben Herrn Krieger und seinen Firmenvertreter/innen waren eingeladene Expertenbüros zu den Themenkomplexen Einzelhandel, Städtebau und Verkehr vertreten.
Zunächst wurden die Ziele für die Entwicklung des Geländes und dessen Struktur, der Zeitplan und das weitere Vorgehen im Verfahren selbst besprochen.
Verfahrensverantwortliche sind die Abteilung I der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – und die Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamtes Pankow, vertreten durch Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner.

Es ist vereinbart worden, das in drei miteinander verknüpften Themensträngen – Einzelhandel, städtebaulicher Rahmenplan und Verkehr – zunächst interne Arbeitsgruppen arbeiten zu lassen. Danach finden erweiterte Werkstätten statt. Beschränkt öffentliche Akteursrunden sollen danach die jeweiligen Ergebnisse diskutieren. Ferner sind mindestens zwei Standortkonferenzen mit einer erweiterten Öffentlichkeit geplant, um zu informieren und die Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Das Thema Stadtklima ist im Verfahren als Schwerpunkt im Rahmen der städtebaulichen Untersuchung ausgewiesen.
Nach Aussage von Jens-Holger Kirchner soll die BVV parallel dazu noch Ende September eine Anhörung zu Beteiligungsverfahren bei solchen Planungsvorhaben durchführen. „Deren Ergebnis bleibt abzuwarten, Zeitfenster haben wir für den Oktober / November jedenfalls vorgesehen“ – so Bezirksstadtrat Kirchner.

Der Zeitplan des Werkstattverfahrens mit Bürgerbeteiligung ist nach eigenen Worten von Jens-Holger Kirchner „sehr ambitioniert“: es soll bis Ende zum des Jahres 2012 (!) mit einem breit abgestimmten Entwurf für einen „Städtebaulichen Rahmenplan“ abschließen.“

Auf Grundlage dieses städtebaulichen Rahmenplans soll dann die verbindliche Bauleitplanung eingeleitet werden. Gleichzeitig werden daraus die Planungsvorgaben für die geplanten Städtebaulichen Wettbewerbe geschaffen werden.

„Zurück auf Anfang“ – das bedeutet auch, die rote Infobox am Pankower Tort bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Die vorgesehene Bürgerbeteiligung im Werkstattverfahren soll unbeeinflusst von bisher gezeigten Plänen des Investors stattfinden können.

In einer Pressemitteilung vom heutigen Tage machte Jens-Holger Kirchner als Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung noch einmal sein Verständnis von Stadtplanung deutlich:

„Zurück auf Anfang? Nicht ganz – denn ein entscheidender Unterschied zu bisherigen Planungsrunden ist die Zielformulierung: Es soll ein lebendiger Stadtteil entwickelt werden, der sich einfügt in die bestehende Stadtstruktur mit unterschiedlichen Funktionen und Nutzungen, der nachhaltig und verträglich städtisches Leben ermöglicht und hohe Qualitätsanforderungen an Aufenthalt, Erschließung, Klimaschutz und Architektur erfüllt.“

Für Alt-Pankow und das Pankwer Stadtzentrum ist damit eine gute Voraussetzung geschaffen, um zukunftsweisende und stadtverträglichen Lösungen für dieses wichtige Vorhaben zu finden.

Der nächste Meilenstein im Werkstattverfahren:
„Akteursrunde Einzelhandel“ am 07.09.2012 um 15.00 Uhr
im Betsaal des Jüdischen Waisenhauses in der Berliner Straße 120/121 in 13187 Berlin-Pankow
(Eingang: Gebäude-Rückseite über Eingang Hadlichstrasse)

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m/s