Mittwoch, 22. November 2017
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Herbstevent: 54. Jazzfest Berlin
 

Heroes are Gang Leaders - Foto: © Diane Allford

Das 54. Jazzfest Berlin präsentiert vom 31.Oktober bis zum 5. November 24 verschiedenen Jazzformationen – vom Solo bis zur Bigband. Richard Williams, der künstlerische Leiter des Festivals, hat über 150 Musiker und Musikerinnen verschiedenster musikalischer Herkünfte aus USA, Südamerika, Südafrika, Asien und Europa nach Berlin eingeladen.

Der US-amerikanische Schlagzeuger und Komponist Tyshawn Sorey ist der erste Artist-in-Residence des Festivals. Aus den USA reisen Ambrose Akinmusire und Heroes Are Gang Leaders an.

Heroes Are Gang Leaders verbinden den konfrontativen Geist der Last Poets mit dem freien Geist des Loft Jazz der 1970er Jahre. Sie erweitern literarische Texte und Originalkompositionen zu eigenen musikalischen Kompositionen, die Parallelen zu der Rapp-Musik aufweisen, zum Beispiel A Tribe Called Quest und Kendrick Lamar. Heroes Are Gang Leaders werden auch als „avant-futuristische Poetry-Jazz-Hiphop-Band“ bezeichnet. Mit Worten und Musik reflektieren Sie die Turbulenzen des heutigen Amerikas auf ihre einzigartige Weise.

Die Londoner Musikszene wird durch Bands wie Shabaka and the Ancestors und Mônica Vasconcelos repräsentiert.

Ein besonderer akustischer Leckerbissen kommt aus Norwegen und Norddeutschland: er norwegische Saxofonist, Komponist, Arrangeur und Dirigent Geir Lysne wurde im vergangenen Jahr zum Leiter der NDR Bigband ernannt. Er präsentiert Geir Lysne’s Abstracts from Norway und zeigt den großen Beitrag, den Norwegen in Sachen Jazz geleistet hat.

Amirtha Kidambi & Elder Ones untersucht spielt mit ihrem tragbaren Harmonium gemeinsam mit den Mitgliedern der Gruppe Elder Ones die Möglichkeiten, die in einer Verschmelzung von Jazz und karnatischer Musik liegen. Die Modi und Rhythmen dieser klassischen Musik Südindiens unterscheiden sich stark von denen des bekannteren hindustanischen Musikstils.

Eine weitere Facette liefern Steve Lehman & Sélébéyone ab: sie verbinden Jazz und Hip-Hop. Bei Sélébéyone wirken zwei MCs mit: HPrizm (aka High Priest) rappt auf Englisch und Gaston Bandimic bedient sich des Wolof, der meistgesprochenen Sprache seines Heimatlandes Senegal. Lehman wurde durch den Saxofonisten Maciek Lasserre, der mit ihm zusammen studierte und heute Mitglied in seiner Band ist, in die senegalesische Hip-Hop-Szene eingeführt. Lehman und Lasserre entwickeln das Material des Septetts, das stark auf Elektronik setzt und dessen Rhythmusgruppe mit großer Leichtigkeit zwischen Jazz und Hip-Hop-Beats wechselt. Das Wort „Sélébéyone“ stammt aus dem Wolof und bezeichnet die traumähnliche Sphäre, in der zwei Entitäten aufeinandertreffen und sich zu etwas bisher nicht Gekanntem verbinden: eine perfekte Definition ihrer Musik.

Das Jazzfest Berlin bringt hochkarätige Musiker und viele innovative Verbindungen und Jazz-Stile auf die Bühne. Der Programmzettel gibt nur eine leise Ahnung von einen großartigen Konzertproramnm in der City-West.


Dienstag, 31. Oktober bis Sonntag, 5. November 2017
Tickets: 10 bis 55 € pro Konzert je nach Band und Veranstaltungsort, darüber hinaus sind auch Abonnements für mehrere Konzerte erhältlich

Spielorte: Haus der Berliner Festspiele | A-Trane | Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche | Kirche am Hohenzollernplatz | LIDO | Maison de France / Salle Boris Vian | www.berlinerfestspiele.de

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a/m