Freitag, 15. Dezember 2017
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Hangar 5 / Volksbühne: „Danse de Nuit“

Danse de Nuit - Foto: © Boris Brussey

Der Hangar 5 im Mittelbereich des im Volksmund auch „Kleiderbügel“ genannten Tempelhofer Flughafengebäudes wird zur Volksbühne. Unter Ägide des belgischen Intendante Chris Dercon wird hier in zweiter Festspielort eröffnet, der viel Spielfeld und Spielraum eröffnet.

Boris Charmatz, Tänzer und Choreograph mit französischen Wurzel eröffnet die Spielzeit mit seinem Stück „“Danse de Nuit““.

In der Nacht bewegen sich sechs Tänzer auf Beton. Fluoreszierende Anoraks leuchten im Flutlicht. Murmeln, Sprechen, Schreien – zu sich selbst, zu anderen, sich gemeinsam aufpeitschend. Sprache und Bewegung im Gleichklang, als würden die abgehackten Wörter und Sätze den Körpern nachlaufen oder ihnen vorauseilen.

Boris Charmatz: „In der Nacht kommen die Geister, die Dinge, die uns Angst machen.“ Auf seinen Bühnen herrscht häufig eine kafkaeske Dunkelheit, gebeugte Körper werden zu Skulpturen. Die Augen sehen klar, der Mund spricht wahr: Aufgebrachte, manische Körper reagieren.

Wie schon in seinen früheren Stücken „Levée des conflits“ oder „essen, 2014“ erlebt man die Momentaufnahme einer Gemeinschaft, die zwischen Zweifel und Aufbegehren hin- und hergerissen ist. Der Zuschauer wird Zeuge einer exzessiven Form aus Sprache und Bewegung, die eine Notsituation artikuliert. Der „Tanz bei Nacht“ ist der Entwurf eines städtischen Nachtmoments im 21. Jahrhundert.

Die neuen Theaterräume der Volksbühne auf dem Tempelhofer Feld ergänzen die Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz. Künftig wird sich eine neue programmatische Achse zwischen Berlin-Mitte und dem Tempelhofer Feld entwickeln. Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof und Schöneberg werden immer mehr ins Zentrum gerückt.

Architektur im Hangar 5

Unter der Leitung des afrikanisch-deutschen Architekten Francis Kéré wird der Hangar 5 schrittweise in einen Theaterraum umgewandelt, der langfristig eine Verbindung zum neu entstehenden Stadteil für Geflüchtete, auf dem Tempelhofer Feld bilden soll.

Francis Kéré lässt sich bei seinem Entwurf von dem Straßentheater und der Idee der städtischen Agora inspirieren. Ziel ist, einen Raum zu schaffen, der die Möglichkeit und Atmosphäre für künstlerische Erfahrung, Kommunikation und Zusammenarbeit bietet.



Donnerstag, 21. September 2017 | 21 Uhr
Boris Charmatz – Musée de la danse – danse de nuit

Darsteller: Boris Charmatz, Ashley Chen, Peggy Grelat-Dupont, Mani Mungai, Jolie Ngemi, Marlène Saldana
Tickets: 15 €

Volksbühne auf dem Tempelhofer Feld | Tempelhofer Damm | 12101 Berlin | Tempelhof Hangar 5 | www.volksbuehne.berlin

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m/s